Die Polizei sperrte den Südwall und leitete den Verkehr um. © Thomas Thiel
Dortmunder Wall

Hupkonzert und Stau: Polizei behält die Wall-Szene auch am Samstag im Blick

Auch am Samstag gab es wieder einen großen Einsatz der Polizei gegen die Tuner- und Wall-Szene. Die kommentierte die Aktion mit einem lauten Hupkonzert – zum Ärger der Anwohner.

Für einen Dortmunder, der direkt am Südwall wohnt, war der gemütliche Samstagabend (9.1.) auf der Couch erstmal vorbei: Ein Hupkonzert scheuchte ihn hoch – „hunderte Autos“, sagt er, standen gegen 23 Uhr an der Kreuzung am Südwall im Stau.

Ein Instagram-Story-Video, das unserer Redaktion vorliegt, vermittelt einen ähnlichen Eindruck: „Hört auf zu hupen, denkt an die Anwohner!“, steht in der kurzen Sequenz, die ein Autofahrer direkt aus dem Stau filmte.

700 Raser und Tuner auf dem Wall

Der Grund für den Stau war eine Straßensperre der Polizei auf dem Südwall. Der Wall wurde in Richtung Osten abgeriegelt, die Autofahrer wurden an der Kreuzung am Stadthaus auf die Ruhrallee Richtung Süden umgeleitet.

An der Sonnenstraße kontrollierte die Polizei mehrere Fahrzeuge. © Thomas Thiel © Thomas Thiel

Die Polizei Dortmund kontrollierte erneut an mehreren Orten die Raser- und Tuner-Szene auf dem Wall. Ein Anwohner berichtete unserer Redaktion, dass in Höhe der Sonnenstraße Luxusautos und getunte Pkw kontrolliert wurden.

Es seien „in der Spitze“ bis zu 700 „Szene-typische Fahrzeuge“ auf dem Wall unterwegs gewesen, wie ein Sprecher der Polizei berichtet. Der sprach in dem Zuge von einem „relativ unspektakulären“ und „typischen“ Samstag – dazu gehörten auch Hupkonzerte, mit denen die Wall-Szene die Kontrollen regelmäßig nachts kommentiere, zm Ärger der Anwohner. Laut Polizei habe es am Samstag wegen des Lärms wieder viele Beschwerdeanrufe gegeben.

Der Einsatz habe gegen 21 Uhr am Samstag begonnen und sei um 4.45 Uhr am Sonntag (10.1.) beendet worden. Die Polizei habe unter anderem fünf Fahrzeuge und einen Führerschein beschlagnahmt sowie über 160 Platzverweise ausgesprochen.

Video

Freitagabend am Wall in Dortmund

Bei dem Kontrolleinsatz von Samstag auf Sonntag habe die Polizei auf „deutlich verstärkte Kräfte“ gesetzt, die Bereitschaftspolizei habe die Dortmunder Beamten unterstützt.

Ein Fahrer in Gewahrsam

Bereits in der Nacht von Freitag (8.1.) auf Samstag gab es eine großangelegte Kontrolle am Wall. In der Nacht seien bis zu 500 Fahrzeuge unterwegs gewesen, wie die Polizei in einer Pressemitteilung das Einsatz-Wochenende zusammenfasst.

In der Nacht sei es zudem zu zwei Verkehrsunfällen gekommen – verletzt wurde jedoch niemand. In einem Fall wurde allerdings ein Mann verhaftet: Er soll durch „mehrfaches lautes Anfahren mit quietschenden Reifen“ aufgefallen seien, außerdem habe er sich gegen die „polizeilichen Maßnahmen“ widersetzt. Der Mann kam ins Polizeigewahrsam.

Ihre Autoren
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
Zur Autorenseite
Avatar
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
Zur Autorenseite
Thomas Thiel

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.