Hunderte Wohnungen auf Ex-Betriebshof von DSW21 geplant

dzNeubaupläne

Rund 350 Wohnungen sollen auf dem früheren DSW21-Betriebshof in der östlichen Innenstadt entstehen. Einen Teil könnte Dogewo bauen – und zudem gleich selber zum künftigen Wohngebiet ziehen.

Dortmund

, 27.08.2020, 08:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Planungen für das fünf Hektar große, frühere Betriebshofgelände der DSW21 laufen seit Langem. Gut 350 Wohnungen sollen auf der Brachfläche zwischen Deggingstraße und Von-den-Berken-Straße entstehen. Rund 200 Mietwohnungen, so der letzte Stand der Überlegungen, könnten von Dogewo gebaut werden.

Inzwischen haben sich Änderungen ergeben: Der Bebauungsplan für die „Deggingshöfe“, so der Name des künftigen Quartiers, wird in Teilen neu aufgeschnürt und in Richtung Norden erweitert.

Das frühere Betriebshof-Gelände hinter der DSW-Zentrale (vorn) aus der Luft. Rechts daneben sind die Doego-Hallen zu sehen.

Das frühere Betriebshof-Gelände hinter der DSW-Zentrale (vorn) aus der Luft. Rechts daneben sind die Doego-Hallen zu sehen. © Hans Blossey

Dort liegt das frühere Gelände der Rewe-Tochter Doego, die den Betrieb zur Westfalenhütte verlegt hat. Nach dem Kauf des Doego-Geländes durch die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sollen die zusätzlich gewonnene Fläche und das eigentliche Wohngebiet nunmehr in einem Rutsch überplant werden.

Auch DSW21 baut die Verwaltung neu

Als weitere Ergänzung könnte die 2,2 Hektar große Fläche einfließen, auf der die DSW21-Mitarbeiter derzeit noch ihre Autos parken. Ob das Stellplatz-Areal für Wohnungsbau genutzt werden kann, ist offen: Die Stadt hatte die Fläche zuletzt als Standort für eine vierzügige Grundschule in Betracht gezogen.

Klar ist: Macht DSW21 Nägel mit Köpfen und verlegt die Unternehmenszentrale aufs frühere Doego-Gelände, fallen auch die Parkplätze an der Deggingstraße weg.

Und danach sieht es wohl auch aus: In der Aufsichtsratssitzung im Dezember will sich DSW21 die Karten legen, wie Finanzvorstand Jörg Jacoby auf Anfrage sagt. „Ich will dem Beschluss nicht vorweg greifen“, so Jacoby, „aber es wird wohl auf einen Neubau hinauslaufen.“

Beengte Verhältnisse: der Dogewo-Sitz an der Landgrafenstraße.

Beengte Verhältnisse: der Dogewo-Sitz an der Landgrafenstraße. © Oliver Schaper

Dazu soll den Aufsichtsräten eine Wirtschaftlichkeits-Berechnung präsentiert werden. Zahlen kursieren längst: Während eine Sanierung mit rund 20 Millionen Euro veranschlagt wird, wäre ein Neubau mit modernen Arbeitsplätzen und klimafreundlicher CO2-Bilanz für rund 40 Millionen Euro zu haben, hieß es zuletzt.

Um das Projekt nun voranzutreiben, soll 2021 ein Architektenwettbewerb gestartet werden. Und der gilt nicht allein einem DSW21-Neubau.

Dogewo-Gebäude: wenig Bürofläche

Auch die DSW21-Tochter Dogewo befasst sich ernsthaft mit einem Umzug von der Landgrafenstraße in die östliche Innenstadt – und hat jetzt auch die eigenen Aufsichtsräte über ihre Absicht ins Bild gesetzt.

„Wir wollen CO2-neutral werden“, sagt Dogewo-Chef Klaus Graniki. Das derzeitige Gebäude stammt von 1954/1955 und genügt längst nicht mehr modernen Umweltstandards. Zudem lässt es kaum Möglichkeiten, Arbeitsplätze in neuen, flexiblen Formaten anzubieten.

Einen wichtigen Aspekt sieht Graniki in einer effektiven Flächennutzung. Im bestehenden Gebäude sei das nicht möglich: Dort seien lediglich 40 Prozent der Flächen für Büronutzung möglich, rechnet Graniki vor. Allein der Besucher-Empfang erstrecke sich über zwei Geschosse.

Mit einem Umzug und einem Neubau neben einer ebenfalls neuen DSW21-Zentrale auf dem früheren Doego-Gelände, so die Hoffnung, ließen sich Räume gemeinsam nutzen – und Flächen sparen.

Zwei Baukörper mit Verbindung

Ähnlich sieht das DSW21-Finanzvorstand Jörg Jacoby. Vorstellbar sei beispielsweise, zwei miteinander verbundene Baukörper zu realisieren, die etwa über eine gemeinsame Kantine, IT-Flächen und Konferenzräume verfügten, sagt er. Der genaue Raumbedarf und das weitere Vorgehen sollen nun in einer gemeinsamen Projektgruppe von Dogewo und DSW21 abgestimmt werden.

Ein Baubeginn hängt davon ab, wann der neue Bebauungsplan für die "Deggingshöfe" rechtskräftig wird – bei DSW21 wünscht man sich 2021. Dogewo-Geschäftsführer Graniki hofft auf einen bezugsfertigen Neubau „in rund vier Jahren“.

Für den Standort an der Landgrafenstraße kann sich Graniki Wohnungsbau vorstellen. Möglich seien sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen, sagt der Dogewo-Chef. „Aus heutiger Sicht würden wir die Fläche in eigener Regie entwickeln.“

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