Hundefreunde verlieren Zuhause: Wird Übungsplatz bald ein Stück Wald?

dzBezirksvertretung Mengede

Für die Hundefreunde war es ein Paradies: Als sich ein Schäferhundeverein auflöste, übernahmen sie die idyllische Anlage in Westerfilde. Nun müssen die Hundefreunde das Areal räumen.

Westerfilde

, 31.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist zweifellos ein Idyll zwischen der Eigenheimsiedlung im Süden Westerfildes und dem Rahmer Wald: Jahrzehntelang hatte ein Schäferhundeverein hier sein Domizil. Als der Verein sich auflöste, bot die bisherige Pächterin die Anlage einer Gruppe Hundefreunden an. Und die freuten sich – hatte der Schäferhundeverein doch einen Pachtvertrag auf Lebenszeit..

Klar: Die große Rasenfläche bietet reichlich Auslauf, der alte Baumbestand Schatten, das rustikale Vereinsheim einen Ort des Austausches. „Ab April wollen wir für alle Hundefreunde und alle Hunderassen Sport- und Spielstunden anbieten“, sagt Sabine Hupfeld. „Das Interesse der Nachbarschaft ist sehr groß.“

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Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Den Hundefreunden flatterte eine Kündigung mit Räumungs-Aufforderung der Stadt Dortmund zum 31. März ins Haus.

Bezirksvertreter machen wenig Hoffnung

Sabine Hupfeld mochte das nicht glauben, wandte sich an die Bezirksvertretung, trug ihre Sorge in der Einwohnerfragestunde vor. „Wir haben begonnen, den Platz und das Vereinsheim zu renovieren und zu reinigen, die Küche erneuert, Zäune repariert und Hundesportgeräte angeschafft“, berichtete sie.

„Es muss doch im Interesse der Stadt sein, wenn wir für viele Hundebesitzer und ihre Vierbeiner etwas auf die Beine stellen.“ Das mochten die Bezirksvertreter gern nachvollziehen, machten der Westerfilderin jedoch wenig Hoffnung. Sabine Hupfeld blieb dabei: „Wir wollen um den Hundeplatz kämpfen und ihn retten.“

Wo jetzt noch Hunde toben und üben, könnten bald Bäume wachsen. Laut Flächennutzungsplan ist das Areal ein Waldgebiet.

Wo jetzt noch Hunde toben und üben, könnten bald Bäume wachsen. Laut Flächennutzungsplan ist das Areal ein Waldgebiet. © privat

Vielleicht sei es ja möglich, einen Aufschub der Räumung zu beantragen, rieten die Politiker. Und: Die Hundefreunde sollen die Stadt bitten, bei der Suche nach einer Ersatzfläche zu helfen.

Letzteres schließt auch Stadtsprecher Christian Schön nicht aus. „Das Liegenschaftsamt kann auf Anfrage des Hundevereins prüfen, ob alternative Flächen in der Umgebung angeboten werden können“, schreibt er auf Anfrage.

Hundefreunde müssen den Platz räumen

Schön stellt aber klar, dass mit der Auflösung des Schäferhundevereins der Pachtvertrag automatisch erloschen sei. Der Flächennutzungsplan weise das gesamte Gebiet als Wald aus. „Es handelt sich also bei dem Altvertrag um eine jahrzehntelange Erlaubnis, von der sich kein Bestandsschutz für einen neuen Nutzer ableiten lässt.“

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Grundsätzlich sei es möglich, eine Waldfläche umzuwandeln und eine andere Nutzung zuzulassen. Kurzfristig heiße das aber, dass die Hundefreunde zum 31. März das Gelände an die Stadt übergeben müssen.

Danach prüfe die Stadt, wie die Fläche künftig genutzt wird. Die Entscheidung treffe dann die Politik. Aber, schreibt Christian Schön: „Auch eine Prüfung für eine Zwischennutzung, die den Nutzungsideen nicht widerspricht, kann angestoßen werden.“

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