Michaela Marwich mit ihrem Hund Max, der am 9. Juli in Folge einer Vergiftung eingeschläfert wurde. © Michaela Marwich
Giftköder

Hund Max wurde vergiftet: „Das ist nichts anderes als Mord“

Hinter Michaela Marwich liegen schreckliche Tage. Ihr Hund Max fraß einen Giftköder und verblutete innerlich. Die Dortmunderin trauert um das Tier – und ist trotzdem über eine Sache froh.

Michaela Marwich ist die Hundehalterin, deren schockierender Fall in einer Polizeimeldung am Montag (12.7.) publik geworden ist. „Diese Bilder werde ich so schnell nicht vergessen“, sagt die Dortmunderin, die als Schriftstellerin arbeitet, über die Erlebnisse.

Sie musste mit ansehen, wie ihr Border Collie-Mischling Max unter schrecklichen Qualen innerlich verblutete und dann von ihrer Tierärztin eingeschläfert werden musste.

Max fraß ein Stück Brot vom Boden – mit schlimmen Folgen

Am Dienstag (6.7.) war sie mit Max und der Hündin Maja um kurz nach 22 Uhr auf eine Runde draußen an der Stadtrat-Cremer-Allee unterwegs. Max, als Straßenhund in Griechenland geboren, habe sich ein Stück Brot geschnappt, das auf dem Boden lag und es sich nicht mehr entreißen lassen.

„Ich habe mir nicht viel gedacht. Er hat immer alles gefressen und vertragen“, sagt Michaela Marwich. Doch in der Nacht kam alles anders. Das Tier erbrach sein Abendessen. Am nächsten Morgen fuhr Marwich zu einem Tierarzt – ihre Stamm-Praxis war an diesem Mittwoch geschlossen.

„Der Arzt hat völlig falsch reagiert“, sagt die 58-Jährige. Er habe lediglich einige Vitamine verabreicht und im Falle einer Verschlechterung auf die Tierklinik verwiesen.

Tierärztin stellte fest, das wichtige Organe nicht mehr funktionieren

Am Donnerstag (8.7.) fuhr Michaela Marwich mit dem immer noch kranken Tier zur gewohnten Praxis. Dort erhielt sie die niederschmetternde Diagnose. „Die Ärztin hat gesagt, dass er schon ums Überleben kämpft. Leber und Niere waren schon tot.“

Sie konnten nichts weiter für ihn tun, als ihn zu erlösen.

Wenn ein geliebtes Tier geht, bleibt eine Lücke. Bei den Menschen. „Er hat immer zu meinen Füßen gelegen, wenn ich die Krimis geschrieben habe“, sagt die Autorin mit stattlicher Werk-Zahl und eigenem Wikipedia-Eintrag.

Die Lücke spürt aber auch die Hündin Maja. „Sie weiß nicht, wie ihr geschieht, ist völlig apathisch und sucht nach ihrem Freund.“ Deshalb steht für Michaela Marwich und ihren Mann fest, dass sie sofort wieder ein zweites Tier mit einer schwierigen Geschichte in ihr Leben holen wollen.

Was hat Max getötet?

Max war vier Jahre lang Teil der Familie. Welches Gift ihn getötet hat, lasse sich nicht mehr herausfinden. Nur Rattengift hatte die Tierärztin ausgeschlossen. Mögliche tödliche Mittel wären Schneckenkorn oder Frostschutzmittel, so Marwich.

„Das ist nichts anderes als Mord“, sagt sie. In all der Trauer ist sie froh, dass der Fall in der Gartenstadt sowie in sozialen Medien so viel Aufmerksamkeit bekommt. „Es ist gut, wenn viele Leute gewarnt sind.“

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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