Bei gemeinsamen Fahrten im Einsatzwagen oder beim Kontakt mit hilfebedürftigen Bürgern kommen sich Feuerwehrleute auch untereinander nahe. © Helmut Kaczmarek
Einsatzkräfte

Homeoffice unmöglich: Wie Corona-Schutz bei Feuerwehr und Rettungsdienst klappt

In anderen Städten will die Feuerwehr zum Corona-Schutz auf Verstärkung verzichten. In Dortmund geht man einen anderen Weg. Unter den Lebensrettern hat es bereits Infektionen gegeben.

Die meisten Dortmunder Arbeitnehmer sollen während der Corona-Pandemie den Kontakt zu Kollegen und Kunden vermeiden. Für Notärzte, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute gibt es aber kein Homeoffice. Wer Menschen wiederbelebt oder aus verrauchten Häusern führt, braucht dafür Körperkontakt.

Um zu vermeiden, dass sich das Coronavirus unter den Lebensrettern ausbreitet, sind verschiedene Maßnahmen getroffen worden. In anderen Städten, zum Beispiel im benachbarten Kreis Recklinghausen, ist festgelegt worden, dass man auf Freiwillige Feuerwehrleute möglichst verzichtet. So will man dort die Ansteckungsgefahr minimieren.

Von der Feuerwehr Dortmund heißt es jedoch: „Berufs- und Freiwillige Feuerwehr arbeiten, mit entsprechenden Hygieneregeln, wie vor der Corona-Lage Hand in Hand zusammen.“ Die sogenannte Alarm- und Ausrückeordnung sei hier, anders als im Kreis Recklinghausen, nicht geändert worden.

Stattdessen habe man eine eigene „Corona-Einsatzplanung“ entwickelt, wie Sprecher Andreas Pisarski erklärt. Diese umfasse „umfangreiche hygienische, dienstplanerische und operative Maßnahmen“ und werde ständig an die aktuellen Erkenntnisse und Verordnungen angepasst.

Kein Kontakt zwischen Kollegen verschiedener Schichten

Unter anderem gehört dazu, dass die Kollegen beim Dienstwechsel möglichst keinen Kontakt zueinander haben. Die Einsatzkräfte der späteren Schicht sollen erst kurz vor Dienstbeginn an der Wache erscheinen und mit Mundschutz direkt zu ihrem Spind gehen.

Feuerwehr-Veranstaltungen mit externen Gästen sind schon vor Auftreten der ersten Dortmunder Corona-Fälle vorsorglich abgesagt worden. Bereits Anfang März wurde dazu auf die besondere Vorsicht verwiesen, dass sich das Virus nicht unter den Einsatzkräften ausbreiten darf.

Durchaus haben sich in den vergangenen Monaten aber auch mehrere Dortmunder Rettungskräfte mit dem Coronavirus infiziert, sagt Pisarski: „Hier liegt die Zahl aber im niedrigen zweistelligen Bereich.“ Und keine der bekannten Infektionen sei aus dem Dienstbetrieb entstanden. Durch die Corona-Einsatzplanung habe man eine Weiterverbreitung des Virus unter den Rettungskräften vermeiden können.

Trotz der aktuellen Ausnahmesituation sei die Feuerwehr Dortmund jedenfalls in gewohnter Art und Weise für den Dortmunder Bürger einsatzbereit, versichert Andreas Pisarski. Inklusive der ehrenamtlichen Kollegen stehen mehr als 2000 Einsatzkräfte zur Verfügung.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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