Hombruch verabschiedet Hansa-Theater mit berauschender italienischer Nacht

dzParty im ehemaligen Luna-Varieté

Fans feiern beim „würdigen Abschied“ von der ausverkauften Luna-Location Riccardo Doppio und Band. Dabei gibt es nicht nur Liebesromanzen und Italo-Rock, sondern auch ein Partisanenlied.

Hombruch

, 16.06.2019, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach zweieinhalb Stunden italienischem Buffet und mehr als drei Stunden Programm „Italia amore mio“ sind sich letzten Samstagabend (15.6.) alle einig: „Das war ein würdiger Abschied“, wie es ein Besucher auf den Punkt bringt.

Das Hansa-Theater feiert mit der „Italienischen Nacht“ seinen traditionellen Saisonabschluss. Der diesmal auch ein Abschied ist. Nach einem Dreivierteljahr am Hombrucher Marktplatz kehrt das „Hansa“ nach Hörde zurück. Nach dem Brand am 1. Mai 2018 geht es ab dem 28. September in den neu gestalteten Räumen mit eingebauter Klimaanlage wieder an der Eckardtstraße weiter.

Lachendes und weinendes Auge

„Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Seniorchef Rudi Strothmüller auf der großen Bühne stehend. „Von hier oben ist das ein toller Anblick, den wir sehr genossen haben.“

Sein besonderer Dank gelte der Familie Brauckmann, die das ehemalige Luna-Varieté und City-Kino zur Verfügung gestellt habe. „Rund 120 Veranstaltungen haben wir hier durchführen können“, blickt der Theatergründer auf die letzten neun Monate seit dem 9. September 2018, als man im Ex-Luna die offizielle Eröffnung feierte, zurück.

Dank an viele Unterstützer

Und auch ohne die großartige Unterstützung der Stadt Dortmund, von Udo de Boer und seinem Förderverein des Werk- und Begegnungszentrums sowie von Manfred Renno, Hördes ehemaligem Bezirksbürgermeister, der sich um die Technik verdient gemacht hat, hätte die Interimslösung nicht funktioniert.

„Wir schauen jetzt nach vorn, freuen uns auf den Wiederbeginn“, blickt Rudi Strothmüller optimistisch nach vorn. „Auch wenn in Hörde noch viel zu tun ist.“ Viele der anwesenden Hombrucher wollen dem Theater in die neue, alte Heimstätte folgen.

Kein Abschied für immer?

Auch für Hombruch muss das kein Abschied für immer sein. „Ich weiß nicht, wie es hier weitergeht“, gesteht Strothmüller. „Aber wir sind ja nicht aus der Welt“, schließt der Sänger und Musiker nicht aus, dass das ein oder andere Hansa-Ensemble im Luna auftreten könnte.

Samstagabend sorgen Riccardo Doppio und seine exzellente Live-Band mit Heinz Hox (Akkordeon), dem Dortmunder Kontrabassisten Jens Foltynowicz und dem neuen Schlagzeuger Wolf Simon, der unter anderem für Klaus Lage spielte, für den allseits gelobten „würdigen Abschied“.

Evergreen "Capri-Fischer"

Doppio singt eigene Liedern wie „Una Tale Estate“ über einen tollen Sommer und „Margherita“ über eine völlig zerrüttete Beziehung sowie italienische Welthits wie „Azzuro“ von Adriano Celentano, „Cose Della Vita“ von Eros Ramazzotti und das weltbekannte Partisanenlied „Bella Ciao“. Dazu gibt´s noch den deutschen Evergreen „Capri-Fischer“ (Bella Marie) von Vico Torriani.

Letztgenanntes Lied könne nicht aus seinem Heimatland stammen, hebt der gebürtige Sizilianer hervor. „Kein Italiener singt ´Bella Marie, ich kehr zurück morgen früh`“, sagt der ob der Stimmähnlichkeit mit seinem Idol als „Eros aussem Pott“ bezeichnete Sänger unter lautem Lachen seiner Fans.

Toller "Jekami"-Abend

Doch immer, wenn er „Bella, bella, bella Marie“ intoniert, stimmt der Fan-Chor lautstark mit ein, sorgt für den von Doppio als „Jekami“ bezeichneten Abend. „Was sich asiatisch anhört, ist deutsch“, klärt er auf. „Es steht für: Jeder kann mitmachen.“ Den Italo-Fans muss er das nicht gesondert sagen. Bei Hits wie „Marina“, „Diamante“ und „Che será“ singt der Chor gleich mit, wippt auf den Sitzen oder tanzt in den Gängen.

Hombruch verabschiedet Hansa-Theater mit berauschender italienischer Nacht

Vor der italienischen Abschieds-Nacht gab es vor dem ehemaligen Luna noch ein italienisches Buffet. © Foto: Dietmar Bock

Schließlich gilt es die beim italienischen Buffet der benachbarten „Trattoria Buon Gusto“ zu sich genommenen Kalorien wieder abzubauen. Neben der von Riccardo Doppio gewünschten Rose, die ihm ein junges Mädchen auf die Bühne bringt, gibt es nach über drei Stunden berauschender Unterhaltung, zustimmende Pfiffe und stehende Ovationen. Es ist ein würdiger Abschied. Bravo!

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