Auf zwei Gleisen soll einmal der Bahnverkehr zwischen Dortmund und Münster fahren, © RN-Archiv
Bahn-Ausbau

Hoffnung für Bahnpendler: Nadelöhr auf wichtiger Strecke soll verschwinden

Seit Jahrzehnten kämpfen Städte und Wirtschaft in der Region für den Ausbau der eingleisigen Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster. Jetzt gibt es dazu eine Nachricht, die Hoffnung macht.

Bummeltempo, Verspätungen und Zugausfälle machen Bahnpendlern zwischen Dortmund und Münster das Leben schwer. Fernreisende wundern sich, dass man von Dortmund aktuell nur im Zwei-Stunden-Takt direkt nach Hamburg kommt.

Grund ist ein Nadelöhr im Bahnnetz. Denn die Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster ist auf einer Länge von 46 Kilometern nur eingleisig.

Schon seit Jahrzehnten kämpfen die Städte entlang der Strecke für den zweigleisigen Ausbau der Strecke. Bislang mit wenig Erfolg. Nur ein sechs Kilometer langes Teilstück zwischen Werne und Münster-Geist wurde bislang in die erste Kategorie des Investitionsplans des Bundes aufgenommen.

Deshalb macht seit März 2019 ein „Bahnbündnis Westfalen“, dem sich neben den betroffenen Städten auch Kammern, Gewerkschaften und Verbände aus der Region angeschlossen haben, immer wieder Druck auf die Entscheider in Berlin – zuletzt bei einem „Bahngipfel“ im Dezember 2019 in Dortmund.

Bahn-Chef Richard Lutz und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) waren dazu ebenfalls eingeladen – sagten aber ab. Sie verwiesen auf die noch laufenden Arbeiten am neuen Betriebskonzept der Bahn unter dem Titel „Deutschlandtakt 2030“, mit dem man die Zahl der Fahrgäste im Bahnverkehr bis 2030 verdoppeln will.

Das „Deutschlandtakt“-Konzept liegt jetzt vor und dürfte dem „Bahnbündnis Westfalen“ Hoffnung machen, dass es mit dem Streckenausbau zumindest teilweise langfristig vorangeht.

Auf Basis einer neuen wirtschaftlichen Bewertung rücke der „Deutschlandtakt“ als Ganzes in die höchste Dringlichkeits-Kategorie des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege, den „Vordringlichen Bedarf“, auf. Damit erhalte er oberste Priorität, teilte das Bundesverkehrsministerium am Mittwoch (18.8.) mit.

Ausbau soll 200 Millionen Euro kosten

Konkret bedeutet das nach Angaben des Ministeriums, dass für weitere 181 Schienenprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Milliarden Euro nun die Planung vorbereitet werden kann. Dazu dürfte nach der „Infrastrukturliste Deutschlandtakt“, auf die in der Mitteilung verwiesen wird, auch der Ausbau der Strecke zwischen Dortmund und Münster über Lünen und Werne gehören.

Die Kosten für den „vollständig zweigleisigen Ausbau zwischen Werne an der Lippe und Münster-Amelsbüren“ zur „Kapazitätserweiterung für Mehrverkehre“ und „Engpassauflösung“ werden dabei auf 200,7 Millionen Euro beziffert. Weiterhin nicht auf der Liste ist der Ausbau des rund 10 Kilometer langen eingleisigen Abschnitts zwischen Lünen-Preußen und Werne.

Allerdings taucht für stolze 1,27 Milliarden Euro der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Dortmund und Hamm, die zu den meist befahrenen Eisenbahnstrecken in Deutschland gehört, im Konzept auf. Hier soll ein drittes und streckenweise auch ein viertes Gleis entstehen, um mehr Verkehr bewältigen zu können.

Ausbau braucht viel Zeit

Bis der Ausbau auf den Strecken tatsächlich irgendwann vollendet ist, werden aber noch viele Jahre vergehen. Denn die Höherstufung im Bedarfsplan bedeutet erst einmal, dass jetzt theoretisch die Planungen beginnen könnten. Vor dem Baustart stehen noch viele Planverfahren und politische Beschlüsse, nicht zuletzt auch zur Finanzierung.

Auf den Finanzierungsvorbehalt weist auch das Ministerium in seiner Mitteilung hin. Man werbe dafür, dass der Bundestag „als Haushaltsgesetzgeber die für den Deutschlandtakt und die weiteren Maßnahmen des Bedarfsplans Schiene notwendigen Mittel bereitstellt und im Interesse einer schnellen Umsetzung aufstockt“, heißt es.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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