Hörder zeigen Lust auf Läden, leichtsinnig sind sie deshalb nicht

dzCorona und Einzelhandel

Die Menschen haben Nachholbedarf in Sachen Shopping, vielleicht auch nur Lust auf etwas Normalität. Beides ist im Hörder Zentrum zu spüren. Eine Sorge haben die Einzelhändler trotzdem.

Hörde

, 22.04.2020, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der zentrale Parkplatz am Stiftsplatz in Hörde ist gefüllt, als wenn nichts wäre. Menschen schlendern bei Sonnenschein durch die Fußgängerzone, in den Läden ist gut zu tun. Vereinzelt gibt es kleine Staus, dann stehen die Kunden geduldig und mit großem Abstand hintereinander vor der Tür.

Vor allem bei den Bäckereien und am dm-Drogeriemarkt sind geordnete Schlangen zu sehen, wie sie neuerdings das Bild in den Innenstädten und Stadtteilzentren bestimmen.

Die Öffnung der Läden nach der Corona-Pause ist in Hörde gut angelaufen. Die meisten Einzelhändler in Hörde-City haben die Türen wieder geöffnet – fast alle mit entsprechenden Hinweisschildern versehen und mit Desinfektionsmittel flankiert.

In der Hörder Fußgängerzone ist wieder etwas los.

In der Hörder Fußgängerzone ist wieder etwas los. © Susanne Riese

„Unseren Spruch ,Schön, Sie zu sehen‘ hören wir jetzt ganz oft von Kunden“, freut sich Tchibo-Mitarbeiterin Sabine Eickhoff. Die ersten beiden Öffnungstage seien wahnsinnig gewesen. „Aber ich muss den Hördern ein Kompliment machen. Alle haben die Regeln beachtet und sich super verhalten.“

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So sehen es auch Petra Biermann und Christiane Schedlbauer, Inhaberinnen von Tandem Schmuck & Uhren in der Alfred-Trappen-Straße. „Die Kunden sind sehr verständnisvoll und warten geduldig an der Tür.“

In dem kleinen Laden herrscht ein Kommen und Gehen, viele bringen ihre Uhren zum Batterie- oder Armbandwechsel. Eine provisorische Absperrung hält sie auf Distanz, am Eingang weist ein Schild auf die Personenbeschränkung hin.

„Endlich wieder Mode" – das freut viele.

„Endlich wieder Mode" – das freut viele. © Susanne Riese

Nicht nur bei praktischen Dingen zeigt sich Nachholbedarf. Auch in den Boutiquen und Schuhgeschäften ist einiges los. „Endlich wieder Mode“, steht auf einem Plakat vor dem Eckladen von Gerry Weber, gleich neben dem Hinweis auf die Desinfektions- und Abstandsregeln.

Den Menschen spricht beides aus der Seele. Die Lust auf ein schickes Sommer-Outfit, auf Bummeln und Normalität ist zu spüren, aber auch die Sorge um die Gesundheit und die Angst vor einem Wiederaufflammen der Infektionszahlen.

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Nur einzelne Leute müssen aufgefordert werden, einen Einkaufswagen zu nehmen. Wie bei Kodi ist das derzeit in vielen Läden Brauch, um die Zahl der Kunden kontrollieren zu können. „Manche meinen, wenn man das Virus nicht sieht, dann ist es auch nicht da“, ärgert sich eine Boutique-Verkäuferin über die wenigen ignoranten Besucher, die eine Sondereinladung für die Handdesinfektion brauchen.

Die meisten greifen von ganz allein dankbar zu. So wie bei Dundack´s, wo seit Montag (20.4.) viele Stammkundinnen vorbeischauen. „Viele freuen sich, dass sie wieder etwas anfassen können, und nicht nur im Internet Bilder von der Ware sehen“, sagt Silvia Dundack, die ihren Laden mit Desinfektionsmittel und Gummihandschuhen bestens ausgestattet hat.

Silvia Dundack hat mit Schutzmaterial vorgesorgt.

Silvia Dundack hat mit Schutzmaterial vorgesorgt. © Susanne Riese

Auch bei Phoenix4 am Rudolf-Platte-Weg müssen die Kunden an einem Spender vorbei und Abstandshaltern folgen. Obwohl der Fashion- und Dekoladen auf die Schnelle einen Onlineshop aufgebaut hat, nutzen auch dort die Kunden dankbar das Angebot, sich umzusehen und beraten zu lassen. „Wir haben seit Montag wieder geöffnet“, sagt Mitarbeiterin Carina Arndt. Der Andrang sei groß. Mehr als sechs Personen gleichzeitig darf aber auch sie nicht hereinlassen.

Hier am See wie überall freut die gute Resonanz die Inhaber und Verkäuferinnen, manchen ist dieser Schritt aber noch nicht ganz geheuer. „Ich hoffe, die Öffnung kam nicht zu früh“, sagt eine Boutique-Mitarbeiterin.

Wie in vielen Läden wird dort derzeit im Eiltempo die neue Ware, die jetzt verstärkt eintrifft, ausgepackt und einsortiert. Wenn alles wieder zurückgedreht werden müsste, wäre das eine Katastrophe, meint sie.

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