Hörder Politik will Schaustellern und Künstlern helfen – kann aber nicht

dzSchausteller und Künstler

Riesenrad am Phoenix-See oder Konzertbühne auf Phoenix-West? Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die Hörder Politik hat bei der Stadt nachgefragt, was möglich ist – bekommt aber keine Antwort.

Hörde

, 16.06.2020, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Hansa Theater gibt in diesem Monat wieder Vorstellungen, wegen der Corona-Pandemie aber mit sehr geringer Zuschauerzahl. Die Hygieneregeln lassen nicht mehr zu.

Das Cabaret Queue hat nach wie vor geschlossen. Inhaber Georg Delfmann will erst wieder öffnen, wenn das Kontaktverbot aufgehoben ist.

Und was ist mit der Naturbühne Hohensyburg? Die könnte, wenn alles gut geht, im September wieder Vorstellungen geben.

Kulturszene geht am Stock

Die Hörder Kulturszene geht am Stock. Daher wollte die Hörder Politik den Künstlern unter die Arme greifen. Beispielsweise mit einer Open-Air-Bühne, ähnlich einem Autokino – nur ohne Autos, dafür mit vielen Sitzmöglichkeiten.

Schon zweimal stand ein Riesenrad am See. Ob es auch diesen Sommer aufgebaut wird?

Schon zweimal stand ein Riesenrad am See. Ob es auch diesen Sommer aufgebaut wird? © Jörg Bauerfeld (Archiv)

„Die Überlegung war, dass die Bezirksvertretung Hörde das Geld für eine Bühne bereitstellt. Dafür müssen wir aber wissen, wo das geht und wie teuer das ist“, sagt Michael Depenbrock, Fraktionsvorsitzender der CDU in der BV Hörde. Die Anfrage an die Stadt Dortmund sei nach der Mai-Sitzung rausgegangen. Mit der Bitte um Antwort bis zur Sitzung am 16. Juni.

Jetzt lesen

„Dann ist alles zu spät.“
Michael Depenbrock (CDU)

Die Tagesordnung stand vor der Sitzung fest – auch mit Antworten der Stadt Dortmund auf diverse Anfragen. „Diese war aber nicht dabei“, sagt Depenbrock. Auch Verwaltungsstellenleiter Ulrich Spangenberg hat noch nichts in Sachen „Künstler- und Schaustellerhilfe“ von der Stadt gehört.

Dabei drängt die Zeit. Denn die BV Hörde müsste die Gelder beschließen. Und die nächste Sitzung nach den Sommerferien findet dann erst wieder am 8. September statt. „Dann ist alles zu spät, dann brauchen wir auch nichts mehr zu beschließen“, so Depenbrock.

Dabei gibt es Ideen und Vorschläge genug. So könnte eine große Bühne auf Phoenix-West aufgebaut werden. Nördlich des sogenannten Landschaftskeils, also ganz im Westen des Geländes an der Grenze zur B54.

Vermutlich öffnet das Queue erst wieder, wenn die Abstandsregeln nicht mehr gelten. Eine Open-Air-Bühne könnte da helfen.

Vermutlich öffnet das Queue erst wieder, wenn die Abstandsregeln nicht mehr gelten. Eine Open-Air-Bühne könnte da helfen. © Jörg Bauerfeld

Auch was die Schausteller angeht, sei einiges machbar, so Depenbrock: einzelne Fahrgeschäfte oder Buden im Ortskern oder am See. Aber auch in den anderen Ortsteilen. Vielleicht in der Wellinghofer Ortsmitte oder in Benninghofen und auf dem Höchsten. „Es wäre sicher einiges machbar, aber wir können nichts machen, weil die Stadt nicht antwortet“, so Depenbrock. „Vielleicht kommt ja noch was.“ Doch viel Hoffnung hat der CDU-Politiker nicht.

Und bei der Stadt Dortmund scheint, was dieses Projekt angeht, wirklich stille Messe zu sein. Auch auf eine Anfrage unserer Redaktion gab es keine Antwort.

Sollte das Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung Hörde am 16. Juni aufkommen, berichten wir an dieser Stelle nach.


Lesen Sie jetzt