Überschwemmte Keller und Wohnungen: Endlich kommt der ersehnte Hochwasser-Schutz

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Seit fünf Jahren warten Hochwasser-Opfer im Dortmunder Westen darauf, dass sie besser vor Überflutungen geschützt werden. Nun passiert endlich das, was sie seit dem Starkregen 2014 fordern.

Oespel, Kley

, 13.11.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 12. Juli 2014 war für viele Menschen im Dortmunder Westen ein schwarzer Tag. Ein Gewitter braute sich über ihren Häusern zusammen, kurze Zeit später setzten die Regenmassen Keller und sogar Erdgeschoss-Räume unter Wasser. Seitdem haben diese Hochwasser-Opfer Angst: „Bei jedem stärkeren Regen stellen sich die Nackenhaare hoch“, sagt Petra Stawa.

Die Kleyerin aus der Friedrich-Schröder-Straße, die direkt am Dorneywald liegt, kann sich noch gut an den Tag des Hochwassers und die Folgezeit erinnern: „2,40 Meter hoch stand das Wasser in unserem Haus“, erzählt sie. Wochenlange Aufräum- und Renovierungsarbeiten waren die Folgen.

Überschwemmte Keller und Wohnungen: Endlich kommt der ersehnte Hochwasser-Schutz

Alles unter Wasser: So sah es bei Familie Stawa nach dem Unwetter 2014 aus. © Foto: Stawa

Seit fünf Jahren warten die Anwohner rund um den Dorneywald darauf, dass die Stadt sie besser vor Hochwasser schützt. Kleinere Maßnahmen sind zwar bereits erfolgt, doch die großen Projekte wie neue Regenrückhaltebecken oder Ablaufgräben ließen auf sich warten. Immer wieder machten die betroffenen Anwohner ihrem Ärger darüber Luft.

Nun ist es endlich soweit. Seit kurzem laufen aufwendige Bauarbeiten im und am Dorneywald – zur „Verbesserung des Überflutungsschutzes“, wie auf dem Bauschild zu lesen ist. Ab 7 Uhr morgens sind die Bagger an den Wochentagen im Einsatz. „Das hätten wir uns wirklich früher gewünscht“, sagt Petra Stawa. Trotzdem sei sie erleichtert, dass endlich einige Maßnahmen im Sinne der Wald-Anwohner erfolgen.

Neues Regenrückhaltebecken an der Hedwigstraße

„Durch die Baumaßnahme wird der Schutz der Unterlieger des Dorneywaldes vor wild abfließendem Oberflächenwasser aus dem Dorneywald verbessert“, erklärt Dr. Christian Falk, Technischer Betriebsleiter im Eigenbetrieb Stadtentwässerung Dortmund, auf Anfrage dieser Redaktion. Das Projekt umfasst zwei Bereiche, einer liegt in Kley, der andere in Oespel.

An der Hedwigstraße in Oespel, wo ebenfalls zahlreiche Hochwasser-Opfer wohnen, erfolgt unmittelbar nördlich des Mahnmals der Bau eines Regenrückhaltebeckens, das zukünftig wild abfließendes Niederschlagswasser aufnehmen soll. Dr. Falk: „Damit wird der Abfluss auf die Straßenfläche unterbunden. Insgesamt ist es unser Ziel, dem abfließenden Wasser einen Fließweg vorzugeben und so die Rückhalteanlagen als zusätzlichen Puffer zu nutzen.“

Niedriger Erdwall am Bolzplatz

Zum Projekt gehört zudem eine sogenannte Notüberlauffläche auf dem Bolzplatz neben dem Kinderspielplatz. „Um Wasser auf dem Bolzplatz bei außergewöhnlichen Niederschlagsereignissen einstauen zu können, wird ein niedriger Erdwall den Platz in Teilbereichen umschließen“, so Falk.

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Auf dem Bolzplatz neben dem Kinderspielplatz an der Hedwigstraße in Oespel wird eine sogenannte Notüberlauffläche installiert. © Beate Dönnewald

Eine Drainage soll nach Abschluss der Arbeiten zwei Funktionen übernehmen. „Zum einen wird durch die Drainage das Oberflächenwasser des Bolzplatzes bei ,normalen‘ Niederschlägen aufgenommen, damit dies nicht oberflächlich über die Fußwege Richtung Schulzentrum abfließen kann. Zum anderen sorgt die Drainage für eine zeitverzögerte Ableitung des Niederschlagswassers, wenn die Fläche als Notüberlauf zum Einsatz kommt.“

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Als Vorflut für die Drainage dienen zwei bestehende Versickerungsbecken, die bereits vor einigen Jahren angelegt wurden. Das Fassungsvermögen des geplanten Regenrückhaltebeckens an der Hedwigstraße liegt bei rund 190 Kubikmetern, hinzukommen circa 90 m³ auf dem vorhandenen Bolzplatz.

Vergrößerung des Regenrückhaltebeckens am Schulzentrum

Deutlich umfangreichere Arbeiten finden südlich des Schulzentrums an der Kleybredde in Kley statt. Dort wird laut Dr. Falk ein bestehendes Rückhaltebecken vergrößert. Zudem wird es einen Ablaufgraben zu den drei bereits vorhandenen Rückhaltebecken östlich des Schulzentrums erhalten.

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Südlich des Schulzentrums an der Kleybredde wird das bestehende Rückhaltebecken vergrößert. © Beate Dönnewald

„Zur Aufnahme des wild abfließenden Oberflächenwassers aus dem Dorneywald wird zudem ein Wegeseitengraben entlang des Wirtschaftsweges am westlichen Rand des Waldgebietes bis zum Rückhaltebecken hergestellt.“ Der Wirtschaftsweg werde neu profiliert und mit einer Asphaltdecke versehen. „Damit das Oberflächenwasser dem neu angelegten Wegeseitengraben zugeführt werden kann“, so der Technische Betriebsleiter.

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Der Wirtschaftsweg soll eine neue Asphaltdecke erhalten. © Beate Dönnewald

Die Baumaßnahmen sollen, abhängig von den Witterungsverhältnissen, voraussichtlich im ersten Quartal 2020 beendet werden. Die Baukosten betragen circa 450.000 Euro.

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