So soll das künftige Hochhaus an der Kreuzung Ophoff aussehen. © F&G Geddert
Neues Hotelprojekt in Dortmund

Hochhaus mit 19 Geschossen in Planung – aber nicht mehr als reines Hotel

Zuwachs für den Dortmunder Hotelmarkt: An der Kreuzung Märkische Straße / B1 soll ein Hochhaus mit 19 Geschossen entstehen. Es sollte das größte Hotel Dortmunds werden - doch damit ist es vorbei.

Seit Jahren bemüht sich der Aachener Projektenwickler Dudoq Real Estate, seine Hotelpläne für das DSW21-Grundstück an der Kreuzung Ophoff voranzutreiben. Allerdings haben diverse Um- und Neuplanungen das millionenschwere Vorhaben immer wieder verzögert.

Auch ein Hotel-Betreiber war bereits ausgeguckt. Doch der beurteilte die Situation auf dem durch Corona angeschlagenen Hotelmarkt eher mit skeptischen Augen – und verabschiedete sich aus dem Projekt. „Diese Lücke hat nun ein neuer Betreiber geschlossen“, sagt Dudoq-Prokuristin Erika Ritterrath. Einen Namen wollte sie noch nicht verraten. Nur so viel: Es handele sich um einen Betreiber, „der deutschlandweit agiert und beständig expandiert“, so Ritterrath.

Unten Büroräume, oben Hotelzimmer

Der Aachener Entwickler Dudoq jedenfalls will an seinem Projekt festhalten: 19 Geschosse hoch, soll das Gebäude auf dem früheren Betriebshofgelände von DSW21 zu einer neuen Landmarke für Dortmund werden. Es gibt aber eine gravierende Änderung: Im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen soll das Gebäude nur noch zu einem Teil als Drei-Sterne-Superior-Hotel genutzt werden. Genaugenommen zur Hälfte.

In die ersten neun Geschosse sollen jetzt Büros einziehen. Die Ebene der Hotelzimmer beginnt erst ab dem 10. Geschoss. Mit anderen Worten: Das Hotel wird kleiner. Anfangs stand es in Rede, mit rund 500 Betten eines der größten Hotels in Dortmund zu werden – wenn nicht das Größte schlechthin.

Die überarbeiteten Pläne sehen jetzt ein rund 320 Betten großes Haus mit rund 160 Zimmern vor. Zeigt die Corona-Pandemie ihre wirtschaftlichen Folgen? Dudoq-Prokuristin Ritterrath verweist auf den neuen Betreiber: Dessen Konzept sehe eine Mischnutzung mit einer weniger großen Hotelfläche vor.

Zweites Gebäude mit weiteren Büros

Nach den aktuellen Plänen entstehen in der unteren Hälfte des Hauses rund 3500 Quadratmeter Büroraum. Noch mehr Platz für Büros gibt es in einem Anbau im hinteren Bereich: Er ist über einen verglasten Zwischentrakt mit dem Hotel verbunden, soll insgesamt fünfgeschossig werden und weitere rund 2500 Quadratmeter Bürofläche auf den Markt bringen. Das Dachgeschoss wird begrünt und mit einem Aufenthaltsbereich für Hotelbesucher ausgestattet.

Wichtig dabei: Beide Gruppen, Hotelgäste und Büronutzer, erhalten getrennte Eingänge. Der Eintritt für Hotelbesucher wird zur Märkischen Straße hin ausgerichtet. Ebenso der Zugang zum kleineren Bürogebäude. Der Zugang zu den Büros im 19-geschossigen Turm erfolgt vom Westfalendamm.

Dort soll auch die Zufahrt zur Tiefgarage angelegt werden: 80 Stellplätze sind unterirdisch geplant, weitere rund 60 oberirdisch. Zum voraussichtlichen Investitionsvolumen wollte sich Dudoq auf Anfrage nicht äußern.

Baubeginn im nächsten Jahr?

„Wir glauben an den Hotelstandort Dortmund“, sagt Ritterrath. „Wir beobachten, dass sich der Hotelmarkt nach dem Stillstand 2020 wieder zu entwickeln beginnt“, so die Dudoq-Prokuristin.

Die Vorstellungsrunden im Gestaltungsbeirat, in dem sich Politik und Verwaltung in Sachen Architektur beraten lassen, scheinen ein Ende zu haben: Bei der jüngsten Vorstellung der Fassade jedenfalls gingen die Daumen hoch. Das Düsseldorfer Büro F&G Geddert versieht den Hotel- und Büroturm mit einer Außenhaut aus bronzefarbenen Aluminium-Kassetten, kombiniert mit viel Glas.

In etwa einem halben Jahr soll der Bauantrag eingereicht werden. „Baubeginn“, so die Hoffnung von Dudoq-Prokuristin Ritterrath, „könnte vielleicht 2022 sein.“

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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