Mitglieder des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten sicherten den Pferdegöpel im Westfalenpark vor weiteren Feuchtigkeitsschäden. © Oliver Volmerich
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Hobby-Bergleute sichern einzigartiges Bergbau-Relikt im Westfalenpark

Ein einzigartiges Bauwerk im Westfalenpark erinnert an die Dortmunder Bergbaugeschichte. Doch der Holzbau ist marode. Jetzt gibt es erste Vorarbeiten für eine Rettung - mit ehrenamtlicher Hilfe.

Geschaufelt, gehämmert und gesägt wurde am Mittwoch fleißig im Westfalenpark. Rund um den Pferdegöpel, der seit drei Jahren gesperrt ist, herrschte emsiges Treiben. Es waren aber noch nicht die Handwerker, die den Pferdegöpel grundsanieren sollen, sondern Ehrenamtliche des Arbeitskreises Dortmund im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten.

„Damit ist noch nichts gerettet“, erklärt Heinz-Ludwig Bücking als Vorsitzender des Arbeitskreises die Arbeiten. „Wir legen den Göpel nur trocken.“ Denn nicht zuletzt eindringende Feuchtigkeit hatte dem Bau in den vergangenen Jahren zugesetzt. So sehr, dass die Holzkonstruktion seit 2017 für Besucher geschlossen ist.

Der Einsatz des Fördervereins für den Erhalt des Göpels hat einen doppelten Grund. Denn erstens setzen sich die Mitglieder grundsätzlich für die Pflege der Bergbau-Geschichte im Ruhrgebiet ein, und zweitens ist der Pferdegöpel zur Bundesgartenschau 1991 auf Initiative des Vereins entstanden.

Beginn des Tiefbaus in Dortmund

Er erinnert an ein bedeutendes Stück Dortmunder Bergbau-Geschichte. Denn im Gebiet des heutigen Westfalenparks wurde der Übergang zum Tiefbau vollzogen, um Steinkohle zu gewinnen. Sie wurde hier ab 1812 mit Hilfe von Pferden, die eine Haspel antrieben, zu Tage gefördert. Der Pferdegöpel ist ein originalgetreuer Nachbau, der dieses besondere Kapitel der Bergbau-Historie dokumentiert.

Lange Zeit war unklar, ob der marode Pferdegöpel ganz verschwinden muss oder saniert werden kann. Im September 2019 gab die Stadt schließlich grünes Licht für die Rettung und gab ein Sanierungskonzept bei einem Architekturbüro in Auftrag.

Keine Handwerksfirma wollte bisher den Auftrag übernehmen

Das Problem ist: Bislang konnte keine Handwerksfirma gefunden werden, die die Sanierung in Angriff nimmt. Eine erste Ausschreibung der Arbeiten war erfolglos, weil sich kein Bieter fand, berichtet Bücking. Zwischenzeitlich kam die Sanierung dann auf die Corona-Streichliste der Verwaltung.

Da steht sie jetzt nicht mehr, freut sich Bücking. Die Sanierung wird von der Stadt erneut ausgeschrieben. Ziel sei, dass die Sanierungsarbeiten im Frühjahr nächsten Jahres starten können, erklärt Stadtsprecherin Anke Widow. Die Mitglieder des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten hoffen, mit ihrer „Trockenlegung“ eine gute Basis dafür geschaffen zu haben.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich
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