Dortmunder Wohnungsunternehmen stellen Lösungen für Mieter in finanzieller Not in Aussicht

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Angst um den Job und Angst davor die Wohnung zu verlieren. Das Coronavirus setzt die „normalen“ Regeln außer Kraft. Die Dogewo21 und der Spar- und Bauverein reagieren nun darauf.

Dortmund

, 26.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentum verpflichtet, heißt es so schön. Aber auch wer Eigentum anderen zur Verfügung stellt, hat Verpflichtungen. Eine davon sei, den Mietern auch in Krisenzeiten zur Seite zu stehen, sagen Dogewo21 und Spar- und Bauverein.

Die beiden großen Wohnungsunternehmen haben in Dortmund zusammen über 28.000 Wohnungen. Dazu kommen noch über 500 gewerblich genutzte Objekte, die in der Vermietung stehen.

Auch in Krisenzeiten da

Die Mitarbeiter bekämen hautnah mit, welche Sorgen und Nöte die Mieter umtreiben. Daher haben der Vorsitzende des Spar- und Bauvereins, Franz-Bernd Große-Wilde und der Dogewo21-Geschäftsführer Klaus Graniki jetzt gemeinsam erklärt, ihre Mieter auch in den jetzigen Krisenzeiten nicht im Regen stehen zu lassen.

Eines der großen Themen ist hier die Mietbelastungen von Unternehmern in finanziellen Notlagen – jetzt ausgelöst durch die Coronavirus-Krise. Wie gehen die Wohnungsunternehmen damit um?

Eine Mietobjekt des Spar- und Baugenossenschaft. Wenn die Miete drückt, soll es Lösungen geben.

Eine Mietobjekt des Spar- und Baugenossenschaft. Wenn die Miete drückt, soll es Lösungen geben. © Privat

„Es dreht sich meistens um klassisches Kleingewerbe in Wohngebieten“, sagt Klaus Graniki (Dogewo). „Die sind nun besonders betroffen. Egal ob es sich um einen Kiosk oder um ein kleines Restaurant handelt“.

Keine gewerblichen Mieter verlieren

Es habe bei beiden Wohnungsgesellschaften schon Anfragen gegeben, was passiere, wenn man seine Miete nicht mehr stemmen könnte. „Wir können da nur sagen, wir wollen keine Mieter verlieren und es wird Lösungen geben“, so Graniki. Gleiches gelte auch für den Spar- und Bauverein.

Klaus Graniki von der Dogewo 21.

Klaus Graniki von der Dogewo 21. © Schaper

„Das ist ein grundsätzliches Thema, das wir aber auch sonst haben und ohnehin in vielen individuellen Vereinbarungen abmildern, nur erwarten wir es diesmal in einer anderen Intensität“, sagt Franz-Bernd Große-Wilde. „Aber wir sind sehr substanzstark trotz der schwierigen Situation. Uns trifft es - aber es lässt Unternehmen wie unsere nicht in eine Schieflage geraten.“

Neubauten werden sich verzögern

Zwar werde es bei der Fertigstellung von Neubauten Verzögerungen geben, aber was die Beseitigung von akuten Schäden an den vermieteten Objekten angehe, haben man einen stabilen Apparat von Geschäftspartnern, dass bei Notsituationen das Unternehmen reagieren könne.

Franz-Bernd Große-Wilde vom Spar- und Bauverein.

Franz-Bernd Große-Wilde vom Spar- und Bauverein. © Roland Baege

Aber was kann es für Lösungen geben, wenn ein Mieter die Miete im Moment nicht aufbringen kann? „Wir wollen die Existenz beispielsweise der kleinen Läden nicht durch Mietbelastung kaputtmachen. Da sind beide Wohnungsgesellschaften gefragt Lösungen zu finden. Das können wir aber nur gemeinsam mit den Betroffenen. Deshalb ist in so einem Fall immer der Dialog mit uns angesagt“, sagt Klaus Graniki.

Lösungen werden gefunden

Es sei aber wichtig, frühzeitig Kontakt aufzunehmen, wenn finanzielle Schwierigkeiten auftreten. Da kann es beispielsweise um Ratenzahlung gehen. „Oder eine Mietstreckung, um so die Belastungen abzumildern. Es kann aber auch über sogenannte Überbrückungsfonds vom Staat gehen, mit denen wir unsere Mieter auch finanzielle Unterstützung erhalten sollen. Da ist neben uns Wohnungsunternehmen auch die Politik gefragt“, sagt Franz-Bernd Große-Wilde.

Nur, und das ist bei beiden Wohnungsgesellschaften wichtig: Der Mieter muss sich mit dem Vermieter in Verbindung setzen und das Gespräch suchen. Dann gäbe es auch Lösungen.

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