Helma Huste verlässt das Frauenzentrum Dortmund nach vielen Jahren

dzRuhestand

In rund 40 Jahren hat sich das Frauenzentrum Dortmund von einer Art Nachbarinnenhilfe zu einem Sozialdienstleister entwickelt. Eine der Macherinnen geht nun von Bord.

Huckarde

, 25.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stellenanzeige Anfang Oktober war ziemlich groß. Die Liste der Aufgaben ist recht lang und die Liste der Anforderungen ebenfalls. Das Frauenzentrum Dortmund, längst einer der wichtigsten Sozialdienstleister in Dortmund, sucht einen neuen hauptamtlichen, geschäftsführenden Vorstand.

Helma Huste, die seit vielen Jahren das Frauenzentrum in einem Führungs-Duo zusammen mit Friederike Groß-Böcker leitet, wird im kommenden Jahr in den Ruhestand gehen.

Lila Latzhosen in Huckarde

In der Zeit ihrer Geschäftsführung machte das Frauenzentrum eine enorme Entwicklung mit. Das Frauenzentrum entstand 1980 in der Hochzeit der Frauenbewegung in Deutschland, die in den 70er-Jahren durch den Kampf gegen den Abtreibungs-Paragraphen 218 an Schwung gewonnen hatte.

„Man nannte uns damals das Lila-Latzhosen-Zuhause“, erinnert sich Helma Huste an diese Zeit. Das Frauenzentrum hatte immer auch einen sehr pragmatischen Ansatz, Frauen zu unterstützen.

Am Anfang standen Vorträge über Familienpflege

Helma Huste zum Beispiel kam damals als Gastdozentin in das Haus an der Arthur-Beringer-Straße. Die Krankenschwester bot Bildungsveranstaltungen zum Themenbereich Familienpflege an. Sie engagierte sich immer mehr, übernahm weitere Aufgaben und landete schließlich im Vorstand des Vereins.

Der Verein mit tatkräftigen Ehrenamtlern hat sich im Lauf der Zeit zum Unternehmen mit Angestellten entwickelt, vom Frauenzentrum Huckarde zum Frauenzentrum Dortmund.

Jetzt werden Familienpfleger ausgebildet

Es gibt nicht mehr nur Vorträge zur Familienpflege, jetzt werden Familienpfleger ausgebildet. Und im Auftrag von Krankenkassen setzt die Frauenhilfe ihre Familienpfleger nun ein, um Väter und Mütter zu unterstützen.

Genauso professionell organisiert das Frauenzentrum seinen Seniorenbegleitdienst, das spendenfinanzierte Spielemobil, die Erwerbslosenberatungsstelle „Wendepunkt“ und sogar die Trägerschaft für die Kita Abenteuerland an der Fuchtey-Straße.

Nachfolgerin soll innovativ bleiben

Im Laufe der Zeit ist das Frauenzentrum damit zu einem Arbeitgeber für über 100 Menschen geworden. Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs? „Man muss immer innovativ bleiben“, sagt Helma Huste. „Man muss immer ein Gefühl für die aktuellen Bedarfe in der Gesellschaft haben.“

Und das ist es auch, was sie ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg gibt: Immer offen für den Wandel zu sein. Helma Huste wird noch bis September 2021 in Huckarde tätig sein.

Die Stellenanzeige ist also ziemlich früh erschienen. „Führungs-Personen auf diesem Niveau haben manchmal lange Kündigungs-Fristen“, erklärt Helma Huste dieses Vorgehen. Sie wird mit großer Freude in ihr letztes Jahr im Frauenzentrum Dortmund gehen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt