Heizöl ausgelaufen: Zufluss der Emscher verunreinigt

dzRüpingsbach

Der Rüpingsbach in Dortmund ist mit Heizöl verunreinigt. Von hier fließt das Wasser in Richtung Emscher weiter – vorbei an einem großen Klärwerk.

Barop

, 06.12.2019, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu sehen war der Ölfilm auf dem Wasser im Rüpingsbach noch am Freitagmittag (6.12.). Am Abend zuvor war Heizöl in diesen Nebenarm der Emscher geflossen.

Die Feuerwehr bestätigt auf Anfrage, dass sie am Donnerstagabend gegen 18.30 Uhr zur Straße Am Spörkel in Dortmund-Menglinghausen ausrücken musste. „In einem Seitenarm des Rüpingsbaches hat es einen Rohrbruch gegeben und verunreinigtes Wasser ist ausgelaufen“, sagt Feuerwehrsprecher André Lüddecke.

Die Feuerwehr hat eine Ölsperre eingerichtet

Ein Schnelltest an einer Wasserprobe habe ergeben, dass auch Heizöl ausgetreten war. Sofort hat die Feuerwehr die Einlaufstelle abgedichtet, Bindemittel auf dem Wasser verteilt und eine Ölsperre eingerichtet, damit kein weiteres Öl in den Rüpingsbach fließen konnte. „Die Ölsperre hält zu 99,8 Prozent dicht, die akute Gefährdung haben wir unterbunden“, so Lüddecke.

Alles Weitere sei jetzt Aufgabe der Stadt Dortmund. Das Umweltamt und die Untere Wasserschutzbehörde wurden umgehend informiert. Eine Anfrage dieser Redaktion bei der Stadt läuft.

Heizöl ausgelaufen: Zufluss der Emscher verunreinigt

Im roten Kreis zu sehen: Der Heizölfilm auf der Wasseroberfläche des Rüpingsbaches. © Michael Nickel

Ein Spaziergänger hatte die Redaktion via Mail am Freitag auf den Ölfilm aufmerksam gemacht. „Gestern Abend bemerkte ich bei einem Spaziergang von der Stockumer Straße am Bach entlang zur Ostenbergstraße einen beißenden Petroleumgeruch“, schreibt der Mann.

Das nasskalte Wetter hält den Ölgeruch in der Luft

Am Freitagmittag hatte sich der Ölgeruch zumindest im Bereich der Stockumer Straße verzogen. Das nasskalte Wetter sorge aber dafür, dass sich die Verdampfung des Öls verzögere und der Geruch sich dadurch länger halte, erklärt André Lüddecke.

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Das Öl, das es am Donnerstag noch in den Rüpingsbach geschafft hatte, floss am Freitag langsam weiter in Richtung Emscher. Der Ölfilm glänzte mitunter in Regenbogenfarben.

„Wir wissen noch nicht, wo es herkommt“, sagt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft. Die hatte den Rüpingsbach und die Emscher in den vergangenen Jahren renaturiert und betreibt auch das Klärwerk in Deusen.

Da die Emscher vom Phoenix-See in Richtung Norden und am Ende in den Rhein fließt, sei der Phoenix-See nicht von der Verunreinigung betroffen, so Abawi.

Das Trinkwasser ist nicht betroffen

Auch um das Trinkwasser müssten sich die Dortmunder keine Sorgen machen. Denn die Kläranlage in Deusen säubert das Abwasser aus dem Kanalnetz und leitet das gereinigte Wasser dann in die Emscher. Trinkwasser wird hier nicht zur Verfügung gestellt.

Heizöl ausgelaufen: Zufluss der Emscher verunreinigt

Der Weg entlang des Rüpingsbaches ist bei Spaziergängern beliebt. © Michael Nickel

Und falls es das Heizöl noch mehrere Kilometer flussaufwärts schaffen sollte: „Im Rhein kommt davon nichts an“, so Abwai. Auf dem Weg liegen noch zwei Kläranlagen, die das Wasser der Emscher reinigen. So oder so: „Öl hat eine störende Wirkung auf den Klärprozess.“

Über die eingeflossene Menge und das Ausmaß der Verunreinigung des Rüpingsbaches hat die Emschergenossenschaft noch keine genauen Informationen. „Öl im Gewässer ist nie gut. Sowas darf nicht passieren“, sagt Abawi.

„Das wäre katastrophal“, sagt der BUND

Klar sei, dass das Heizöl an einer Stelle eingelaufen sei, die schwer zu erreichen ist. Vermutlich müsse sich die Emschergenossenschaft den Weg freischneiden, um das gestaute Öl vor der Sperre abzupumpen. „Als nächstes müssen wir Wasserproben nehmen und prüfen, wo das Öl ist“, sagt Abawi.

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Thomas Quittek vom BUND ist am Freitagmorgen von mehreren Anwohnern auf das Öl-Problem angesprochen worden und hat die Wasserschutzbehörde informiert. „Mein erster Gedanke war: Die Organismen im Gewässer könnten stark betroffen sein.“

Eisvögel, die laut Quittek am Rüpingsbach vorkommen sollen, ernähren sich unter anderem von Fischen, die darin schwimmen. „Das wäre katastrophal.“ Quittek könne noch nicht sagen, inwieweit die Ökologie nun beeinträchtigt ist. „Es kommt immer auf die Konzentration an. Wichtig ist, die Quelle zügig zu ermitteln.“

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