„Heißer Hoeschianer“ als Name für den Gartenstadt-Radweg? Nicht mit der Hörder Politik

dzGartenstadtradweg Dortmund

Eigentlich ging es in der Bezirksvertretung Hörde nur darum, Geld für zwei Infotafeln am Gartenstadt-Radweg zur Verfügung zu stellen. Doch am Ende kam es zu einem ganz anderen Beschluss.

Hörde

, 18.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Noch steht der geplante Gartenstadtradweg gar nicht, über seinen Namen wird aber schon heiß diskutiert. „Heißer Hoeschianer“, so der Titel der geplanten Verbindung zwischen Westfalenhütte und Phoenix-See, die 2020 eröffnet werden soll.

Für die beste Idee gab es 300 Euro

Der Name ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, den die Stadt 2018 ausgerufen hatte. Bürger konnten Vorschläge einreichen, eine fünfköpfige Jury traf die Entscheidung. Der Gewinner erhielt 300 Euro Preisgeld. Der Name „Heißer Hoeschianer“ beziehe sich auf das flüssige Eisen, das von den Hoesch-Hochöfen nach Phoenix geschickt wurde, teilte er mit. Der Radweg führe, wie beim Flüssigeisen, zum Schwitzen. Der Radweg soll auf der ehemaligen Hoeschbahn-Trasse verlaufen, die mit dem Ende der Stahlproduktion funktionslos geworden ist. Für den Ausbau ist der Regionalverband Ruhr (RVR) zuständig, der die Trasse gekauft hat.

In der Bezirksvertretung Hörde war der „Heiße Hoeschianer“ am Dienstag (14. Mai) Thema. Eigentlich sollte es nur um einen Zuschuss von 800 Euro für zwei Infotafeln auf Hörder Gebiet gehen, den die SPD beantragt hatte. Doch schnell entwickelte sich eine Diskussion um etwas anderes. „Der Name sollte aus dem Antrag gestrichen werden“, sagte Michael Depenbrock (CDU). Die anderen Lokalpolitiker stimmten ihm zu.

Werner Sauerländer, der den Antrag der SPD unterzeichnet hatte, erklärte, dass der „Heiße Hoeschianer“ an verschiedenen Stellen für Unmut gesorgt habe: „Hoffentlich ist das nur ein Arbeitstitel.“ Die Namensgebung solle wohl noch korrigiert und Fachleute in einem neuen Prozess einbezogen werden. So wie der Hörder Heimatforscher Willi Garth. „Ich finde den Namen daneben“, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion. Auch Dr. Karl Lauschke, Vorstand des Vereins Freunde des Hoesch-Museums, soll befragt werden. Er saß am Dienstag zeitgleich in der ebenfalls zuständigen Bezirksvertretung Innenstadt-Ost und sagte: „Wir sind mit dieser Bezeichnung für den Gartenstadt-Radweg nicht einverstanden.“

Der RVR wundert sich über die aktuelle Diskussion

RVR-Pressesprecher Jens Hapke wundert sich aufgrund der aufwendigen Namensfindung über die aktuelle Diskussion. „Bei uns in Essen ist das noch nicht angekommen.“ Für den RVR sei der „Heiße Hoeschianer“ erst einmal gesetzt. Dass man sich aber gegen einen anderen Namen sperren würde, wenn es hart auf hart kommt, kann sich der RVR-Sprecher nicht vorstellen.

Die Bezirksvertretung Hörde jedenfalls verabschiedete den Antrag zur Aufstellung der Infotafeln mit dem Zusatz, dass der Gartenstadtradweg „auf keinen Fall ‚Heißer Hoeschianer‘ heißen soll“.

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