Heinz Geltenpoth: Der Erfinder der Kirchlinder Kult-Konzerte wird 90

90. Geburtstag

Als Schulleiter, Musiker und Pfarrgemeinderat hat ein Mann aus Eving den Ortsteil Kirchlinde und seine Bewohner geformt, berührt und geprägt. Am 15. Mai wird Heinz Geltenpoth 90 Jahre alt.

Kirchlinde

, 15.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Aufzeichnungen der offenen Singen in Kirchlinde von Heinz Geltenpoth wurden zuerst auf Kassette veröffentlicht. Heute gibt es Kopien auf CD.

Die Aufzeichnungen der offenen Singen in Kirchlinde von Heinz Geltenpoth wurden zuerst auf Kassette veröffentlicht. Heute gibt es Kopien auf CD. © Holger Bergmann

Vor allem mit einer Idee ist Heinz Geltenpoth bis heute in den Erinnerungen zahlreicher Kirchlinder immer noch präsent: Mit dem offenen Singen zur Weihnachtszeit in der Kirchlinder St.-Josef-Kirche.

Aber auch wer Heinz Geltenpoth in seiner Glanzrolle als Dirigent dieser warmherzigen Veranstaltungen nicht selbst erlebt hat, dem ist er dennoch ein Begriff. Denn die Tonaufzeichnungen dieser Konzerte kursieren immer noch in Kirchlinder Haushalten.

Begeistert und ohne jeden Druck singende Kinder im Vorsinge-Chor, eifrig mithaltende Angehörige im Publikum und eine heitere Stimmung, das waren die Zutaten, die die Veranstaltungen in der kollektiven Erinnerung legendär gemacht haben.

Erste Konzerte im Peters-Dom

Über 30 Jahre lang hat Geltenpoth diese offenen Singen organisiert und geleitet. Ihren Anfang hatten diese späteren Kult-Konzerte aber in einer dunklen Zeit für die katholische Gemeinde Kirchlinde. Die St.-Josef-Kirche musste dringend renoviert werden und stand den Gläubigen drei Jahre nicht offen.

Konzerte und Gottesdienste fanden in einer Scheune von Bauer Peters statt. Die Scheune steht heute nicht mehr, ist jedoch als „Peters-Dom“ in Erinnerung geblieben.

Das waren die Sorgen des Kirchenmusikers Heinz Geltenpoth. Die Sorgen des Schulleiters Heinz Geltenpoth waren nicht weniger bedrückend. Im Januar 1968 wurde Geltenpoth an die Widey-Grundschule versetzt: „Der Schulrat sagte bei der Übergabe der Urkunde: Herzliches Beileid“, berichtet Geltenpoth.

Unterricht im Drei-Schicht-Betrieb

Damals wurde gerade die Großsiedlung an der Siepmannstraße gebaut, in der Geltenpoth selbst das letzte verfügbare Eigenheim ergattern konnte. Kirchlinde hatte plötzlich viele junge Familien und viele Kinder.

In der Widey-Grundschule gab es zu der Zeit 24 Schulklassen mit jeweils oft mehr als 50 Schülern. Und zwar in acht Klassenräumen. Wie das möglich war? Durch einen dreischichtigen Unterrichtsplan. Einige Schüler kamen morgens, andere mittags, weitere erst am Nachmittag.

Jedes Jahr ein Konzert in St. Josef

In direkter Zusammenarbeit mit dem damaligen Bürgermeister Willi Reinke erreichte Geltenpoth den Bau der Beton-Pavillons, die noch heute stehen. Bereits damals kämpfte Geltenpoth auch um den Bau einer Turnhalle. Doch über die wird noch heute diskutiert, gebaut wurde sie nie. Dieses Ziel blieb unerreicht.

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Auch auf einem zweiten musikalischen Gebiet sorgte Geltenpoth für etwas Glanz in Kirchlinde. Dank guter Beziehungen gab es während seiner Zeit als Leiter des Kirchenchores in jedem Jahr ein Konzert mit den Dortmunder Philharmonikern.

„Wir haben dreimal den Messias gespielt“, sagt Geltenpoth. Daran denkt er kurz vor seinem 90. Geburtstag besonders gerne zurück.

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