Heimatverein verbindet mit Mengede-Bierdeckeln Tradition und moderne Technik

dzGeschichte

Der Heimatverein Mengede hat eine besondere Bierdeckel-Serie aufgelegt, die die Identifikation mit dem Stadtteil und das Wissen über ihn stärken soll.

Mengede

, 21.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bierdeckel haben eine lange Tradition. Die Geschichte dieses Untersetzers, mit dem man Tische vor Verschmutzung schützen wollte, geht bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurück.

Beim Heimatverein Mengede ist sie allerdings gerade mal eineinhalb Jahre alt. Doch für den Verein erfüllt der Bierdeckel inzwischen viel mehr Funktionen, als Kondenswasser und überschäumende Flüssigkeit aufzusaugen.

Es begann mit der Idee, den Gästen im Heimathaus statt der Reklamedeckel der Brauereien einen heimattypischen Untersetzer anzubieten. Was lag da näher, als eben dieses Heimathaus, das in seinen Wurzeln die älteste Gaststätte Mengedes ist, auf der Vorderseite abzubilden.

Vorne Heimat, hinten QR-Code

Die Rückseite schmückt ein QR-Code, der per Smartphone eine direkte Verbindung zu einem Informationstext zur Heimathausgeschichte herstellt, den Heimatkundler Franz-Heinrich Veuhoff verfasst hat. Diese Deckel wurden zum Renner. Sehr schnell weitete der Heimatverein die anfängliche Idee aus.

Jetzt lesen

An mehreren Häusern, Sehenswürdigkeiten und Kunstwerken im Stadtbezirk prangen inzwischen QR-Code-Schilder. Zu allen hat Veuhoff die passenden Texte verfasst. Da war der Schritt zu einer konzertierten Bierdeckelaktion nicht mehr weit.

Der Verein stellte sein Projekt dem NRW-Heimatministerium vor und erhielt die volle Zustimmung des Ministeriums. Das stellte einen „Heimatscheck“ in Höhe von 2000 Euro aus. Von den Fördermitteln sind 16 Deckel mit Motiven wie der Alten Apotheke, dem Mengeder Amtshaus und dem Mengeder Heimatwald bedruckt worden.

Apotheker Wilhelm Tackenberg und seine Mitarbeiterin Antje Niederhäuser begutachten die Bierdeckel mit ihrer Alten Apotheke.

Apotheker Wilhelm Tackenberg und seine Mitarbeiterin Antje Niederhäuser begutachten die Bierdeckel mit ihrer Alten Apotheke. © Diethelm Textoris

Der Vereinsvorsitzende Hans-Ulrich Peuser hat zuletzt jeweils 500 Stück an Gebäudeeigentümer, den Bezirksbürgermeister oder mit den Motiven besonders verbundene Personen verteilt, die als Multiplikatoren dienen sollen.

Deckel sind mehr als Untersetzer

„Damit wollen wir erreichen, dass die Deckel zu den wirklich interessierten Bürgern kommen“, erklärt Peuser. „Sie sollen ja nicht nur als Untersetzer dienen, sondern auch die Kenntnisse über den Stadtbezirk vertiefen und die Identifikation mit unserer Heimat fördern.“

In Arbeit sind vier weitere Objekte mit den Motiven Emscherauen, dem Haus Drucks von Dieter Linde als ältestes Geschäft vor Ort und den Heckrindern im Siesack. Besonders wichtig ist dem Heimatverein die Laurentius Kapelle kurz hinter der Stadtgrenze zu Waltrop, um zu zeigen, das trotz der Auseinandersetzungen um das geplante Industriegebiet „Im Dicken Dören“ Brücken und freundschaftliche Beziehungen nach Waltrop und den dortigen Heimatfreunden bestehen.

Angeboten wird zukünftig auch eine Sammelbox mit allen 20 Deckeln, die für 10 Euro beim Heimatverein zu kaufen ist.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt