Heimatkalender erzählt kuriose Geschichte(n): „Ordnungsamt hätte Herzinfarkt bekommen“

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Der Fokus des neuen Heimatkalenders liegt diesmal auf Gebäuden, die weniger bekannt sind. Aber auch historische Kirmesfotos und Bilder eines besonderen Karnevalsumzugs finden sich darin.

Lütgendortmund

, 06.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Foto-Archiv von Heimatforscher Wilhelm Mohrenstecher hält viele Schätze bereit. Alle Jahre wieder wandern einige davon in seinen Heimatkalender. Zum zweiten Mal ist der Verein „Heimatmuseum Lütgendortmund“ Mit-Herausgeber.

Bekannte Bauten wie Kirchen oder das Amtshaus haben Mohrenstecher und Co. für den Lütgendortmunder Heimatkalender 2020 diesmal links liegen lassen. „Dafür stehen weniger bekannte Gebäude im Fokus“, erklärt Wilhelm Mohrenstecher. Aber auch so manch Kurioses erfährt man beim Blättern.

Gastwirtschaft mit Tennisplatz

So hat es zum Beispiel die ehemalige Gastwirtschaft von Heinrich Kleffmann am Lütgendortmunder Hellweg in die aktuelle Ausgabe geschafft. Dank des neuen Kalenderformats ist mehr Platz als sonst für erklärende Texte. So erfährt man unter anderem, dass zum Lokal tatsächlich ein Tennisplatz gehörte, auf dem bis in die 1940er-Jahre gespielt wurde.

Interessant ist auch der Blick in einen Mini-Supermarkt aus den 1960er-Jahren. Die Firma Lorenz Peine eröffnete ihn als ersten so genannten „VeGe“-Supermarkt in einem Anbau an der Limbecker Straße 25. Waren in Freiwahl, einkaufen mit Einkaufswagen und Körben – das war ein neues Einkaufserlebnis. Der Markt hatte eine Verkaufsfläche von nur 120 Quadratmetern.

Einzigartiger Karnevalsumzug im Jahr 1968

Wilhelm Mohrenstecher und sein Kalender-Team berücksichtigen aber auch besondere Ereignisse: etwa den einzigartigen Dortmunder Karnevalsumzug von 1968, der aufgrund des 80-jährigen Bestehens der Lütgendortmunder Karnevalsgesellschaft „Kiek es drin“ ausschließlich durch Lütgendortmund zog.

Das August-Kalenderblatt gehört der Bartholomäus-Kirmes, die 2020 zum 661. Mal stattfinden wird. Zu sehen sind Bilder aus den 1960er-Jahren. „Das Ordnungsamt hätte einen Herzinfarkt bekommen“, sagt Wilhelm Mohrenstecher und grinst. Was er meint: „Damals lief die Kühlung noch über Stangeneis.“

Interessant ist auch die schicke Kleidung der Kirmesbesucher. Die Erklärung: „Damals war es üblich, die Kirmes noch im Kostüm und im Anzug zu besuchen.“

Kirmes-Plakat ohne Daten

Auch das Plakat für die 661. Bartholomäuskirmes ist abgebildet. „Aber ohne Daten, nur mit den vier Wochentagen“, so Mohrenstecher. Der Grund: In diesem Jahr waren auf dem Plakat die Daten verrutscht, das hatte vor allem auf Facebook für ein wenig Heiterkeit gesorgt.

Der Kalender erscheint in einer Auflage von 2500 Stück und liegt ab sofort in der Drogerie Zimmermann, im Café Blickpunkt und in der Lütgendortmunder Filiale der Volksbank Dortmund-Nordwest zur kostenlosen Mitnahme aus.

Wie immer sind im Kalender alle wichtigen Lütgendortmunder Termine eingetragen.

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2020 wird „870 Jahre Lütgendortmund“ gefeiert

Rot anstreichen sollte man sich schon einmal den 8., 9. und 10. Mai 2020: Dann wird nicht nur das Dorffest, sondern auch „870 Jahre Lütgendortmund“ gefeiert.

Hauptsponsoren des Lütgendortmunder Heimatkalenders sind die Volksbank Dortmund-Nordwest, das Klinikum Westfalen und die Brauerei Brinkhoffs.

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