Hecker-Uhr in Hombruch wieder auf der Höhe der Zeit

dzAn der Harkortstraße

Zuletzt konnte man auf ihren vier Seiten drei verschiedene Zeiten ablesen. Am Donnerstag, 12 Uhr, sollte die Hecker-Uhr in Hombruch wieder richtig ticken. Doch daraus wurde nichts. Sie war spät dran.

Hombruch

, 28.05.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwölf Uhr: Dann, wenn beide Zeiger oben stehen, sollte das neue Zeitalter für die Hecker-Uhr an der Ecke Harkortstraße/Deutsch-Luxemburger Straße an diesem 28. Mai beginnen. Daraus wurde allerdings nichts. Die Uhr war spät dran, wie so oft in den letzten Jahren. Aber dieses Mal lag es nicht an der Uhr, sondern an einem Laster.

Der sollte die generalüberholte Uhr aus Dorsten nach Dortmund-Hombruch bringen. Allerdings verweigerte das Fahrzeug am Morgen seinen korrekten Dienst, es gab eine Reifenpanne. Die Uhr musste warten.

Mittags um 12 Uhr war die Hecker-Uhr an der Harkortstraße nur „ein Strich in der Landschaft“. Sockel und Mast standen, die Uhr fehlte. Sie hatte Verspätung. Dennoch waren Bezirksbürgermeister Hans Semmler (r.) und Franz Schulz, Bereichsleiter bei der Dortmund Agentur, guter Dinge. Sie mussten nur etwas länger warten.

Mittags um 12 Uhr war die Hecker-Uhr an der Harkortstraße nur „ein Strich in der Landschaft“. Sockel und Mast standen, die Uhr fehlte. Sie hatte Verspätung. Dennoch waren Bezirksbürgermeister Hans Semmler (r.) und Franz Schulz, Bereichsleiter bei der Dortmund Agentur, guter Dinge. Sie mussten nur etwas länger warten. © Britta Linnhoff

Am Nachmittag schließlich war sie wieder an ihrem angestammten Platz. Ein Vierteljahr war die Uhr weg von diesem Fleck hier an der Ecke Harkortstraße/Deutsch-Luxemburger Straße, direkt an der U-Bahnstation.

Für viele Fahrgäste war die Uhr – auch im Zeitalter des Smartphones – immer wieder einen Blick wert. In den letzten Monaten hatte der allerdings eher zur Verwirrung als zur Orientierung beigetragen – denn die Uhr ging falsch, und zwar so richtig: Man konnte auf ihren vier Seiten gleich drei unterschiedliche Zeiten ablesen.

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Nun also soll alles wieder gut sein. Mit der Firma Diegner und Schade in Dorsten fanden sich Fachleute, die die Uhr wieder auf Vordermann bringen konnten. Die Suche nach Leuten, die das können, sei gar nicht so einfach gewesen, erzählt Frank Schulz von der Dortmund Agentur.

Die Agentur ist für den Betrieb der Uhr verantwortlich. Bezirksbürgermeister Hans Semmler beeilt sich, schnell zu versichern, dass es nicht Schuld der Dortmund Agentur sei, dass die Uhr so lange weg gewesen sei. „Herr Schulz hat sich unglaublich gekümmert“, sagt er, „und ich bin ihm echt mit meinen Nachfragen auf die Nerven gegangen“, sagt er. Bereits vor einem Jahr hatte Hans Semmler darauf hingewiesen, dass die Uhr nicht mehr mit der Zeit geht.

Hier steht noch die Leiter – aber die Uhr war schnell montiert.

Hier steht noch die Leiter – aber die Uhr war schnell montiert. © Britta Linnhoff

Frank Schulz, selbst im Stadtbezirk zuhause, hat ihm die vielen Nachfragen ganz offensichtlich nicht übel genommen. Die beiden Männer freuen sich bei dem Ortstermin, dass die Uhr endlich kommen soll – auch wenn sie um 12 Uhr umsonst warteten.

Schulz: „Wir haben seinerzeit mehrere Firmen angeschrieben, aber einige haben angesichts der 30 Jahre alten Technik gleich abgewunken“, erzählt er. Eine Firma habe von einem Mitarbeiter berichtet, der das noch könne, aber der sei nun mal gerade in Rente gegangen.

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Schließlich hatte Hans Semmler die rettende Idee: Er erinnerte sich an die Dorstener Firma, die sich auch um die Uhr am Turm der evangelischen Kirche gekümmert habe. Die Dorstener sagten zu, die Uhr wieder flott zu machen. Dass es nun ein Vierteljahr geworden sei, sei auch Corona geschuldet, sagt Frank Schulz. Es habe auch hier Verzögerungen in der Lieferkette gegeben.

Hier liegt die Uhr noch auf dem Transporter, wenig später stand sie wieder da, wo sie hinsoll.

Hier liegt die Uhr noch auf dem Transporter, wenig später stand sie wieder da, wo sie hinsoll. © Britta Linnhoff

Rund 5000 Euro hat die Dortmund Agentur in die Uhr, die die Firma Hecker 1994 den Hombruchern spendete, investiert. Hecker ist heute in Aplerbeck, die Uhr blieb. Aber mit der Zeit hatte sie so ihre Probleme, eine Reparatur wurde unumgänglich. Nun also ist die Uhr wieder auf der Höhe der Zeit, generalüberholt, teils mit handgefertigten Ersatzteilen.

Mit wenigen Handgriffen war die Uhr wieder fest an ihrem richtigen Platz.

Mit wenigen Handgriffen war die Uhr wieder fest an ihrem richtigen Platz. © Britta Linnhoff

Und sie gewinnt an Bedeutung. Frank Schulz: „Wir haben noch knapp 50 sogenannte Werbeuhren im gesamten Stadtgebiet. Die aber werden wir im Juli abbauen. Die sind einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Die Hecker-Uhr in Hombruch wird bleiben – genauso wie die schöne Uhr an der Möllerbrücke und die an der Schlanken Mathilde in Hörde.

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