Brand-Katastrophe in Kley wiederholt sich: Ein Feuerwerkskörper könnte Schuld sein

Tragödie in Kley

An Weihnachten ist die Wohnung von Familie O. dem Feuer zum Opfer gefallen. Eine Woche später brannte der Keller desselben Hauses. Für die Familie gibt es jetzt ein Benefiz-Fußballspiel.

Kley

, 03.01.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Brand-Katastrophe in Kley wiederholt sich: Ein Feuerwerkskörper könnte Schuld sein

Vor dem Haus an der Steinhammer Straße liegen halb verbrannte Schuhe und Kleidung. © Carolin West

Der erste Weihnachtsfeiertag (25.12.2019) endete für Familie O. (vollständiger Name der Redaktion bekannt) in einer Katastrophe: Am späten Nachmittag geriet der Stromkasten im Flur des Mehrfamilienhauses an der Steinhammerstraße, in dem Jennifer O. mit ihren drei Kindern (6, 11 und 13) lebte, in Brand.

Das Verheerende: Das Feuer griff auf die Erdgschosswohnung der kleinen Familie über. „Bei uns hat alles lichterloh gebrannt, es ist alles zerstört“, sagte Jennifer O. am Freitag (27.12.).

Eine Woche nach dem ersten Brand dann der Schock: wieder Feuer an der Steinhammerstraße – im selben Haus. „Am Neujahrsmorgen waren dort zwei Löschzüge im Einsatz“, sagt Feuerwehrsprecher Oliver Körner. „Die 42 Kollegen vor Ort hatten den Kellerbrand innerhalb von eineinhalb Stunden gelöscht.“

Feuerwerkskörper könnte den Brand ausgelöst haben

„Da ist man fassungslos“, sagt Pascal Wasgint, ein Freund der Familie O. und Fußballer in der zweiten Mannschaft der DJK Westfalia Kirchlinde. „Das war natürlich ein Schock für Jenny und ihre Kinder.“ Und das gerade jetzt, wo die Familie beginnt, die erste Brand-Katastrophe überhaupt erst zu realisieren.

Grund für den zweiten Brand könnten ein verirrter Feuerwerkskörper oder Pyrotechnik sein. „Wir können das als Brandursache nicht ausschließen“, sagt Polizei-Pressesprecher Peter Bandermann.

Brand-Katastrophe in Kley wiederholt sich: Ein Feuerwerkskörper könnte Schuld sein

Hinter den Fenstern in den oberen Etagen sind noch Blumen und Gardinen zu erkennen. Im Erdgeschoss bei Familie O., wo das Feuer am stärksten wütete, sind die Scheiben voller Ruß. © Carolin West

Die Kellerfenster des Mehrfamilienhauses seien zum Lüften geöffnet gewesen. Durch den Spalt hätte beispielsweise ein Feuerwerkskörper eindringen und das Feuer verursachen können.

Spendenaktion ist erfolgreich

Trotz allem kann Familie O. im neuen Jahr nach vorne blicken. Die Spendenaktion des FC Hellweg Lütgendortmund, unterstützt von der DJK Westfalia Kirchlinde, am Sonntag (29.12.) war ein voller Erfolg. Mehr als 150 Spender waren vor Ort.

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„Kleiderspenden mussten wir sogar irgendwann stoppen“, erzählt Pascal Wasgint. „Dass das so hohe Wellen schlägt, hätte ich nie erwartet – wir haben mehr als 80.000 Menschen über Facebook erreicht und teils sogar Spendenangebote aus Berlin oder Dresden bekommen.“

Trotz des Spendenstopps sei einiges an Kleidung übrig geblieben. Die gehe nun an die Obdachlosenhilfe.

Familie O. hat eine neue Wohnung

Neben Kleider- und Möbelspenden war es für Familie O. besonders wichtig, schnell eine neue Wohnung zu finden. „Ohne die Hilfe ihrer Familie wären die Vier aufgeschmissen gewesen“, sagt Pascal Wasgint.

Der engste Kreis habe Jennifer O. und ihren Kindern sofort Unterschlupf, Unterstützung und Trost geboten. Inzwischen steht jedoch fest: Die Familie kann bald wieder in eine eigene Wohnung ziehen.

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„Die erlösende Nachricht kam am Montag und ist letztendlich über einen privaten Kontakt zustande gekommen“, sagt Pascal Wasgint. Mithilfe der Möbel- und Geldspenden (2000 Euro, Stand 2.1.2020) könne sich die Familie nun dort einrichten. „Ob noch etwas fehlt, wird die Zeit zeigen. Die Familie fängt ja von Null an.“

Vorerst sei Jennifer O. erleichtert, sich bald ein neues Zuhause einrichten zu können. Zudem hat die Fußballmannschaft ihre Sohnes ein Benefiz-Fußballspiel organisiert, um noch mehr zu helfen.

Das Benefiz-Fußballturnier ist am 11. Januar

Am 11. Januar (Samstag) um 14 Uhr lädt der FC Hellweg Lütgendortmund auf sein Vereinsgelände an der Limbecker Straße 70 ein. Die U15 wird gegen die Mannschaft des TuS Freiheit Deusen spielen. Alle Einnahmen gehen an die Familie.

„Ich kann nur hoffen, dass alle Brandopfer eine solche Unterstützung bekommen – zumindest die ihrer Familien“, sagt Pascal Wasgint. „Um Weihnachten und Silvester herum ist ja einiges passiert. Jenny ist auch mit der Familie, deren Haus in Lütgendortmund gebrannt hat, in Kontakt.“

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