Seit acht Jahren spielt die 14-jähirge Yan Li Stannies Handball. Die Torhüterin will es bis in den Bundeskader schaffen. Für Sport und Schule besucht sie ein Internat in Dortmund.

Dortmund

, 31.10.2018, 15:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon in der Grundschule entdeckte Yan Li Stannies den Handball als Sportart für sich. Als Torhüterin bringt sie sich für den Leistungssport in Position: An der NRW-Sportschule im Dortmunder Stadtteil Hörde lernt sie im 9. Schuljahr für das Abitur und trainiert täglich – auch an den Wochenenden – für ein weiteres großes Ziel: Die 14-Jährige will in den Handball-Bundeskader aufgenommen worden. Dafür lebt sie im Sport-Internat am Rombergpark, nicht weit entfernt vom Goethe-Gymnasium. Täglich pendelt sie zwischen Internat, Sporthalle und Klassenzimmer. Nach Hause geht‘s nur an den Wochenenden.

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Yan Li Stannies ist Schülerin des 9. Jahrgangs des Goethe-Gymnasiums in Hörde © Peter Bandermann

Der Alltag in der sportlichen Wohngemeinschaft ist geprägt von Frühstück, Abendessen, Stundenplänen, Hausaufgaben – und viel Sport. Die meisten Goethe-Gymnasiasten wohnen Zuhause bei ihren Eltern. Über 30 Leistungssportler der Schule leben in dem Internat, denn das Angebot in Dortmund ist einzigartig. Die Jungen und Mädchen stammen aus ganz Nordrhein-Westfalen. Stundenplan und Sport sind eng aufeinander abgestimmt. Neben den Klassenzimmern für Mathe & Co. sind die Sporthallen in Hörde und Asseln und ein Leistungszentrum im Münsterland die Lernorte.

Sport auch Wochenende

Für Yan Li geht es am Freitagnachmittag zurück nach Hause. Die 14-Jährige wohnt in Lünen. „Endlich Wochenende! Schnell zum Bus“, heißt es freitags um 13.10 Uhr. Um 13.30 Uhr erreicht sie nach der Schule wieder das Internat. Dann heißt es Mittagessen („Es gibt immer Suppe.“) und packen, bevor es nach Hause geht. Der Samstagmorgen beginnt wieder mit Sport: Stützpunkt-Training ist angesagt. Yan Li fährt nach Ahlen, um im Landesleistungs-Stützpunkt im Münsterland mit den besten Handballspielerinnen Nordrhein-Westfalens zu trainieren. Yan Li arbeitet am Aufstieg in den Bundeskader – das ist ihr großes Ziel am Horizont.

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Besuch in Ahlen: Mindestens einmal im Monat trainieren die besten Jugendspieler aus NRW im Landesleistungsstützpunkt Münsterland. © Privat

Wie sieht der Alltag im Sport-Internat und am Gymnasium aus? Hier Yan Lis Überblick auf sieben Tage im Zeichen des Sports:

Montag

6:00 Aufstehen, obwohl ich keine Lust habe für die Schule fertigmachen; kann mal länger mal kürzer dauern

7:00 Frühstücken; Brot mit Aufstrich

7:20 Los geht´s zum Bus

7:30 Bus kommt wahrscheinlich zu spät, da er so voll ist

7.45 Schule fängt an… man freut sich

13:10 Große Pause, schnell machen, sonst dauert es zu lange in der Cafeteria

15:20 Endlich Schluss, aber in die Halle

15:30 Training: während ich Torwarttraining mit meinen Kolleginnen habe, haben die anderen Techniktraining

17:00 Jetzt zum Krafttraining

17:50 Anstrengendes Krafttraining ist zu Ende, Beeilung

der Bus kommt in 5 Minuten: Also rennen

18:10 Anmelden im Internat und erst einmal duschen

18:40 Essen!

19:20 Evt. Hausaufgaben machen, falls Lust

21:40 Taschen für Dienstag packen und fertigmachen

22:00 Nachtruhe

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Für das Sprumgkrafttraining benutzen wir auch Bänke: Hier geht es ständig auf und ab. © Yan Li Stannies

Dienstag

5:30 Aufstehen, fertigmachen, Sportsachen an

6:30 Essen, auch wenn kein Hunger

6:50 Los zum Bus

7:00 In den halbwegs leeren Bus

7:10 Treffen am Parkplatz an der Schule

7:15 Mit bestelltem Bus nach Asseln

7:45 Aufgeteiltes Training mit Sarah Prumbaum und Zuzana Porvaznikova

8:55 Schluss, schnell duschen gehen

9:15 Abfahrt, Laufzettel für die Note unterschreiben lassen

9:40 An der Schule ankommen und sofort in den Unterricht

13:10 Schulschluss. Beeilung, der Bus kommt in 5 Minuten

13:30 Im Internat ankommen, Taschen abstellen und das von Rewe gelieferte Essen essen

14:00 Hausaufgaben müssen gemacht werden

16:00 Für´s Training fertigmachen

16:20 Los zur U-Bahn

16:30 Bahn kommt; umsteigen und Stück laufen

17:00 Trainingsbeginn

18:30 Schluss, duschen und zum Internat von Kollegin

mitgenommen werden

19:20 Im Internat und erst einmal essen

21:40 Taschen für morgen packen, fertig machen

22:00 Nachtruhe

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Hausaufgaben müssen auch noch sein: Hier geht es um die PQ-Formel zum Lösen von quadratischen Gleichungen. © Yan Li Stannies

Mittwoch

6:00 Aufstehen und fertigmachen

7:00 Essen gehen

7:20 Zum Bus gehen

7:30 Bus nehmen

7:45 Schulanfang, man freut sich

13:10 Schulschluss, los zum Kraftraum

13:20 Erst einmal laufen und dann Kraft

14:30 Trainingsschluss, schnell zum Bus

14:50 Im Internat ankommen, anmelden, essen

15:30 Hausaufgaben machen

16:30 Für das Training fertig machen

16:50 Zur Bahn

17:00 Bahn kommt; umsteigen, laufen

17.30 Trainingsbeginn

19:00 Trainingsschluss, duschen, zur U-Bahn

Umsteigen laufen

20:00 Im Internat, anmelden, essen

21:40 Taschen packen, fertigmachen

22:00 Nachtruhe

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Krafttraining mit BVB-Coach Zuzana Porvaznikova (hinten, rotes T-Shirt): Es werden alle Muskeln mit der Schnellkraft trainiert. © Yan Li Stannies

Donnerstag

5:30 Wecker klingelt, Sportsachen an

6:30 Mit wenig Hunger essen gehen

6:50 Auf geht´s zum Bus

7:00 Bus kommt

7:10 Treffen am Parkplatz

7:15 Auf nach Asseln

7:45 Geteiltes Training, auch was für Torhüter

8:55 Trainingsschluss, Unterschrift und

Bewertung abholen, schnell duschen

9:15 Abfahrt mit dem Bus

9:40 Schule

13:10 Mittagspause

14:30 Schulschluss, schnell zum Bus

14:50 Anmelden im Internat, essen

15:30 Hausaufgaben machen

16:30 fertig machen für´s Training

16:50 zur U-Bahn

17:00 U-Bahn, umsteigen, laufen

17:30 Trainingsbeginn, teilen uns eine Halle mit den älteren BVB-Spielerinnen

19:00 Trainingsschluss, duschen, zur U-Bahn, umsteigen, laufen

20:10 Am Internat, nur noch die 52 Treppen

20:20 Essen

21:40 Tasche packen, fertigmachen

22:00 Nachtruhe

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Pause muss auch mal sein: Schülerinnen aus der Sportklasse hängen ab. © Yan Li Stannies

Freitag

6:00 Aufstehen, fertigmachen

7:00 In die Küche gehen und essen

7:20 Zum Bus gehen

7:30 Bus kommt, laufen

7:45 Schulbeginn

13:10 Wochenende! Schnell zum Bus

13:30 Anmelden und essen, es gibt immer Suppe

14:00 Tasche packen

16:00 U-Bahn zum Hauptbahnhof

16:35 Zug nach Hause

17:10 Bus nehmen, 300m laufen

17:20 Zu Hause ankommen, müde

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Auf dem Bahnsteig: Freitagnachmittag geht es dann auch nach Hause. © Yan Li Stannies

Samstag

9:20 Aufstehen, Sportsachen an

10:15 Kollegin abholen und nach Asseln

11:00 Stützpunkttraining in Ahlen

13:00 Schluss

14:00 Zu Hause ankommen, duschen

Sonntag

20:30 Vater bringt mich ins Internat, anmelden

21:40 Taschen packen, fertigmachen

22:00 Nachtruhe

Handball als Leistungssport: Der Alltag in einem Dortmunder Sport-Internat

Anmeldung: Alle Schülerinnen und Schüler müssen eintragen, ob sie da sind und im Internat schlafen. © Yan Li Stannies

Seit 2008 ist das Goethe-Gymnasium in Hörde eine von acht NRW-Sportschulen. Drei Sportlehrer koordinieren Schule, Sport, Stützpunkten, Trainingslager und Sportvereinen.
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