Hamsterkäufe beginnen wieder – Kundin: „Es ist zum Kotzen“

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Viele leere Supermarkt-Regale ließen darauf schließen, dass es wieder vermehrt zu Hamsterkäufen kommt. Das Produkt der Begierde ist nach wie vor unverändert.

von Daniel Reiners

Hombruch

, 19.10.2020, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das ist doch wirklich zum Kotzen“, sagt eine ältere Frau im DM-Markt an der Harkortstraße, als sie sich bücken muss, um noch eine Packung Toilettenpapier vom Bodenregal zu erhaschen.

Denn: Das Regal auf ihrer Augenhöhe ist bereits leergefegt. „Ja, jetzt geht es wieder los“, pflichten ihr zwei weitere Kunden bei.

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Und tatsächlich: Wenn man sich im Stadtteil Hombruch auf einen Weg durch die Supermärkte begibt, fallen neben den entnervten Kunden und Verkäufern vor allem wieder viele leere Regale auf.

Das erinnert an die Zeit vor wenigen Monaten, als sich die Menschen scheinbar flächendeckend Sorgen darüber machten, wie sie ihren Alltag bestreiten sollten, wenn kein Klopapier im Haus sei. Und wie steht es am Montag (19.10.) um die weiteren beliebten Hamsterprodukte?

Mehl und Hefe vorhanden, Toilettenpapier wird knapp

Im DM an der Harkortstraße ist immerhin noch der Boden des Regals mit Klopapier bedeckt. Wer also gegen 11 Uhr jenes dringend benötigt, wird hier noch fündig.

Schwieriger sieht es beim gegenüberliegenden REWE-Markt aus. „Wir geben zur Zeit keine Presseauskünfte“, sagt ein entnervter Mitarbeiter, der sich vor dem Klopapier-Regal zu schaffen macht.

Aber auch ohne Auskunft sehen alle: Hier ist keine Spur mehr von Toilettenpapier, der Bestand scheint restlos vergriffen. Zumindest Küchenrollen sind aber noch in großem Bestand vorhanden.

Auch in Sachen Mehl und Hefe, den noch vor ein paar Monaten so beliebten „Hamsterartikeln“, ist noch ein ordentlicher Bestand vorhanden.

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Auf dem Weg zum einige hundert Meter entfernen Aldi-Markt laufen dem Fußgänger viele vollgepackte Menschen über den Weg. Dabei halten viele Personen die Küchenrolle(n) unter den Armen, und mit handlichem Griff das Klopapier gleichzeitig an den Händen. Wenn sich deren Blicke kreuzen, genügt ein Schmunzeln, und jeder scheint sich ertappt zu fühlen.

Auch im Aldi-Markt gibt’s noch Klopapier, hier müssen sich die Kunden nicht einmal bücken, der Bestand stapelt sich noch in die Höhe. Ganz anders sieht es allerdings beim Mehl aus: Es ist durch die weißen Spuren auf dem Palettenboden bloß noch zu erahnen, auf welcher Palette es sich befunden haben muss. Hefe ist allerdings noch gut vertreten.

Kundin: „Ich halte das bald alles nicht mehr aus.“

Wieder einige hundert Meter weiter, im Kaufland: „Ich halte das bald alles nicht mehr aus“, sagt eine Kundin - sie steht nicht vorm Klopapier - sondern vor dem Mehlregal.

Zwar ist noch eine gute Ration vorhanden, allerdings sind von den drei rund 1,50 Meter hohen Packungs-Stapeln auch hier bereits zwei leergefegt. Und die Menschen greifen zu, der Gang zum Mehl ist gegen 11.15 Uhr der meistfrequentierte in Sichtweite.

Und das Toilettenpapier? Ein Fest. Mitten im Gang zu den Hygieneartikeln ist ein hoher Turm aufgebaut, bestehend aus Klopapier in sämtlichen Marken und Variationen.

Aber auch hier lässt sich das rege Stöbern erahnen, denn rund um den Turm herum liegen vereinzelte Packungen auf den Palettenböden. Es muss vor Kurzem also wohl auch hier noch mehr als einen Turm gegeben haben.

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Die gestressten Einkäufer, vor allem aber auch die sichtlich entnervten Mitarbeiter in den Märkten in Hombruch, lassen vermuten, dass es nicht erst seit heute (Montag, 19.10.) wieder zu dem bekannten Hamsterverhalten bei den Menschen kommt.

Ein älterer Mann, der selbst mit zwei Küchenrollen- und Toilettenpapier-Packungen bestückt über die Harkortstraße schlendert, beschreibt die Situation ziemlich treffend: „Guckt sie euch an, alle wieder am hamstern wie die Bekloppten. Naja, ich bin ja selbst auch nicht besser.“

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