Wohnhaus und Parkplätze für Fitness-Club auf der Halde der Zeche Crone

dzZeche-Crone-Gelände

Es tut sich etwas auf der riesigen Halde der Zeche Crone hinter dem Hellweg-Baumarkt im Dortmunder Süden. Hier soll ein Privathaus entstehen. Obwohl der Boden kontaminiert sein dürfte.

Hacheney

, 17.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen Zillestraße und B54 liegt das Gelände der ehemaligen Zeche Crone. Einen Großteil des alten Zechengeländes nimmt heute der Hellweg-Baumarkt ein.

An das 1841 gegründete Steinkohlebergwerk erinnert – neben einer Lore und einem Hinweisschild am Baumarkt – noch die mächtige Bergehalde, die sich entlang des Hacheneyer Kirchwegs erstreckt. Um 1960 wurde die Halde abgetragen, sie ist aber noch immer als stattliche Erhebung gut sichtbar.

Erster Abschnitt ist bereits Wirklichkeit

Das Gesamtareal wird seit Jahren entwickelt. Mit den Gewerbebetrieben an der Zillestraße ist der erste Abschnitt weitgehend abgeschlossen. Dazu gehören neben der Tankstelle, dem Baumarkt und dem Tierfuttermarkt auch der EDG-Recyclinghof und die Möbelbörse an der Straße Zeche Crone.

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Im jahrzehntelangen Dornröschenschlaf schlummerte dagegen die riesige Halde einige Meter über dem Straßenniveau. Doch in letzter Zeit hat sich einiges getan auf dem zugewucherten Gelände. Inzwischen ist ein Großteil der Fläche gerodet und weitgehend eingeebnet.

Großzügiges Wohnhaus und Parkplätze für ein Sport-Studio

Auf dem rund drei Hektar großen Grundstück soll ein privates Wohnanwesen entstehen. Außerdem sind neue Parkplätze für den benachbarten Fitness-Club „Turnhalle“ an der B54 geplant.

Ein Dortmunder Unternehmer hat das Gelände gekauft und will dort ein großzügiges Eigenheim mit viel Platz drumherum bauen. Ein Bauantrag liegt aber bislang nicht vor. „Vorgesehen ist die Errichtung weniger Wohneinheiten umgeben von großzügigen privaten Grünflächen“, heißt es im Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans.

Die Straße Zeche Crone endet am EDG-Recyclinghof. Geplant ist eine Weiterführung bis zum Hacheneyer Kirchweg.

Die Straße Zeche Crone endet am EDG-Recyclinghof. Geplant ist eine Weiterführung bis zum Hacheneyer Kirchweg. © Susanne Riese

Der Aufstellungsbeschluss, mit dem das Bebauungsplan-Verfahren in der Regel startet, erfolgte im September 2018. Geplant sei unter anderem eine „Arrondierung der vorhandenen Gewerbeflächen auf der höher gelegenen Haldenfläche in einer Größenordnung von circa 3,8 Hektar“, teilt die Verwaltung mit. Das gesamte Gelände soll also als Einheit entwickelt werden.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Boden schwer kontaminiert sein dürfte. „Deshalb haben wir damals davon abgesehen, für das Gelände eine Wohnbebauung zu planen“, sagt dazu Sascha Hillgeris, der Hörder Bezirksbürgermeister.

„Die auf der Gesamtfläche vorhandenen Bodenbelastungen sind bereits bekannt und analysiert. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend muss ein Sanierungskonzept erstellt werden“, erklärt Stadtsprecher Christian Schön. „Hierzu laufen gegebenenfalls noch Untersuchungen vor Ort.“

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Auch den Artenschutz muss der Eigentümer berücksichtigen, bevor er bauen kann. In Voruntersuchungen wurden laut Auskunft der Stadt im südlichen Bereich der Halde zahlreiche Amphibien ausgemacht, unter anderem die streng geschützte Kreuzkröte.

Der Bauherr muss eine vertiefende Artenschutzprüfung erstellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Das könnten beispielsweise das Einrichten von Ersatzlebensräumen sein oder der Erhalt von Grünflächen im Plangebiet. Auch zu diesem Thema fänden von Zeit zu Zeit Untersuchungen vor Ort statt.

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Wie geht es nun weiter auf dem Zeche-Crone-Gelände? Dazu sagt Christian Schön von der Stadt: „Der Eigentümer muss die erforderlichen Gutachten erarbeiten lassen und auf dieser Basis ein Nutzungskonzept einreichen, das Grundlage für das weitere Bebauungsplan-Verfahren wird.“

An der kleinen Stichstraße von Hacheneyer Seite liegen Kfz-Werkstätten, Autoverwerter und eine Lackiererei.

An der kleinen Stichstraße von Hacheneyer Seite liegen Kfz-Werkstätten, Autoverwerter und eine Lackiererei. © Susanne Riese

Möglicherweise geht es dann auch mit dem Ausbau der neuen Verbindungsstraße zwischen Zillestraße und Hacheneyer Kirchweg voran, von der sich die Hacheneyer eine große Entlastung für ihr Viertel versprechen.

Dazu soll die Straße Zeche Crone, die bislang am EDG-Hof endet, weitergebaut werden. Planungsrechtlich ist das alles bereits in trockenen Tüchern, es fehlt aber ein Investor für die Gewerbeflächen am hinteren Abschnitt der Straße, wie Sascha Hillgeris erklärt. „Wir suchen jemanden für die Entwicklung dieses Geländes.“

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