Halbnackte Menschen legen sich in Blutlache vor Dortmunder Rathaus

Protest in Dortmund

Nur dürftig mit schwarzer Unterwäsche bedeckt und voll Kunstblut besudelt liegen sechs AktivistInnen auf dem Dortmund Friedensplatz. Darum geht es ihnen in ihrem Protest.

Dortmund

, 29.06.2020, 10:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Demonstranten von "Extinction Rebellion" liegen auf dem Dortmunder Friedensplatz.

Demonstranten von "Extinction Rebellion" liegen auf dem Dortmunder Friedensplatz. © extinction rebellion

Im ersten Moment bieten sie einen grausigen Anblick. In Unterwäsche, aber mit Mundschutz stehen je drei Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe „Extinction Rebellion“ auf dem Friedensplatz, bevor sie sich Sekunden später mit Blut übergießen und zu Boden gehen - ein simulierter Tod.

Mit dieser besonders anschaulichen Version eines Die-in wollten die Demonstranten die Finanzpolitik der Stadt Dortmund anprangern. Anlass war die Hauptversammlung von RWE am Freitag (26.06) in Essen.

Anlass ist die Hauptversammlung von RWE

Die Stadt Dortmund ist über die Stadtwerke (DSW21) mit 23,6 Mio. RWE-Aktien der größte kommunale Einzelaktionär des Energiekonzerns, der für ein Festhalten an der Kohleförderung zur Stromproduktion in der Kritik steht. „Wir müssen jetzt auf erneuerbare Energien umstellen und das blutige Kohlegeschäft Vergangenheit werden lassen“, meint Aktivistin Amelie Meyer.

Für einen Die-in-Protest haben sich die AktivistInnen mit Kunstblut übergossen.

Für einen Die-in-Protest haben sich die AktivistInnen mit Kunstblut übergossen. © extinction rebellion

Im Gegensatz zu seinem Ruhrgebietsnachbarn Bochum und der Landeshauptstadt Düsseldorf, die ihre RWE-Anteile verkauft haben, plant die Stadt Dortmund, deren OB Ulrich Sierau im Aufsichtsrat von RWE sitzt, ihren Anteil am Energiekonzern langfristigzu erhöhen.

Für die AktivistInnen passt das nicht zum klimafreundlichen Image, das sich die Stadt gibt. Statt der aktuellen Kampagne „Dortmund überrascht dich“ müsste es ihrer Meinung nach eher „Dortmund verkohlt dich“ heißen.

Am Ende der Aktion nahm die Polizei Personalien auf, da die Versammlung nicht angemeldet war. Die Rückstände des Kunstbluts auf dem Friedensplatz entfernten die AktivistInnen dann selbst.

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