Hier funktioniert das Online-Schulportal des Erzbistums. Das war in den vergangenen Tagen meist nicht der Fall. © Oliver Volmerich
Distanz-Unterricht gestört

Hacker-Angriff legt Schulportal an Dortmunder Gymnasium lahm

Der corona-bedingte Distanz-Unterricht an Schulen stößt immer wieder an technische Grenzen. An einem Dortmunder Gymnasium wurde nun das Online-Portal lahmgelegt – durch einen Hacker-Angriff.

Es war ein wenig wie ein Lotterie-Spiel. Stundenweise funktionierte das Online-Portal für den Distanz-Unterricht. Dann war es wieder unerreichbar. „Das Schulportal ist derzeit zeitweise aufgrund von technischen Schwierigkeiten nicht oder nur eingeschränkt erreichbar bzw. nutzbar“, heißt es auf der Homepage des Mallinckrodt-Gymnasiums.

Die gut 1000 Schülerinnen und Schüler des Dortmunder Gymnasiums erlebten so in den vergangenen Tagen Distanz-Unterricht auf Sparflamme – so wie tausende andere Schüler in der Region. Denn betroffen von dem Ausfall war das gesamte Schulportal des Erzbistums Paderborn, dem 15 katholische Schulen angeschlossen sind. Unbekannte Hacker hatten das System zeitweise lahmgelegt.

Am Mallinckrodt-Gymnasium am Südrand der City wurde ein Lehrer positiv auf das Corona-Virus getestet.
Am Mallinckrodt-Gymnasium am Südrand der City wurde ein Lehrer positiv auf das Corona-Virus getestet. © Hans Blossey © Hans Blossey

Die Schule sei am Mittwochvormittag (13.1.) über erste Problemen mit dem Portal informiert worden, erklärt Schulleiter Christoph Weishaupt. Der beauftragte Dienstleister berichtete von sogenannten DDoS-Angriffen.

Dahinter verbirgt sich eine gezielt herbeigeführte Server-Überlastung durch gleichzeitige Anfragen von mehreren hundert Rechnern, die von Hackern über eingeschleuste Programme aktiviert werden.

„Auf Kommando des Hackers bombardieren sie ein bestimmtes Ziel, zum Beispiel einen Web-Server, mit gefälschten Anfragen. Der ist dann außer Gefecht gesetzt“, heißt es in einer Erklärung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Weitere Angriffswellen möglich

Der Dienstleister schaffte es inzwischen, das System zu stabilisieren. „Das Problem ist jetzt technisch im Griff“, berichtete der Pressesprecher des Erzbistums, Benjamin Krysmann am Freitag (15.1.). „Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere Angriffswellen gibt.“

Wer dahinter steckt, ist unbekannt. „Es wurde Strafanzeige gestellt“, sagt Krysmann. Dass Schüler versucht haben, den Distanz-Unterricht zu boykottieren, sei eher unwahrscheinlich. DDoS-Angriffe würden wohl über das sogenannte Darknet regelrecht „verkauft“, erforderten also entsprechenden technischen und finanziellen Aufwand.

Trotz der Störungen ging der Distanz-Unterricht am Mallinckrodt-Gymnasium, wenn auch mit Einschränkungen, weiter. Teilweise wurden die Aufgaben für die Heimarbeit per Mail verschickt. „Die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Eltern und Schülerinnen und Schüler geben sich viel Mühe, mit dem Problem umzugehen“, stellt Christoph Weishaupt fest.

Glück im Unglück ist, dass das Mallinckrodt-Gymnasium seit Ende der Weihnachtsferien eine neue Plattform für den Videounterricht nutzt, die unabhängig vom Schulportal läuft und gut funktioniert.

„Ich bin froh“, sagt der Schulleiter, „dass der Angriff auf das Schulportal nicht zu einem Totalausfall geführt hat – und dass die Schulgemeinde so gut zusammenhält.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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