Im "Kaiserquartier" in der östlichen Innenstadt kommen bald 134 neue Mietwohnungen auf den Markt - allerdings freifinanziert. © Archiv
Wohnungsmangel

Günstige Wohnungen: Grüne und CDU setzen Verwaltung unter Druck

In Dortmund fehlen preisgünstige Wohnungen. Investoren halten sich beim geförderten Wohnungsbau zurück. Diese Lücke soll nun die Stadt füllen - und dabei endlich konkret werden.

Die Diskussionen laufen seit Jahren: Mal kommt der Vorschlag, die Stadtwerke-Tochter Dogewo21 möge mehr für den öffentlich geförderten Mietwohnungsbau tun. Ein anderes Mal richtet sich der Blick auf die stadteigene DSG (Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft), die endlich ans Bauen gebracht werden soll – mit mäßigem Ergebnis.

Trotz aller Akteure auf dem Wohnungsmarkt hinkt die Stadt ihrem Ziel, in Dortmund pro Jahr rund 2000 neue Wohnungen anzubieten, weiter hinterher. 2019 beispielsweise gab es insgesamt 1378 Fertigstellungen. Es mangelt vor allem an öffentlich geförderten Mietwohnungen. 2020 kamen gerade noch 80 solcher Wohnungen neu an den Markt – entschieden zu wenig.

Erst recht, da sich die Zahl der Wohnungen, die in der Mietpreisbindung stecken und vergleichsweise günstig sind, in den kommenden zehn Jahren weiter verringern wird. Von derzeit gut 23.000 auf 13.000 Wohnungen bis 2030.

Grüne und CDU wollen Tempo

Zwar befinden sich etliche Bauprojekte in Vorbereitung. Doch die Realisierung dauert vielerorts zu lang. Ein Beispiel ist die DSW21-Fläche an der Degging- und der Von-den-Berken-Straße: Eigentlich sollte 2021 der Startschuss fallen für den Bau mehrerer hundert Wohnungen, darunter auch öffentlich finanzierte. Das Vorhaben musste wegen Umplanungen verschoben werden – und die dauern an.

Still ruht der See: Ursprünglich sollte 2021 auf dem Stadtwerke-Grundstück an der Degging- und der Von-den-Berken-Straße Baubeginn sein. © Beushausen © Beushausen

Zwar hat OB Thomas Westphal den Wohnungsbau zur Chefsache erklärt und versucht die Wohnungswirtschaft auf mehr Aktivitäten einzuschwören. Dennoch wollen Grüne und CDU nicht länger warten – und drücken dem Thema nun den eigenen Stempel auf.

Grün-Schwarz hat einen gemeinsamen Antrag zur Beratung in die Ratsgremien eingebracht, der Druck in den Kessel bringen soll. Kernpunkt: Bis September soll die Stadt ein Konzept vorlegen, wie sie ihren eigenen kommunalen Wohnungsbau und den Bau von Kindertagesstätten (Kita) voranzubringen gedenkt.

Stadt soll Flächen bereitstellen

Neben Zahlen zu Kitas erwarten Grüne und CDU konkrete Größenordnungen, wie viel Wohnungen bis 2025 und im zweiten Schritt bis 2030 insgesamt errichtet werden sollen – und wie viel öffentlich geförderte Wohnungen darunter sind. Die Akteure, die Grün-Schwarz anspricht, sind die Stadt mit ihrem Grundstücks-Sondervermögen, Dogewo21 und die DSG.

Gleichzeitig greifen Grüne und CDU einen Hinweis von Dogewo21-Chef Klaus Graniki auf: Er hatte in der Vergangenheit argumentiert, öffentlich geförderte Wohnungen mit gedeckelten Mieten (von zuletzt 6,20 Euro pro Quadratmeter) seien nur wirtschaftlich, wenn zuvor nicht noch ein Baugrundstück gekauft werden müsse. Reaktion von Grün-Schwarz: Die Stadt soll sagen, welche Möglichkeiten sie hat, Flächen aus dem eigenen Fundus an Dogewo21 oder die DSG bereitzustellen.

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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