Grünes Wohnquartier soll Siemens-Nixdorf-Bauruine nahe der B1 ablösen

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Ein Schandfleck in der Gartenstadt ist das marode Siemens-Nixdorf-Gebäude an der Max-Eyth-Straße. Jetzt gibt es konkrete Entwürfe für ein neues Wohnquartier, das hier entstehen soll.

Gartenstadt

, 04.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Investoren-Ideen und Planungen hat es für das Grundstück der früheren Siemens-Nixdorf-Niederlassung nahe der B1 reichlich gegeben. Inzwischen hat das Essener Unternehmen Instone Real Estate das 17.200 Quadratmeter große Grundstück am Rande der Gartenstadt übernommen - und die Pläne für eine Neubebauung nehmen nun konkrete Formen an.

Fest steht: Der in den 80er-Jahren gebaute Bürokomplex, der nach jahrelangem Leerstand nur noch eine Ruine ist, wird abgerissen. An seiner Stelle soll ein neues Wohnquartier entstehen, hatte Investor Instone schon 2018 angekündigt.

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Inzwischen sind die Planungen dafür einen großen Schritt vorangekommen: Aus vier Entwürfen von Architekturbüros in einem sogenannten „städtebaulichen Qualifizierungsverfahren“ wurde ein Konzept ausgewählt, das nun Grundlage für die weitere Planung sein soll.

Auswahl aus vier Entwürfen

Zum Sieger wurde der Entwurf des Aachener Büros pbs Architekten gekürt. Er sieht hinter einem winkelförmigen Bürokomplex entlang der B1, der für den nötigen Lärmschutz sorgen soll, zehn Wohngebäude unterschiedlicher Form und Größe vor.

Die Höhe soll sich vom fünfgeschossigen Bürohaus mit 7250 Quadratmetern bis zu drei Geschossen plus Sockelgeschoss im südlichen Bereich des neuen Quartiers abstufen.

Das Modell zum Entwurf des Büros pbs zeigt die geplante Bebauung auf dem Grundstück an der Max-Eyth-Straße (re.) mit einem Büroriegel an der B1 (unten) und mehreren Wohnhäusern.

Das Modell zum Entwurf des Büros pbs zeigt die geplante Bebauung auf dem Grundstück an der Max-Eyth-Straße (re.) mit einem Büroriegel an der B1 (unten) und mehreren Wohnhäusern. © Instone / pbs

Die Gebäude gruppieren sich um einen zentralen Quartiersplatz und einen Spielplatz, garniert mit Grün. „Mit einer hohen Durchgrünung wird eine stadträumliche Ergänzung im Sinne des Charakters der Gartenstadt geschaffen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Quartier bleibt autofrei

Das Besondere: Das Innere des Quartiers ist autofrei. Möglichst alle Autos sollen unterirdisch in einer Tiefgarage unterkommen. Vorgesehen seien nur einige oberirdische Besucherparkplätze, erklärt Planungsdezernent Ludger Wilde.

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Erreicht werden soll die Tiefgarage über die Max-Eyth-Straße, wobei für den Verkehr, der von der B1 kommt, eine neue Zufahrt über die bestehende Grünfläche geschaffen werden soll.

Diskussion über Anschluss an die B1

Noch offen ist, ob es auch Veränderungen an der B1 selbst gibt. Um auch Linksabbiegern die Zu- und Ausfahrt zu ermöglichen, wird überlegt, eine zusätzliche Ampel-Kreuzung an der B1 zu schaffen. Eine Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen, erklärte Wilde auf Nachfrage.

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Sie steht nicht zuletzt in engem Zusammenhang mit der Gesamtplanung für die B1 und die Neuordnung der Stadtbahnstrecke. Wenn man, anders als bislang von der Politik favorisiert, weitere Ampeln vorsieht, könnte man auf aufwendige und teure Brückenbauwerke zum Erreichen der Stadtbahn-Haltestelle verzichten.

Auch öffentlich gefördertes Wohnen

Ein weiterer wichtiger Punkt: Das neue Wohngebiet soll kein reines Luxusquartier werden. Denn auch hier soll die Regel gelten, dass 25 Prozent der Wohnfläche mit öffentlicher Förderung gebaut werden sollen und vergleichsweise günstige Mietkonditionen bieten.

„Bei dem neuen Wohnangebot sollen unterschiedliche Wohntypologien und Nutzergruppen bedacht werden, indem Angebote für verschiedene Altersgruppen sowohl im freifinanzierten als auch im öffentlich geförderten Wohnungsbau (25-Prozent-Regel) in die Planung integriert werden“, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Die Eckpunkte dieses Entwurfs sollen nun in einem Bebauungsplan festgeschrieben werden. Über den Aufstellungsbeschluss zum Start des Planverfahrens beraten am 5. Mai (Dienstag) die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost und einen Tag später der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen.

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