Grünes Licht für „Katastrophe“? Zwei Kita-Neubauten im Dortmunder Westen

dzKinderbetreuung in Dortmund

Der Bedarf an neuen Kindergarten-Plätzen in Dortmund ist groß. Im Westen der Stadt wird aktuell an den Plänen für zwei Kita-Neubauten gearbeitet. Allerdings gibt es Kritik an einem Standort.

Kley, Lütgendortmund

, 22.05.2020, 10:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Investoren für zwei neue Kindergärten im Dortmunder Westen stehen schon lange bereit. Seit Dienstag (19.5.) ist der erste Spatenstich für beide Gebäude ein deutliches Stück näher gerückt.

Denn in der Mai-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund standen die geplanten Kindertagesstätten in Kley und Lütgendortmund endlich auf der Tagesordnung. In beiden Fällen müssen die geltenden Bebauungspläne geändert werden, damit auf den jeweiligen Flächen überhaupt Kindertagesstätten gebaut werden dürfen. Beiden Änderungen stimmten die Politiker zu. Die Beschlüsse fasst der Rat am 18. Juni.

Das neue Gebäude an der Limbecker/Westermannstraße wird zwei Haupteingänge haben: Die Kita wird über die Westermannstraße und das Wohnheim über die Limbecker Straße erschlossen.

Das neue Gebäude an der Limbecker/Westermannstraße wird zwei Haupteingänge haben: Die Kita wird über die Westermannstraße und das Wohnheim über die Limbecker Straße erschlossen. © Grafik Leonie Sauerland

Am Standort Kley, auf dem Gelände des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) an der Kleybredde, soll eine Kindertageseinrichtung für fünf Gruppen entstehen. Am Standort Lütgendortmund, auf der Grünfläche am Kreuzungsbereich Limbecker Straße/Westermannstraße, plant die Stiftung Volmarstein ein Inklusionsprojekt.

Ins Erdgeschoss zieht die Musikkita Fliewatüt ein

Ins Erdgeschoss des dreigeschossigen Neubaus im Schatten des Krankenhauses wird die Musikkita Fliewatüt einziehen. Die beiden oberen Etagen sind für 24 Menschen mit Behinderungen und fünf Mitarbeiter reserviert.

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Während die Politiker die Kita-Pläne auf dem CJD-Gelände sofort abnickten, sind sie mit dem Standort in Lütgendortmund nicht glücklich. „Unter verkehrlichen Gesichtspunkten ist die Lage eine Katastrophe“, so Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp. Bereits in der März-Sitzung 2019 hatte die BV ihre Bedenken zum Vorhaben mit Blick auf die hohe Verkehrsbelastung, Staubildungen zu Stoßzeiten und den geringen Parkraum geäußert.

Gebäude hat zwei Haupteingänge für Kita und Wohnheim

Wie Moritz Franke vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt in der Mai-Sitzung erläuterte, wird das Gebäude zwei Haupteingänge haben. Die Kita erreiche man über die Westermannstraße, das Wohnheim über eine neue Zufahrt an der Limbecker Straße. Vorgesehen seien zehn Stellplätze - drei mehr als erforderlich, betonte Franke.

Auf der Grünfläche am Kreuzungsbereich Limbecker Straße/Westermannstraße sollen Kita und Wohnheim gebaut werden. Die Politiker befürchten ein großes Verkehrs- und Parkplatzchaos.

Auf der Grünfläche (l.) am Kreuzungsbereich Limbecker Straße/Westermannstraße sollen Kita und Wohnheim gebaut werden. Die Politiker befürchten ein großes Verkehrs- und Parkplatzchaos. © Beate Dönnewald

Zusätzlich sei eine Bring- und Abholzone für die Eltern vorgesehen, berichtete Franke. So könnten sie ihre Kinder zur Kita bringen, ohne dabei den fließenden Verkehr zu behindern.

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Enttäuscht sind die Politiker auch darüber, dass die bereits bestehende Bushaltestelle vor dem zukünftigen Neubau anders als von ihnen gewünscht nicht verlegt, sondern nur geringfügig umgebaut werden soll. „Beim Ortstermin mit Herrn Stüdemann (Stadtdirektor, Anm. der Red.) hat dort ein Bus gehalten und nichts ging mehr. Stüdemann hat selbst von einer Katastrophe gesprochen“, merkte CDU-Bezirksvertreterin Karin Neumann an. „Die Leute werden mit dem Auto kommen. Das gibt Ärger“, prophezeite sie.

Große Mehrheit für die Kita- und Wohnheim-Pläne

Am Ende stimmte aber trotzdem eine große Mehrheit für das Vorhaben (bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme). „Denn größtenteils sind die Pläne mit den Vorstellungen der BV konform“, so SPD-Sprecher Andreas Lieven.

Die Kita des CJD wird auf dem Gelände an der Kleybredde gebaut,  rechts neben dem Parkplatz des Berufskollegs. Links ist das Sport- und Gesundheitszentrum zu sehen.

Die Kita des CJD wird auf dem Gelände an der Kleybredde gebaut, rechts neben dem Parkplatz des Berufskollegs. Links ist das Sport- und Gesundheitszentrum zu sehen. © Stefan Kottkamp/CJD

Beide Kita-Entwürfe werden voraussichtlich in den Sommerferien öffentlich ausgelegt. Erst danach kann die Stadt die Baugenehmigungen erteilen. Bei der Stiftung Volmarstein hofft man auf einen Baustart im September 2020. Laut Ekkehard Meinecke, Bereichsleiter Behinderten- und Jugendhilfe, werde die Bauzeit ein- bis eineinhalb Jahre betragen.

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CJD-Kita soll am 1. August 2021 eröffnet werden

Auch das CJD will im September mit dem Bau beginnen. „Die Kita selber soll dann am 1. August 2021 eröffnet werden“, so Fachbereichsleiterin Maike Brummelman. Geplant sei ein 1000 Quadratmeter großes Gebäude mit einem Außengelände von circa 1500 qm. „Wir sind seit über zwei Jahren im Gespräch wegen des Kita-Baus und froh, jetzt in die konkrete Umsetzung einzusteigen“, so Brummelman.

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