Grünen-Politiker sieht keinen Streit um Lärmschutz

dzBahnlärm

Als Grünen-Politiker in Mengede kennt Jürgen Utecht den Ärger um Güterzuglärm nur zu gut. Mit dem Blick auf Huckarde meldet er sich noch einmal zu Wort.

Huckarde

, 16.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jürgen Utecht ist Grünen-Politiker und Bahnexperte. Den von Güterzuglärm geplagten Huckardern kann er nur wenig Hoffnung auf Lärmschutz machen. Dass er deshalb aber mit einem Parteifreund im Streit liegt, wie wir berichteten, weist er von sich.

Spricht man mit Jürgen Utecht über Bahntrassen, Güterverkehr oder Schiene-Vorrang-Politik, merkt man schnell, dass der Grünen-Politiker sich seit vielen Jahren intensiv mit diesen Themen befasst. Er kennt die aktuelle Lage im Gleisnetz des Ruhrgebiets und sagt: „Es gibt etliche Bauarbeiten an Gleisen, Weichen und Haltestellen. Entsprechend gibt es nicht nur Änderungen und Zugausfälle im Personennahverkehr, sondern auch der Güterverkehr wird auf Ausweichstrecken gelenkt.“

Klare Aussage des Oberbürgermeisters

Verstärkter, gerade auch nächtlicher Güterzuglärm auf den S-Bahn-Trassen war in diesem Jahr bereits Thema in der Bezirksvertretung Mengede. Dort ist Utecht für die Grünen aktiv. Auf die Frage der Lokalpolitiker, ob die Strecke zwischen Huckarde und Mengede von Güterzügen befahren werden dürfe und ob Schallemissionsgrenzen vorgeschrieben seien, antwortete Oberbürgermeister Ullrich Sierau: „Ob es hier kürzlich eine Zunahme der Züge gegeben hat, ist nicht bekannt, im Übrigen auch nicht anzeigepflichtig. Ein gesetzlicher Anspruch eines Betroffenen auf Lärmschutz besteht nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und den darauf basierenden Verordnungen nur dann, wenn Schienenwege neu gebaut oder wesentlich geändert werden (Lärmvorsorge). Dies ist hier nicht der Fall.“ Es handele sich, so ergänzt Utecht, um eine - wenn auch überwiegend für die S-Bahn genutzte Strecke - allgemeine Strecke der DB-Netz. Auf der dürfe jedes Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen fahren.

„Müssen das Thema nach Berlin tragen“

So sehr Jürgen Utecht den Ärger der Betroffenen in Huckarde verstehen kann, könne er nur auf diese Sachlage verweisen. „Und ich unterstütze die Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretung Huckarde zu Lärmschutzmöglichkeiten. Es ist falsch, dass ich mich da mit Hasan Eker streite. Nur, wir müssen das Thema nach Berlin tragen, entscheiden können wir das hier als Bezirksvertretungen nicht“, sagt Jürgen Utecht.

Umleitungen der Güterzüge haben irgendwann ein Ende

Da dies ein weiter und langwieriger Weg sei und die Lärmsanierung an bestehenden Bahnstrecken eine freiwillige Leistung des Bundes sei, setzt Jürgen Utecht eher darauf, dass der verstärkte Güterzugverkehr in Huckarde wohl nur vorübergehend ist: „Die Sanierungsarbeiten werden irgendwann beendet sein und die Güterzüge dann wieder über die Hauptstrecken im Bahnnetz geführt werden.“

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