Grüne: Dortmund soll Kinder aus Flüchtlingslagern aufnehmen

dzStadt als „sicherer Hafen“

Die Dortmunder Grünen setzen sich dafür ein, dass die Stadt Dortmund geflüchtete Kinder aus griechischen Aufnahmelagern aufnimmt. Damit soll ein Beschluss des Rates umgesetzt werden.

Dortmund

, 30.12.2019, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Mai 2019 hatte der Rat auf Antrag von SPD, Grünen und Linken/Piraten die Stadt offiziell zum „sicheren Hafen für geflüchtete Menschen“ erklärt. Dazu gehört die Bereitschaft, Flüchtlinge, die im Mittelmeer in Seenot geraten sind, „zusätzlich aufzunehmen“.

Die Dortmunder Grünen wollen diese grundsätzliche Bereitschaft nun

auf geflüchtete Kinder beziehen, die zurzeit vor allem allem in Griechenland unter schwierigen Umständen in überfüllten Lagern festsitzen. Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck hatte vor Weihnachten die Aufnahme von Kindern aus griechischen Flüchtlingslagern in Deutschland gefordert.

Leid nicht tatenlos zusehen

„Aktuell sitzen auf den griechischen Inseln mehr als 40.000 Flüchtlinge in menschenunwürdigen, überfüllten Lagern fest - unter ihnen auch etwa 4000 Kinder ohne Eltern. Wir sind der Auffassung, dass man dem Leid nicht tatenlos zusehen darf, bis eine gesamteuropäische Lösung gefunden wurde und schließen uns dem bundesweit diskutierten Vorschlag an, zusätzlich Flüchtlinge und insbesondere Kinder aus Griechenland in Deutschland aufzunehmen“, erklären Katja Bender und Julian Jansen als Sprecher des Grünen-Kreisverbandes. Dortmund sollte sich dabei gemeinsam mit anderen Städten, die sich zum Sicheren Hafen erklärt haben, an die Spitze der Bewegung stellen.

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Die Grünen-Sprecher weisen darauf hin, dass rechtlich nur die Bundesregierung über eine zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen entscheiden könne. Städte könnten sich dazu aber klar positionieren und ihre Aufnahmebereitschaft signalisieren, um damit Druck für eine solche Entscheidung auf der Bundesebene zu machen. Gleichzeitig sei es wichtig, dass parallel dazu Verhandlungen innerhalb der EU stattfinden, um eine gesamteuropäische Lösung zu finden.

Bereitschaft signalisieren

„Es ist an der Zeit, auf allen Ebenen zu handeln, um das Leid insbesondere in den griechischen Flüchtlingslagern zu lindern. Das können wir als Sicherer Hafen Dortmund nicht einfach nach oben abschieben und mitten im Winter auf langfristige Lösungen warten“, erklären Bender und Jansen. „Die Stadt sollte deshalb schnellstens erneut die Bereitschaft signalisieren, zusätzlich akut lebensbedrohte Flüchtlinge aufzunehmen.“

Sie seien sich auch nach den Erfahrungen mit der Aufnahmen von Flüchtlingen in Dortmund in den vergangenen Jahren einig darüber, dass „die Aufnahme einiger zusätzlicher geflüchteter Kinder“ für die Stadt kein Problem sei. „Für Dortmund wäre das nicht die Welt, für die betroffenen Kinder aber eine überlebenswichtige neue Chance“, so Katja Bender und Julian Jansen.

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