Legendäre Dortmunder Großraumdisko steht zur Vermietung - für 16.000 Euro im Monat

dzNachtleben

Wer schon immer eine Disko mieten wollte, hat nun Gelegenheit dazu: Für schlappe 16.000 Euro im Monat ist ein 4500 Quadratmeter großer und zudem legendärer Club in Dortmund zu haben.

Dortmund

, 16.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hier feierten seit den 1980er-Jahren Generationen junger Dortmunder im „Central Parc“, den „Ruhr-Rock-Hallen“ oder im „Big Island“. Seit 2004 heißt die Großraumdisko an der Straße Im Spähenfelde „Rush Hour“ - und soll nun vermietet werden:

16.000 Euro monatlich für 4500 Quadratmeter Partyfläche werden fällig.

„Von Hip-Hop bis VIP - hier ist alles machbar“, wirbt eine Anzeige auf der Homepage „Immobilienscout24“ für den „modernen Nachtpalast im Herzen Dortmunds“.

Neben fünf Areas zählen laut Anbieter zwei Terrassen und eine große Garderobe zur Ausstattung des Clubs, zudem sei die Location nicht an eine Brauerei gebunden.

Jetzt lesen

Preise auf Anfrage

Bei so vielen erfreulichen Botschaften sollte indes nicht unerwähnt bleiben, dass laut Annonce weitere Kosten auf den künftigen Mieter zukommen: Bei einer Übernahme des Clubs muss eine Abstandssumme (Preis auf Anfrage) ebenso gezahlt werden wie eine Inventarablöse (Preis auf Anfrage).

Tatsächlich besitzt die ehemalige Eissporthalle zwischen Ost- und Nordstadt eine lange Tradition als Partytempel:

Nachdem die Eisfläche abgetaut war, zog 1986 der „Central Parc“ in den Hallenbau mit dem wellenförmigen Dach, ihm folgten 1989 der „Musik-Zirkus“, die „Ruhr-Rock-Hallen“ (1993-1999), das „Big Island“ (1999-2003) und vor 15 Jahren schließlich das „Rush Hour“.

Die jeweiligen Betreiber setzten im Laufe der Jahrzehnte unterschiedliche Akzente: Der „Central Parc“ bekam rasch den Beinamen „Asi-Park“, was sich wohl vor allem auf das recht trinkfeste Publikum bezog.

Kino und Restaurant

Der „Musik-Zirkus“ besaß neben der Disco auch ein Kino und ein Restaurant, während in den „Ruhr-Rock-Hallen“ verstärkt Konzerte stattfanden - von den Fantastischen Vier bis hin zu Metal-Größen.

Auch das „Big Island“ baute zu Beginn des neuen Jahrtausends auf Rockmusik, was den Zeitgeist im Jahr 2003 aber offenbar nicht mehr traf: Die Disco schloss und wurde daraufhin aufwendig saniert und umgebaut.

Legendäre Dortmunder Großraumdisko steht zur Vermietung - für 16.000 Euro im Monat

Das "Rush Hour" an der Straße Im Spähenfelde sucht einen neuen Mieter - für 16.000 Euro monatlich. © Michael Schuh

2004 öffnete dann das „Rush Hour“, in dem Stars wie Shaggy, Sean Paul oder erst vor wenigen Tagen Pietro Lombardi auftraten. Einen Schwerpunkt legten die Betreiber von Beginn an auf russischstämmige Gäste aus ganz Nordrhein-Westfalen, was die aktuelle Homepage des Clubs verdeutlicht: Dort wird am 26. Oktober zum „Kalinka Event“ eingeladen, laut Veranstalter „eine niveauvolle russische Party mit besonderen Specials und Effekten“.

Ladies-Night und Halloween

Auch sonst deutet auf der Internetseite des Rush Hour nichts auf eine Vermietung hin. Für Samstag (19.10) ist eine „Ladies Night XXL“, für den 31. Oktober eine Halloween-Party angekündigt.

Der in der Anzeige genannte Ansprechpartner wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu der Neu-Vermietung äußern.

Nachtrag, 17. Oktober 2019: Das Angebot ist laut „Immobilienscout24“ nicht mehr verfügbar, da es vom Anbieter deaktiviert wurde. Auch der Anbieter kann demnach nicht mehr kontaktiert werden.

Lesen Sie jetzt