Großer Feuerwehreinsatz an der TU Dortmund – Gefahr durch chemische Substanz?

dzFeuerwehr

Viele Feuerwehrwagen und Retter in Schutzkleidung: An der TU Dortmund gab es am Donnerstagmittag einen Großeinsatz. Dort ist eine chemische Substanz ausgelaufen.

Dortmund

, 23.01.2020, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Atemschutzmasken und weite gelbe Schutzanzüge, luftdicht versiegelt. Dazu knapp 20 Einsatzfahrzeuge, teils mit Spezial-Equipment ausgestattet. Wer am Donnerstagmittag am Nord-Campus der Technischen Universität (TU) unterwegs war, wähnte sich mitten in einem Katastrophenfilm.

ABC-Alarm war gegen 12.30 Uhr ausgelöst worden. Atomare, biologische oder chemische Gefahrstoffe fallen unter diese Abkürzung. Also kamen Feuerwehr und Rettungsdienst mit dem ganz großen Werkzeugkoffer. Knapp 20 Einsatzfahrzeuge standen auf der Emil-Figge-Straße und auf angrenzenden Parkplätzen.

Ein Uni-Institut arbeitet an innovativen Stromnetzen

Beim Einsatzort handelte es sich um einen Parkplatz, an dessen Rand, direkt an einer Hallenwand, ein weißer Seecontainer stand. „In der Halle bilden wir ein Stromverteilnetz nach“, sagt Christian Rehtanz von der TU. Er ist der Leiter des Instituts für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft.

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Chemie-Gefahrgut-Einsatz an der Uni

Knapp 20 Einsatzfahrzeuge kamen am Donnerstag zur Emil-Figge-Straße. Eine verdächtige Flüssigkeit war ausgelaufen.
23.01.2020
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Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel
Eindrücke vom Großeinsatz an der Emil-Figge-Straße.© Kevin Kindel

In der Halle erforscht das Institut sogenannte Smart Grids, intelligente Stromsysteme der Zukunft. Ladesäulen für die E-Mobilität und Photovoltaikanlagen gehören zum Beispiel dazu. Ein Teil des ganzen Projektes ist auch der weiße Container an der Außenwand. „Das ist eine große Batterie“, erklärt Rehtanz.

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Der Container sei von einem kommerziellen Anbieter gekauft worden. Zwei Batterieflüssigkeiten befinden sich darin in zwei Behältern und reagieren miteinander. So können große Mengen Energie gespeichert werden.

Am Donnerstag gab es ein Leck, eine der Flüssigkeiten, sogenanntes Vanadium, lief innerhalb des Containers aus. Laut Wikipedia ist das „ein stahlgraues, bläulich schimmerndes, in reinem Zustand sehr weiches Übergangsmetall“.

„Die Anlage muss regelmäßig inspiziert werden“, sagt Rehtanz: „Da fiel einem Mitarbeiter das Leck auf.“ Dem Hersteller des Containers zufolge sei die Flüssigkeit nicht giftig, niemand wurde verletzt, dennoch wurde sicherheitshalber die Feuerwehr alarmiert.

Der Einsatz dauerte zweieinhalb Stunden lang an

„Die Mitarbeiter reagierten vorbildlich“, sagte Feuerwehr-Sprecher Jonas Waldhausen. Seinen Informationen zufolge könne die Flüssigkeit bei Kontakt aber durchaus schädlich sein.

Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt, Spezialkräfte begutachteten den betroffenen Container in Schutzkleidung. Draußen auf dem Parkplatz wurde eine Anlage zur Dekontamination aufgebaut; eine Art Dusche, in der die Anzüge gereinigt werden.

Das Leck musste geschlossen werden, anschließend konnte die Feuerwehr das ausgelaufene Material entfernen. Der Einsatz dauerte bis kurz nach 15 Uhr etwa zweieinhalb Stunden an.

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