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Großer Aufwand für tiefergelegte U-Bahn-Gleise an der Kampstraße

dzStadtbahn-Baustelle

Rund um die Uhr läuft der Baustellenbetrieb in der Stadtbahn-Station Kampstraße. Dort lässt DSW21 die Gleise „tieferlegen“. Das Ziel ist mehr Barrierefreiheit für die Fahrgäste.

Dortmund

, 16.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Lärm ist ohrenbetäubend. Kein Wunder: Das Rohr der Maschine, die am Arm des Schienenbaggers angebracht ist, saugt Schottersteine. „180 Tonnen haben wir schon zum Betriebshof in Dorstfeld rausgefahren“, erklärt Diethard Wippermann, Projektleiter bei DSW21 für die ungewöhnliche Baustelle.

Bauarbeiten unter Zeitdruck

Ungewöhnlich ist sie gleich in mehrfacher Hinsicht. Wippermann spricht von einer „großen Herausforderung“. Da ist vor allem der Zeitdruck. Die Kampstraße ist die am meisten genutzte Station im Dortmunder Stadtbahn-Netz. Für die Bauarbeiten musste der Betrieb auf der zentralen Nord-Süd-Strecke mit vier Linien unterbrochen werden.

Mit Ersatzbussen oder zu Fuß überbrücken die Fahrgäste die Lücke zwischen Stadtgarten und Hauptbahnhof. Gut, dass das Wetter mitspielt, stellen die Verantwortlichen von DSW21 erleichtert fest. Fünf Tage dauert die Unterbrechung des regulären Bahnbetriebs.

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Währenddessen laufen unter Tage die Bauarbeiten hinter einer Staubschutzwand rund um die Uhr. Der Bauzeitenplan an der Wand ist nicht in Tagen, sondern in Stunden unterteilt. „Exakt 120 Stunden haben wir Zeit“, rechnet Wippermann vor. Die Schienen wurden schon in der ersten Nacht ausgetauscht.

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Baustellen-Besuch an der Haltestelle Kampstraße

Am Freitag lief der mit 26 Stunden zeitaufwendigste Arbeitsschritt – das Absaugen des Schotters unter den Gleisen. Das ist laut. Und nass. Lange Wasserschläuche sind verlegt. Denn während der Sauger im Einsatz ist, muss der Schotter ständig feucht gehalten werden. „Sonst staubt es wie Hölle und wir hätten eine Riesenwolke“, erklärt Wippermann. Große Lüfter sorgen zugleich für Frischluftzufuhr.

Großer Aufwand für tiefergelegte U-Bahn-Gleise an der Kampstraße

Mit einem Saugrohr wird der alte Schotter aus dem Gleisbett gesaugt. © Stephan Schütze

Abgesaugt werden die Steine bis zehn Zentimeter unter die Schwellen. „Da geht es richtig ans Eingemachte“, sagt der Projektleiter. Um den Schotter auch unter den Schwellen zu entfernen, werden die Schienen später mit Winden leicht angehoben. Sie werden dann gewissermaßen tiefergelegt.

Investition von 565.000 Euro

Genau das ist der Sinn der Arbeiten. Denn die Station Kampstraße liegt in einer Kurve, der Bahnsteig ist leicht gebogen. Deshalb sind die Gleise bislang schräg angeordnet. „Die Bahn kippt Richtung Hauptbahnhof vom Bahnsteig weg“, erklärt Wippermann.

Großer Aufwand für tiefergelegte U-Bahn-Gleise an der Kampstraße

DSW21-Projektleiter Diethard Wippermann erläutert den Umbau. © Stephan Schütze

Die Folge: Beim Ein- und Ausstieg klaffte zwischen Bahn und Bahnsteig eine Lücke von bis zu 14,5 Zentimetern und ein Höhenunterschied von gut 7 Zentimetern. Durch den Umbau soll das deutlich verringert werden. „Alles für die Barrierefreiheit“, erklärt Wippermann. Künftig kommen Fahrgäste mit Rollstühlen oder Kinderwagen leichter in die U-Bahn.

565.000 Euro investiert DSW21 dafür. Wobei: „Die Schienen mussten sowieso gewechselt werden“, sagt der Projektleiter. Die neuen Schienen liegen künftig etwas tiefer. Das neue Gleisbett wird am Samstag mit einer speziellen „Stopfmaschine“ bereitet.

Großer Aufwand für tiefergelegte U-Bahn-Gleise an der Kampstraße

Für die Zeit der Bauarbeiten hat DSW21 einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. © Stephan Schütze

In der Nacht zu Sonntag soll dann schon die erste Probefahrt mit einer Bahn stattfinden. Danach wird bei Bedarf „nachgeschottert“, planiert und die Bahnsteigkante angepasst. Am Montagmorgen beginnt der Rückbau der Baustelle etwa mit dem Entfernen der Staubschutzwände und der Wiedereinbau der Technik an den Bahnsteigen. „Da brauchen wir den ganzen Montag für“, erklärt Wippermann.

Großer Aufwand für tiefergelegte U-Bahn-Gleise an der Kampstraße

Auf der Ost-West-Strecke läuft der Stadtbahn-Verkehr über die Station Kampstraße wie gewohnt. © Stephan Schütze

Bislang sieht es so aus, dass alles wie erhofft klappt. „Wir sind zurzeit sehr gut im Zeitplan“, stellt der Projektleiter am Freitagvormittag fest. „Und wir sind guter Dinge, dass wir Montag fertig werden.“ Am frühen Dienstagmorgen können die Bahnen dann wieder wie gewohnt auf beiden Ebenen der Station Kampstraße fahren.

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