Die Band „Pauls Jets“ spielte am Freitagabend (11.6.) das erste Konzert mit Publikum vor Ort in Dortmund seit mehr als sechs Monaten. © Oliver Schaper
Mit Live-Publikum

Gitarren-Ausfall, Gänsehaut, Tetanus: Erstes Konzert mit Publikum im FZW

Mehr als sechs Monate gab es in Dortmund pandemiebedingt keine richtigen Konzerte. Am Freitagabend (11. Juni) hat die österreichische Band „Pauls Jets“ nun das erste Konzert mit Publikum gespielt.

Andächtige Stille herrscht, als zu Beginn des Konzerts am Freitagabend (11. Juni) das Licht gedimmt wird, die Scheinwerfer auf die Bühne gerichtet werden und der erste Ton gespielt wird. Der Keyboarder der Band „Pauls Jets“ sorgt in diesem Moment zum ersten Mal seit mehr als sechs Monaten für die ersten Klänge vor Live-Publikum, festgehalten von mehreren Kameras, die das Geschehen außerdem ins Netz streamen.

Währenddessen betreten seine Bandkollegen und -kollegin ebenfalls die Bühne – „Sag wie viel hast du getrunken?“, ist schließlich die erste Zeile, die nun im Dortmunder FZW gesungen wird, nachdem hier pandemiebedingt lange Zeit keine Konzerte mit Publikum vor Ort stattfinden konnten.

Nicht alle Plätze gefüllt

Doch ein gewöhnliches Konzert ist es an diesem Abend noch lange nicht. Genauestens blickt der Security-Mitarbeiter am Eingang auf die Nachweise des negativen Coronatests, der Impfung oder Genesung, die jede Person vorzuweisen hat. „Tetanus ist dabei?“, fragt er scherzhaft einen Gast, der in dem Moment seinen Impfpass hervorholt. Die neue Situation wird mit Humor genommen.

Zwar hätten für dieses Konzert bis zu 100 Personen im Saal des FZW Platz finden können, an diesem Abend bleiben jedoch viele Stühle frei. „Ich bin ganz überrascht, dass es nicht so gut besucht ist“, sagt Zuschauer Jens Kantowski, der einen Platz in der ersten Reihe gefunden hat. „Vielleicht liegt es am Wetter.“ Trotz Sonnenschein, blauem Himmel und knapp 30 Grad ist er froh, den Abend indoor verbringen zu dürfen. „Ich gehe gerne zu so kleinen Konzerten, da spürt man die Band noch richtig“, so Kantowski.

Strenge Hygienemaßnahmen gelten während des Konzerts

Die FZW-Mitarbeiterin Alexandra Witt sitzt derweil noch im hinteren Bereich des Saals und wartet mit einer Kollegin auf den Start des Konzerts. Ihr erstes Live-Konzert nach dem Lockdown ist es an diesem Abend nicht, dennoch ist es eine Premiere: Das erste Mal ist nun live auch wieder Publikum vor Ort. Zuvor gab es ausschließlich Streams im FZW, die das Publikum von zu Hause aus verfolgen konnte. „Als die Lautsprecher das erste Mal wieder angingen, war schon Gänsehaut“, sagt die Mitarbeiterin.

Linnet Oster, Felix Niggemann und Sven Siegfried (v.l.) gehen begeistert aus diesem ersten Konzert in Dortmund nach dem Lockdown heraus.
Linnet Oster, Felix Niggemann und Sven Siegfried (v.l.) gehen begeistert aus diesem ersten Konzert in Dortmund nach dem Lockdown heraus. © Tabea Prünte © Tabea Prünte

Die Band ist an diesem Abend vor die klare Herausforderung gestellt, aller Coronaregeln zum Trotz für Konzertstimmung zu sorgen. Mitsingen geht höchstens unter der Maske, die auch am Platz getragen werden muss, der wiederum zu je 1,5 Metern Abstand vom Nachbarplatz entfernt steht.

Band performt unter schwierigen Bedingungen

Und als wäre all das nicht genug der schwierigen Umstände, fällt nach wenigen gespielten Songs auch noch die Gitarre des Sängers Paul Buschnegg aus. „Schöne Grüße an die Leute im Stream“, sagt Bassistin Romy Park gerade, als dem Sänger der Defekt auffällt. Kurzerhand verzichtet die Band auf das Instrument, „man lernt immer, dass man viel improvisieren muss“, sagt er.

Trotzdem: „Es ist so schön, wieder nach Corona zu spielen“, findet Schlagzeuger Xavier Plus. Zustimmender Applaus kommt aus dem Publikum, dem der Ausfall der Gitarre vermutlich nicht weiter negativ aufgefallen wäre.

Band sorgt trotz Corona-Auflagen für gute Stimmung

„Sehr schön war es, wir wollten endlich mal wieder auf ein Konzert“, lautet das Fazit von Zuschauer Sven Siegfried, der gemeinsam mit zwei weiteren Personen extra aus Köln angereist ist, um die Band spielen zu sehen. „Die Stühle haben etwas gestört“, so Felix Niggemann. „Ich habe aber versucht, im Sitzen ein wenig zu tanzen.“

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Erstes Konzert im FZW mit Live-Publikum nach Corona-Zwangspause

„Schon absurd, am bisher heißesten Tag indoor zu einem Konzert zu gehen“, sagt Linnet Oster. Doch das sei es ihr wert gewesen.

Am Ende ist auch die Band selbst trotz erschwerter Bedingungen zufrieden: „Wir würden wiederkommen“, sagen sie.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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