Volker Maibaum ist Lehrer und Vorsitzender des Stadtverbands Dortmund der GEW. Mit zwei Standbeinen sollte Schule auf lange Sicht wieder möglich werden. © Archiv
Lehrer-Gewerkschaft

GEW fordert Testzentren an Schulen und die Impfung für alle Lehrer

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will den Lockdown als Chance nutzen. Neben Impfungen für die Lehrer hat sie eine weitere Idee, von der nicht nur die Schulen profitieren würden.

Die Inzidenz in Dortmund ist so hoch, dass die Grenze von 165, bei der nach Bundesregelung der Präsenzunterricht wieder möglich sein soll, noch weit entfernt ist.

Diese Zeit des Lockdowns und Distanzunterrichts sollte man nutzen, findet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Schule solle für Beschäftigte und Schülerinnen und Schüler nach dem Lockdown wieder sicherer sein.

Volker Maibaum, Vorsitzender der Gewerkschaft in Dortmund und selbst Lehrer, spricht von „zwei Standbeinen“, die das System Schule stabilisieren würden. „Wir brauchen Impfungen für die Lehrer und Tests für die Schüler“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

GEW fordert: Dortmund soll allen Lehrern Impfangebot machen

Während Bundesländer wie Rheinland-Pfalz schon jetzt das komplette Personal an Schulen impften, sehe die Situation in Dortmund anders aus. Grund- und Förderschullehrer bekamen ab Mitte März ein Impfangebot.

Beschäftigte der anderen Schulformen sind noch nicht an der Reihe, es sei denn, sie sind über 60 oder gehören aus gesundheitlichen Gründen zu einer höheren Priorisierungsgruppe.

Die GEW Dortmund fordert die Stadt auf, auch allen Beschäftigten an Schulen ein Impfangebot zu machen. „Wenn wir jetzt anfangen, sind wir für die Zeit nach dem Lockdown vorbereitet,“ sagt der GEW Vorsitzende. Es sei abzusehen, dass sich die Einschränkungen im Schulbetrieb bis in den Mai ziehen würden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Gewerkschaft findet, dass diese Phase genutzt werden sollte, um sich für die Zeit danach vorzubereiten. „Langfristig wäre dies auch eine Maßnahme, um den Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder in geregelten Bahnen fahren zu lassen“, heißt es weiter.

Bessere Tests und Schnelltestzentren an den Schulen

Das zweite Standbein, die Teststrategie, sollte „langfristig bis zu den Sommerferien greifen“. „Das zweimalige Testen aller Schülerinnen und Schüler pro Woche muss gesichert sein, organisatorisch, personell und durch die zur Verfügung stehende Testmenge. Für die jüngeren Gruppen, vor allem in den Grundschulen und in Förderschulen, müssen endlich altersgerechte Tests zur Verfügung gestellt werden“, fordern die Gewerkschafter.

„Immer wieder gibt es Diskussionen in Schulen über das Testverfahren,“ berichtet Volker Maibaum. Die GEW schlägt deshalb vor, Schnelltestzentren mit dem entsprechend qualifizierten Personal an den Schulen einzurichten. Im ersten Schritt sollten diese an Schulzentren und den großen Schulsystemen angedockt werden.

Flächendeckend könnten diese Testzentren an den Schulen auch die umliegenden Wohnbereiche einbeziehen. „Es ist doch nicht einzusehen, dass die Schnelltestzentren in erster Linie dem Shopping dienen, während über die Schulen eine kontinuierliche Testung von 10 bis 15 Prozent der Dortmunder Bevölkerung erreicht werden kann“, sagt Volker Maibaum.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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