Schuleingangsuntersuchungen sind in Dortmund weiterhin nur eingeschränkt möglich. © dpa
Schule und Coronavirus

Gesundheitsamt hat keine Zeit für Untersuchungen vor der Einschulung

In Dortmund werden seit Monaten nur wenige Kinder auf ihre Eignung für den Schulstart untersucht. Die Pandemie verhindert weiterhin eine wichtige Untersuchung durch das Gesundheitsamt.

In Dortmund findet gerade nur ein Bruchteil der notwendigen Schuleingangsuntersuchungen statt. In dieser werden unterschiedliche Fähigkeiten wie Feinmotorik, Zahlenverständnis oder Sprachfähigkeiten von Kindern abgefragt und daraus eine Empfehlung für den Schulbesuch formuliert.

Nur jede zehnte Untersuchung kann durch das Personal des Gesundheitsamts durchgeführt werden, wie die Stadt Dortmund auf Anfrage mitteilt. Es setzt sich fort, was im Sommer schon ein Problem war.

Corona-Kontakte nachverfolgen statt Kinder untersuchen

Das Personal im Gesundheitsamt ist durch die Corona-Pandemie in anderen Aufgaben wie der Kontaktnachverfolgung gebunden. Die Eingangsuntersuchungen fallen hinten über.

Kinderschutz-Vertreter hatten das schon vor einem halben Jahr als potenziell kindeswohlgefährdend beschrieben, weil Probleme übersehen und ein Schulstart mit negativen Erlebnissen verbunden sein könne.

Laut Stadtsprecherin Anke Widow fanden von August 2020 bis Mitte Januar 2021 rund 250 Untersuchungen statt. Zwischen August 2019 bis Mitte Januar 2020 waren es noch rund 2.500 Untersuchungen.

Untersuchungen bei Kindern mit besonderem Bedarf finden statt

„Zunächst werden Kinder untersucht, bei denen besondere Untersuchungs- oder Förderbedarfe bestehen“, sagt Anke Widow über den Ablauf.

Das Ergebnis der amtsärztlichen Untersuchung ist für Eltern und Schulen nicht bindend, kann aber einen Hinweis auf Förderbedarf geben.

Im laufenden Schuljahr waren mehr als 1000 von 5600 Dortmunder Kindern ohne Vor-Untersuchung eingeschult worden.

Warnung vor den Folgen des Lockdowns für Kinder

Die Auswirkungen des Lockdowns auf Kinder sind zuletzt auch durch Äußerungen des Dortmunder Kinderklinik-Leiters Prof. Dr. Dominik Schneider in den Blickpunkt geraten, der schwer wiegende langfristige Folgen befürchtet.

Daran schließt auch ein Aufruf des Kinderschutz-Zentrums Dortmund an, dass Familien, besorgte Menschen und Fachleute hier weiterhin Hilfe finden.

„Im Moment sind die meisten Familien in sehr belastenden Situationen. Es passiert insgesamt häufiger, dass Eltern ausrasten und Kinder psychisch und körperlich schädigen“, heißt es in einer Mitteilung des Kinderschutz-Zentrums. Es gebe wenig Entlastung für die Familien, aber auch für betroffene Kinder.

Das Kinderschutz-Zentrum weist auf die persönliche, telefonische und im Zweifel auch anonyme Beratung auf www.kinderschutzzentrum-dortmund.de oder unter der Telefonnummer 0231-2064580 hin.

„Wir helfen, wenn in Familien Gewalt, Vernachlässigung oder sexuelle Gewalt geschieht oder auch droht“, schreibt das Kinderschutz-Zentrum.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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