Gestörte Nachtruhe: Mehr Flieger landeten 2018 in Dortmund mit Verspätung

dzFlughafen Dortmund

Am Flughafen Dortmund ist nicht nur die Zahl der Passagiere gestiegen. Im Jahr 2018 gab es auch deutlich mehr verspätete Flieger nach 22 Uhr. Dabei gab es eine auffällige Häufung.

Dortmund

, 11.09.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit vielen Jahren kämpfen die Anwohner in der Einflugschneise des Flughafens Dortmund um ihre Nachtruhe – und mussten dabei zuletzt einen Rückschlag in Kauf nehmen.

Denn seit dem 23. August 2018 gelten längere Betriebszeiten für Flieger in Wickede (die allerdings noch beklagt werden). Statt bis 22 Uhr sind Starts jetzt in Ausnahmefällen bis 22.30 Uhr erlaubt, verspätete Landungen sind bis 23.30 Uhr möglich. Bislang gab es eine Verspätungsregelung bis 23 Uhr. Monatlich sind nun insgesamt bis zu 16 verspätete Starts und Landungen nach 22 Uhr erlaubt.

Spitze im September 2018

Die Frage ist, ob dies tatsächlich zu mehr Verspätungen führt. Zumindest kurzzeitig scheint das der Fall gewesen zu sein, wie die Verspätungsstatistik für 2018 zeigt. Demnach gab es im gesamten Jahr insgesamt 55 verspätete Flugbewegungen nach 22 Uhr am Flughafen Dortmund – 13 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg um 31 Prozent.

Was auffällt: Die meisten Verspätungen gab es mit elf Flügen im September 2018 – also unmittelbar nach Inkrafttreten der neuen Betriebszeiten-Regelung. Danach ging die Zahl der Verspätungen wieder auf das „Normalmaß“ von sechs Fällen im Oktober und zwei bzw. eine Verspätung im November und Dezember zurück.

4,5 Verspätungen pro Monat

Im Monatsschnitt kommt es rein statistisch zu 4,5 Verspätungen, heißt es in der Bilanz. Das sind deutlich weniger als die 16 monatlich erlaubten Fälle. Generell gelte, dass Verspätungen hauptsächlich in den Sommer- und Ferienmonaten von Mai bis Juli sowie im September vorkommen, so die Mitteilung der Verwaltung an die Politik.

Als Gründe für die steigende Zahl an Verspätungen werden vor allem „äußere Einflüsse“ wie der rotierende Tageseinsatz der Flugzeuge, verspätete Startfreigaben an anderen Flughäfen, Wetter, Streiks und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften angegeben. In der Regel seien es Faktoren, „die sich einer direkten Einflussnahme durch den Flughafen entziehen“.

Meist die erste halbe Stunde

Räumlich verteilen sich die verspäteten Flugbewegungen fast zur Hälfte auf Flüge über Dortmund (28) und Unna (27). Die An- oder Abflugrichtung hängt jeweils von der vorherrschenden Windrichtung ab.

Ein Trost für die betroffenen Anwohner: Die Verspätungen traten hauptsächlich in den ersten 30 Minuten nach Ende der Betriebszeit auf – also bis 22.30 Uhr. Danach landeten nur 13 Flieger bis 23 Uhr. Es mussten auch 31 Flüge, die über die Verspätungsregelungen hinausgingen, zu anderen Flughäfen mit längeren Betriebszeiten umgeleitet werden – der Großteil davon mit 17 Flügen nach Köln/Bonn.

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