Nächstes Corona-Opfer in Dortmund: „Perfect Picture“ gibt auf

dzEinzelhandel

Keine Fotos mehr, keine Drucke mehr: Nach 25 Jahren hat Oliver Weinert sein Photostudio „Perfect Picture“ in der City von Dortmund geschlossen. Über die Gründe spricht er ganz offen.

Dortmund

, 10.06.2020, 08:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach 25 Jahren und zwei Standortwechseln ist Schluss. Das Photostudio „Perfect Picture“ an der Kampstraße 41 öffnet seine Türen nicht mehr. „Die Corona-Krise hat uns unverhofft getroffen“, sagt Inhaber Oliver Weinert.

Foto-Shootings, Farbbild-Abzüge, Drucke hinter Acryl, Kopien oder auch individuell bedruckte Tassen, Kissen oder T-Shirts, all das boten Oliver Weinert und seine sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem erst im September 2019 bezogenen Ladenlokal an der Kampstraße an. Zuvor war „Perfect Picture“ 22 Jahre lang an der Hansastraße 44/Ecke Kampstraße zuhause.

„Das war nach unserem Beginn an der Hohen Straße ein wunderbarer Standort. Dort wäre ich auch sehr gerne geblieben, aber da haben wir die Kündigung bekommen, weil das ganze Haus verkauft wurde“, sagt Oliver Weinert.

Im März kam der große Corona-Einbruch

Wie folgenschwer der somit also erzwungene Umzug zur Kampstraße für sein Unternehmen werden würde, konnte er Mitte vergangenen Jahres nicht ahnen. „Die Umzugskosten waren hoch und wir sind dafür an unsere Rücklagen gegangen. In der Verbindung mit der Corona-Krise traf uns der Umzug jetzt doppelt“, so Oliver Weinert.

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Voller Hoffnung und mit guten Zuwächsen war er, wie er sagt, ins Jahr 2020 gestartet. Mit der Corona-Pandemie kam dann im März der große Einbruch. „Im April haben wir nur noch 20 Prozent an Umsatz gemacht, im Mai nur 50 Prozent. Das war nicht aufzufangen“, sagt Weinert. Zumal sein Vermieter nicht bereit gewesen sei, die Miete zu reduzieren: „Es war nicht ein Euro weniger Miete und auch keine Stundung möglich.“

Muss sich das Mietniveau in Dortmunds Einzelhandel ändern?

Darin, dass Immobilieneigentümer oft nicht bereit seien, das Mietniveau an die schwierige Situation des Einzelhandels anzupassen, sieht Oliver Weinert ein generelles Problem. „Denn nur mit deutlich reduzierten Mieten sind grundsätzlich Fortführungen im stationären Einzelhandel auf Dauer möglich“, sagt er.

Der Entschluss, den sieben Mitarbeitern zu kündigen und das Geschäft aufzugeben, sei ihm wirklich nicht leicht gefallen, so Weinert. Er selbst will beruflich nun einen neuen Anlauf nehmen – im Online-Handel.

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