So wahrscheinlich ist eine neue Gesamtschule für Eving

dzSchulen in Eving

Bezirks-SPD und -CDU sind sich uneins: Die Genossen möchten eine eigene Gesamtschule für Eving, während die Union dagegen ist. Dabei könnte die Entscheidung bereits gefallen sein.

von Tobias Weskamp

Eving

, 22.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SPD-Fraktion hatte in der vergangenen Bezirksvertretungssitzung im Stadtbezirk Eving einen Zusatzantrag gestellt: Darin bittet sie die Verwaltung, eine Prognose über den Bedarf an Gesamtschulplätzen für den Stadtbezirk Eving erstellen zu lassen. Darüber wurde unter den Parteien in der Sitzung ausführlich diskutiert. Letztendlich wurde der Antrag gegen die Stimmen der CDU-Fraktion angenommen.

SPD möchte eine eigene Gesamtschule für den Stadtbezirk

Wie die SPD in dem Antrag begründet, seien die Zahlen der Auspendler, die nach Lünen oder Waltrop zur Schule gingen, schon im Jahr 2011 sehr hoch gewesen. Dies habe sich in den folgenden Jahren noch gesteigert, was für die betroffenen Schüler und Eltern mit erheblichen Belastungen verbunden sei. „Teilweise haben die Kinder einen langen Schulweg von einer oder anderthalb Stunden“, beschreibt Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD). „Nicht jeder kann von seinen Eltern gefahren werden.“

„Wir bitten das Schulverwaltungsamt, bis zur nächsten Sitzung im November zu überprüfen, wie die Schülerzahlen sind“, erklärt Stens. „Die CDU war dagegen, sie war aber auch 2011 schon gegen eine neue Gesamtschule.“

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CDU setzt auf bestehende Gesamtschulen

„Wir betrachten den Wunsch nach einer neuen Gesamtschule für Eving mit Skepsis“, erklärt Petra Frommeyer, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Fraktionssprecherin der CDU in der Bezirksvertretung Eving. Die CDU wolle lieber, so Frommeyer, dem Vorschlag der Verwaltung folgen: eine Aufstockung der Gesamtschulen in Dortmund um je einen Zug.

„Es wäre ein Riesenprojekt, eine Gesamtschule im Stadtbezirk zu bauen“, gibt Petra Frommeyer zu bedenken. Es könne problematisch werden, eine passende Fläche zu finden. Außerdem befürchtet die CDU-Fraktion, dass durch die Errichtung einer neuen Gesamtschule die Grundschulen zu kurz kommen könnten. „Die Grundschulen haben Vorrang. Die brauchen wir auf jeden Fall“, erklärt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.

Konkrete Planungen gibt es noch nicht

Nähere Planungen für eine eventuelle Gesamtschule in Eving gibt es derzeit nicht. „Wir warten erst einmal ab, bevor wir weitere Planungen anfangen. Es kann ja auch eine gesetzliche Ablehnung für das Vorhaben geben“, so Stens. „Ich kann es nicht einschätzen.“ Auch eine Elternbefragung hielte er für sinnvoll.

Die CDU-Fraktion möchte eigentlich keine neue Diskussion um das Thema, sondern lieber die Arbeit der Verwaltung abwarten. „Wir vertrauen der Verwaltung“, bekräftigt Petra Frommeyer.

Entscheidung soll Ende September fallen

Wie die Stadt auf Anfrage berichtet, besteht nach aktuellen Prognosen in Dortmund insgesamt der Bedarf für sechs Schulzüge für die Gesamtschule. Derzeit wird in der Politik darüber diskutiert, ob dies über bestehende Gesamtschulen zu lösen ist. Diese könnten erweitert werden.

Eine Entscheidung soll der Rat der Stadt am 26. September (Donnerstag) treffen. Dabei sollen die Empfehlungen der Bezirksvertretungen und des Schulausschusses mit einfließen.

Weitere Gesamtschule im Dortmunder Norden?

Nach Informationen unserer Redaktion soll es nach derzeitigen Überlegungen wohl tatsächlich eine weitere Gesamtschule im Dortmunder Norden geben - aber nicht in Eving. Geplant ist wohl, die Reinoldi-Sekundarschule in Westerfilde (eine Schulform ohne Oberstufe) in eine Gesamtschule umzuwandeln. Auch die Evinger CDU-Fraktion kann sich vorstellen, alternativ zu den geplanten Erweiterungen der bestehenden Gesamtschulen diese Schule durch eine Oberstufe in den Gesamtschulbereich mit einzubringen. Genaueres ist aber noch nicht bekannt.

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