Geister-Baustelle: Hausbesitzer weiß seit vier Jahren von Blindgänger und hält alle auf

dzBaustelle am Kalmeichweg

Die Baustelle am Kalmeichweg in Oestrich ist seit einem Jahr verwaist. Der Schaden, ein Rohrbruch, ist längst behoben. Doch eine Bombe hält die Arbeiten auf – und ein Hausbesitzer.

Oestrich

, 21.10.2019, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit gut einem Jahr müssen die Anwohner des Kalmeichweges in Oestrich mit einer Baustelle leben. Die nimmt in Höhe der Hausnummer 10 immerhin die Hälfte der Straße ein.

Autofahrer weichen deshalb auf den Bürgersteig aus: ein Ärgernis für die Anwohner. „Der noch recht neue Bürgersteig ist voller Risse – und Parkplätze fehlen wegen der Baustelle auch“, sagt Anwohner Roland Britz. Zudem sei die Baustelle, deren Ursache längst behoben ist, ein Gefahrenpunkt, wie Ehefrau Ursula erzählt.

„Die Warnleuchten werden eigentlich regelmäßig ausgetauscht“, erklärt sie. „Aber jetzt leuchten schon lange nur noch vier von zehn.“ Autofahrer könnten so die Grundschüler auf ihrem Weg zur Schule übersehen. Doch wer trägt die Schuld an der Geister-Baustelle? Die Dortmunder Netz GmbH (Donetz) verweist an die Stadt Dortmund. Doch die nennt einen ganz anderen „Schuldigen“.

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Eine Bombe liegt auf einem Privatgrundstück

Grund für die noch ausstehende Verfüllung des Lochs, das für die Behebung des Rohrbruchs ausgehoben wurde, ist ein Blindgängerverdachtspunkt. Den hat die Stadt in unmittelbarer Nähe der Baustelle auf den Grundstücken Kalmeichweg 9 und 11 festgestellt. Eine mögliche Bombe könnte bei der Verfüllung zu sehr erschüttert und zur Gefahr für die Anwohner werden.

Geister-Baustelle: Hausbesitzer weiß seit vier Jahren von Blindgänger und hält alle auf

Der Bürgersteig, der erst vor wenigen Jahren erneuert wurde, ist durch die erhöhte Belastung beschädigt. © Carolin West

Doch die, die direkt „auf der Bombe sitzen“ scheint das kaum zu stören. „Der private Eigentümer wurde bereits 2015 schriftlich über den Verdachtspunkt auf seinem Grundstück informiert“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön. „Dieser hat sich weder bis zum heutigen Tag beim Ordnungsamt gemeldet noch einen Antrag auf die Überprüfung des Verdachtspunktes gestellt.“

Hausbesitzer wurde mehrfach kontaktiert

Da sich der Überprüfungsradius von sechs Metern vollständig auf den Privatgrundstücken befinde, könne die Stadt ohne Zustimmung des Eigentümers nichts ausrichten. Kurz nach dem Wasserrohrbruch im Oktober 2018 sei er erneut angeschrieben worden, so Christian Schön. Doch trotz des Hinweises, dass eine fachgerechte Verdichtung erst nach der Überprüfung des Verdachtpunktes erfolgen könne, gab es keine Reaktion.

Eine akute Gefahr für die Anwohner habe bislang nicht bestanden, sagt der Stadt-Pressesprecher. „Durch die geplante Baumaßnahme der Donetz im unmittelbaren Bereich des Verdachtspunktes konkretisiert sich die Gefahr jedoch, sodass eine Überprüfung vor Beginn der Arbeiten erforderlich würde.“

Gibt es eine Alternative?

Eine Alternativlösung, eine weitgehend erschütterungsfreie Verdichtung, gebe es bisher nicht. Das Tiefbauamt der Stadt Dortmund, die Donetz und der Kampfmittelbeseitigungsdienst müssten sich diesbezüglich beraten, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Ziel ist jedoch weiterhin die Untersuchung des Verdachtspunktes. Ist die abgeschlossen, kann auch der beschädigte Bürgersteig durch das Tiefbauamt wiederhergestellt werden.

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