Die Dortmunder Rettungssanitäterin Janika Schmidt hat Astrazeneca geimpft bekommen. Sorgen um etwaige Risiken macht sie sich nicht. © Janika Schmidt
Debatte um Astrazeneca

Geimpfte Sanitäterin (23): Lieber Thrombose-Risiko als Corona-Risiko

Astrazeneca - die Vergabe des Corona-Impfstoffs war vorübergehend gestoppt worden. Eine Dortmunderin hat bereits die erste Impfung erhalten - von der Debatte ist sie „einfach nur noch genervt“.

Grünes Licht für Astrazeneca – hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) am späten Donnerstagnachmittag (18. März) gegeben. Es bestehe keine erhöhte Gesundheitsgefahr und der Nutzen der Impfung übersteige die Risiken, begründete die EMA ihre Entscheidung.

Die Debatte um den Impfstoff ist damit aber nicht vergessen. Viele Dortmunder sind verunsichert. Einige haben vor dem vorläufigen Impfstopp bereits eine erste Dosis Astrazeneca erhalten. So auch Janika Schmidt.

Dortmunderin ist froh, geimpft worden zu sein

„Ich war irgendwann einfach nur noch genervt“, erzählt die Dortmunderin, in Bezug auf die Debatte und die vielen Entscheidungen rund um den Impfstoff. Verunsichert habe sie die Debatte nicht.

„Ich bin sehr froh zu den zu gehören, die jetzt schon dran sind“, meint Schmidt, „da habe ich den richtigen Beruf ergriffen“. Mit ihren 23 Jahren wäre sie nach der Impfreihenfolge noch lange nicht an der Reihe gewesen. Aber Schmidt hat beruflich jeden Tag mit Menschen zu tun – sie rettet Leben.

Die Rettungssanitäterin hat ihre erste Impfung Mitte März bekommen. Der Impfstoff, der ihr gespritzt wurde – Astrazeneca. Eine Woche nach ihrer Impfung wurde die Vergabe des Vakzins vorübergehend gestoppt.

Die Hintergründe

Am Montag (15. März) hatte die Bundesregierung die Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca vorläufig ausgesetzt. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, begründete Gesundheitsminister Spahn die Entscheidung.

Grund dafür war eine Empfehlung des Paul-Erlich-Instituts, das für Arzneimittel und Impfstoffe zuständig ist. Es habe eine statistische Häufung von Hirnvenenthrombosen gegeben, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung stünden. In Deutschland gibt es insgesamt sieben gemeldete Fälle dieser Art – bei inzwischen mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit Astrazeneca.

„Lieber ein Risiko eingehen, anstatt an Corona zu erkranken“

Schmidt sieht keinen Grund zur Sorge: „Ich nehme lieber das Risiko in Kauf an eine Hirnvenenthrombose zu bekommen, als an Corona zu erkranken“, meint sie. Die sei ohnehin in den meisten Beipackzetteln alltagsüblicher Medikamente als mögliche Nebenwirkung gelistet.

„Wie oft liefern wir Patienten mit einem Verdacht auf Thrombose ein? Die sind häufig auch jünger“, erklärt die Dortmunder Rettungssanitäterin, „und die haben keine Impfung mit Astrazeneca bekommen“.

Schmidt vertraut darauf, dass Regierung und Gesundheitsämter wissen, was sie tun und das sollten andere auch.

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