Mit „Gehzeugen“ protestierte Extinction Rebellion für eine schnellere Verkehrswende. © Henkel
Innenstadt

„Gehzeug“ statt Auto: Umweltaktivisten zogen über den Wall

Durch die Behinderung des Verkehres auf dem Wall protestierten die Klima-Aktivisten von Extinction Rebellion gegen die Dortmunder Verkehrspolitik. Dabei kamen ungewöhnliche Geräte zum Einsatz.

Die Autofahrer auf dem Wall zeigten am Dienstagnachmittag Geduld. Kaum ein Hupen oder genervtes Rufen war zu vernehmen, als die Teilnehmer von Extinction Rebellion den Verkehr mit einer Protestaktion behinderten. Im Vorfeld hatte die Gruppe angekündigt, für eine schnellere Verkehrswende in Dortmund protestieren zu wollen.

Das Chaos blieb am Ende aus. Zwar kamen die Dortmunder Verkehrsteilnehmer nicht überall auf dem Wall gut durch. Denn beispielsweise vor dem Hauptbahnhof stauten sich die Fahrzeuge dann doch zurück. Ein befürchteter Verkehrsinfarkt blieb aber letztlich aus.

Etwa 30 Teilnehmer sind am Protest beteiligt

Mit so genannten „Gehzeugen“, der Größe von Autos nachempfundenen Holzgestellen, die sich die Teilnehmer umgurteten, zogen die Protestteilnehmer vom Friedensplatz startend einmal um den Wall.

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Extinction Rebellion Demo

Mit diesen wollten sie zeigen, wie viel Platz Autos auf den Straßen einnehmen – und das, obwohl oft nur eine Person im Fahrzeug sitze.

Etwa 30 Teilnehmer folgten der Aufforderung Gruppe und fanden sich am Dienstagnachmittag auf dem Friedensplatz ein, von wo aus der Protestzug nach kleineren Startschwierigkeiten – die „Gehzeuge“ ließen sich nicht so einfach wie erhofft zusammensetzen – den Gang um den Wall begann.

Protestgruppe kritisiert den Schadstoffausstoß

Mit der Aktion will Extinction Rebellion darauf aufmerksam machen, wie viel Platz Autos im Verkehr verbrauchen. Gleichzeitig kritisiert die Protestgruppe, die sich für Klima und Umwelt einsetzt, den durch die Fahrzeuge bedingten Ausstoß von Schadstoffen und CO2.

Gleichzeitig will die Gruppe ihrem Ärger über die Dortmunder Verkehrspolitik Ausdruck verleihen, die ihrer Meinung nach Autofahrer bevorzugt.

„Die Stadt fordert die Bürger auf, in einer fahrradfeindlichen Stadt in Vorleistung zu gehen, während sie gleichzeitig jede Verbesserung für Fahrradfahrer torpediert“, hatte Amelie Meyer, Mitglied von Extinction Rebellion, im Vorfeld verlauten lassen.

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So lief der Protest von Extinction Rebellion auf dem Wall

Bereits Mitte Juni hatte Extinction Rebellion in Dortmund demonstriert. Damals ging es aber um einen Protest gegen das Waldsterben. Eine weitere Aktion der Klimakämpfer fand Anfang Mai statt – und hatte ebenfalls den Friedensplatz als zentralen Ausgangspunkt für die Aktionen.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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