Gefahr für die Allgemeinheit? Mann soll eigene Wohnung angezündet haben

dzProzess am Landgericht

Ein 42-jähriger Mann soll in seiner Wohnung Feuer gelegt haben und anschließend die Polizei verständigt haben. Vor dem Landgericht geht es allerdings nicht um eine Bestrafung.

Dortmund

, 25.09.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 42-jährigen Mann aus der Nordstadt schwere Brandstiftung vor. Weil er als psychisch schwer krank und damit schuldunfähig gilt, geht es in dem Prozess vor dem Landgericht nicht um eine klassische Bestrafung.

Die Richter müssen allein die Frage beantworten, ob der Beschuldigte als Gefahr für die Allgemeinheit eingestuft und deshalb für unbestimmte Zeit in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.

Seit seiner Festnahme im April wird der 42-Jährige bereits in einem solchen Krankenhaus behandelt. Dass er an einer paranoiden Schizophrenie leidet, weiß er schon lange. Zuletzt aber soll er es mit der Einnahme seiner Medikamente nicht immer so genau genommen haben.

Drei Zeugen im Krankenhaus

Am Nachmittag des 15. April will der Beschuldigte dann wieder Stimmen in seinem Kopf vernommen haben. Deshalb habe er Kleidung auf sein Bett gelegt und den Stapel mithilfe von Zeitungspapier angezündet, sagte er den Richtern. „Ich wollte mit dem Gerede Schluss machen. Dieser Terror sollte endlich aufhören.“

Bei dem Feuer wurde keiner der übrigen Hausbewohner verletzt. Drei Mitarbeiter des Ordnungsamts, die zufällig in der Nähe und deshalb als erste am Tatort waren, wurden jedoch mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

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