Gefahr auf Schulweg-Kreuzung: „Irgendwann wird was passieren“

dzVerkehr in Dortmund

Eltern aus dem Süden Dortmunds setzen sich für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ihrer Kinder ein. Gelingen soll das, indem eine Kreuzung verändert wird.

Benninghofen, Loh

, 05.02.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

So langsam wird es morgens früher hell. Besonders Eltern aus Benninghofen und Loh dürften sich darüber freuen. Denn mit mehr Helligkeit wird der Schulweg ihrer Kinder ein Stückchen sicherer. Aber noch lange nicht sicher genug.

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An der Kreuzung Overgünne und Benninghofer Straße ist morgens unter der Woche ziemlich viel los. An der ohnehin unübersichtlichen Kreuzung teilen sich Autofahrer und Eltern mit ihren Grundschulkindern Asphalt und Bürgersteig. Regelmäßig komme es hier zu gefährlichen Situationen, berichten Eltern. Das wollen sie jetzt ändern.

Ein Stromkasten ist eine weitere Gefahrenquelle

„Seit eineinhalb Jahren habe ich ein Schulkind. In dieser Zeit habe ich schon so viele heikle Situationen erlebt“, sagt Katrin Ruff. Sie begleitet ihre Tochter regelmäßig auf dem Weg zur Benninghofer Grundschule. Dafür müssen sie und andere Kinder diese enge Kreuzung überqueren.

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Besonders brenzlig werde es, wenn Autos von der Overgünne links in die Benninghofer Straße einbiegen und die Kinder gleichzeitig Grün haben. „Diese Linksabbieger können die Schulkinder an der Ampel allerdings nicht im Vorfeld stehen sehen, da ein großer Stromkasten die Sicht verhindert“, schreibt Katrin Ruff in einem Brief an die Bezirksvertretung Hörde.

Meist bedeutet das: Die Autos sehen keinen Gegenverkehr, geben Gas und bremsen dann mitunter auf dem Fußgängerüberweg – auf dem gerade die Kinder laufen. „Solche Situationen gab es schon öfter“, sagt auch Mutter Katja Schmidt. Der ein oder andere SUV habe schon knapp vor Kindern gebremst.

Auch der Schulleiter äußert sich

In der jüngsten Sitzung am 28. Januar hat Katrin Ruff ihr Anliegen auch persönlich den Politikern in der BV geschildert. Sie möchten sich nun dafür einsetzen, die Situation zu entschärfen und haben einen Ortstermin vereinbart, an dem auch Vertreter der Verwaltung und der Polizei teilnehmen sollen.

Schon am Mittwoch (5.2.) trafen sich einige Eltern und der Schulleiter der Benninghofer Grundschule, Christof Dieker, an der Kreuzung. Die Kreuzung sei zuletzt schon einmal Thema in einer Schulkonferenz gewesen. Die Polizei habe bei dieser Gelegenheit gesagt, dass es sich bei der Kreuzung nicht um einen Unfallschwerpunkt handele, so Dieker.

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„Ich weiß nicht, warum es erst ein Unfallschwerpunkt werden muss, damit sich was verändert. Irgendwann wird was passieren“, sagt Katrin Ruff. „Die Kinder sollten sich frei bewegen können, es soll hier sicherer werden.“

Die Geschwindigkeit ist ein großes Problem

Nur ein kurzes Stück der Overgünne ist derzeit als Schulweg gekennzeichnet, auf rund 300 Metern auf Höhe der Grundschule gilt tagsüber daher Tempo 30. Auf der Benninghofer Straße sind hingegen 50 km/h erlaubt.

In ihrem Brief an Politik und Verwaltung macht Katrin Ruff Vorschläge zur Entschärfung der Situation:

  • Die Autos sollen Rot haben, wenn die Ampel für Kinder Grün ist.
  • Die gesamte Ampelanlage muss erneuert werden, damit sie zwischen den Lichtern der Autos und Geschäfte besser sichtbar wird.
  • Die Umschaltzeiten zwischen den einzelnen Ampeln müssen verlängert werden.

Denn nicht selten komme es vor, dass Autos im dichten Verkehr auf der Kreuzung stecken und noch schnell weiterfahren, wenn die Ampel für Fußgänger bereits auf Grün umgeschaltet ist.

„Eine neue Ampelschaltung einzurichten, ist nicht so trivial, weil Vieles dazugehört“, sagte Andreas Kieseier, der Leiter der Dortmunder Straßenverkehrsbehörde in der BV. „Ich werde aber nochmal mit den Kollegen sprechen.“

Eine weitere Forderung aller Eltern und des Schulleiters: Für das gesamte Benninghofer Zentrum sei Tempo 30 angebracht. Die Umsetzung könnte allerdings schwierig werden. Denn die Benninghofer Straße gehört aufgrund ihrer Bedeutung zum sogenannten städtischen Vorbehaltsnetz. Und das sieht Tempo 50 vor.

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