Gastwirt (41) zur Sperrstunde: „Ab 23 Uhr verdienen wir erst Geld“

dzSperrstunde in Gaststätten

Marko Groß führt eine Gaststätte und musste sich wegen der Sperrstunde ein neues Konzept überlegen. Quasi nebenan in Unna dürfen Kneipen-Kollegen noch länger geöffnet haben.

von Alina Wortmann

Eving

, 16.10.2020, 18:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen der in kurzer Zeit angestiegenen Corona-Infektionszahlen haben sich Bund und Länder am Mittwoch (14. Oktober) zusammengetan, um neue Beschlüsse zum Schutz der Bürger zu vereinbaren.

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Am Abend hat die Bundeskanzlerin dann während einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass eine Sperrstunde verhängt wird.

Neues Konzept soll helfen

Davon ist auch das Haus Teuber in Eving betroffen. Geschäftsführer Marko Groß hat auf die erlassene Sperrstunde reagiert und seine Öffnungszeiten dementsprechend geändert. Seinen Kunden hat er das auf Facebook mitgeteilt. Die Gaststätte öffnet nun bereits schon am frühen Vormittag und schließt pünktlich um 23 Uhr.

Marko Groß hofft auf das Verständnis seiner Gäste. Damit die Kunden schon tagsüber in die Kneipe kommen, hat Groß ein neues Konzept eingeführt. Bei diesem Konzept werden am Wochenende Long Drinks nicht nur ab 19 Uhr, wie sonst, sondern nun über den ganzen Tag angeboten.

,,Uns trifft die Maßnahme besonders hart, da unser Verdienst normalerweise erst ab 23 Uhr beginnt. Nun werden doch alle Zuhause allein weitertrinken“, sagt der 41-jährige.

Gast Armin Aggie kann sich nicht vorstellen, dass die Sperrstunde einen Unterschied macht.

Gast Armin Aggie kann sich nicht vorstellen, dass die Sperrstunde einen Unterschied macht. © Alina Wortmann

Er fühlt sich teilweise als Gastronom von der Stadt im Stich gelassen. Der Geschäftsführer wünscht sich eine Hotline beim Gewerbeamt, die allein für Gastronomen eingerichtet wird.

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,,Ich habe tagelang versucht, das Ordnungsamt zu erreichen, aber die Hotlines waren so überlastet, dass man da niemanden erreicht hat. Bei den vielen offenen Fragen, die wir Gastronomen haben, wäre eine Hotline sehr hilfreich", meint Marko Groß.

Der Virus macht nicht frühzeitig Feierabend

Gast Armin Aggie hält nicht viel von der neuen Verordnung. Er kann nicht verstehen, wieso die Gaststätten in Unna bis 1 Uhr aufbleiben dürfen, aber Gaststätten in Dortmund, wie die von Marko Groß nur bis 23 Uhr.

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Wenn, dann müsste ein Kompromiss für alle her. ,,Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Sperrstunde einen Unterschied machen wird. Ich meine, das Virus macht ja nicht frühzeitig Feierabend", meint der 64-Jährige.

Keine finanziellen Rücklagen mehr

Die Maßnahmen der Sperrstunde gelten noch bis zum 31. Oktober. Der Geschäftsführer ist sich aber sicher, dass eine weitere Verordnung wie diese viele Gastronomen nicht stemmen können.

Marko Groß betreibt die Gaststätte Haus Teuber.

Marko Groß betreibt die Gaststätte Haus Teuber. © Alina Wortmann

,,Die Branche ist finanziell am Ende. Wir kommen definitiv an unsere Grenze. Die finanziellen Rücklagen sind bei der ersten Corona Welle fast alle ausgeschöpft worden und wir sind angewiesen auf das kommende Wintergeschäft.“

Auch das finanzielle Hilfspaket sei dabei nur eine kleine Hilfe, da der Gaststätten-Besitzer einen Teil davon wieder versteuern muss. Zur Not wird der 41-Jährige mehr Getränke über den Tag anbieten und sein Angebot erweitern, um den Gewinn wieder reinzuholen.

Öffnungszeiten am Wochenende

Das sind die neuen Öffnungszeiten am Wochenende:
  • Freitag: 11 bis 23 Uhr
  • Samstag: 11 bis 23 Uhr
  • Sonntag: 10bis 23 Uhr

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