Gastro-Öffnung in Dortmund: Regeln stehen fest – Unsicherheit über Kneipen

dzLockerungen

Dürfen Kneipen, die keine Speisen anbieten, in Dortmund ab dem 11. Mai wieder öffnen? Zu dieser Frage gibt es Irritationen. Mittlerweile stehen aber Regeln fest.

Dortmund

, 08.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis Donnerstagnachmittag durfte sich ein beträchtlicher Teil der Dortmunder Gastronomen noch nicht durch die angekündigten Lockerungen der Corona-Beschränkungen angesprochen fühlen.

In den Ankündigungen der Landesregierung von Mittwoch war nur von „Speisegaststätten“ die Rede, die wieder Gäste empfangen dürfen. Ob ab dem 11. Mai auch „Schankwirtschaften“ öffnen dürfen, ist nach wie vor nicht ganz sicher (Stand: Donnerstagabend, 20 Uhr). So geht etwa die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK) davon aus, dass Kneipen vorerst geschlossen bleiben.

Namenslisten von Gaststätten-Besuchern und Abstandsregeln

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat am Donnerstag (7.5.) die Regeln präzisiert, nach denen Gaststätten ab Montag öffnen dürfen. Er traf in einer Pressekonferenz dabei keine Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Arten von Gaststätten.

Die einzige wichtige Beschränkung: Die neue Möglichkeit der Öffnung gilt nur für Gastronomien mit Sitzplätzen. Laut Pinkwart müssen diese Plätze in ausreichendem Abstand zueinander aufgestellt sein und nach jedem Gast desinfiziert werden.

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Die Tische müssen in 1,5 Meter Entfernung voneinander stehen, gleiches gelte für die Rückenlehnen der Stühle. An Ein- und Ausgängen und im Toilettenbereich muss ausreichend Platz geschaffen werden.

Außerdem sprach Andreas Pinkwart davon, dass möglichst Listen mit Daten der Besucher zu führen seien, damit Infektionsketten nachverfolgt werden könnten. Er warb für digitale Buchungssysteme.

Es wird keine Begrenzung der Öffnungszeiten oder der Verweildauer der Gäste geben. Weitere Details zu den Vorgaben für Gaststättenbetreiber stellt das Ministerium für Freitag (8.5.) in Aussicht.

Dortmunder Wirt ist „total enttäuscht“

Michael Wicke, Wirt der Huckarder Marktschänke, äußert sich bei Facebook „total enttäuscht“. Er habe auf einen Fahrplan für seine Branche gehofft. Nun liege eine Aussage der IHK vor, dass „in dem Moment, wo ein Tresen zum Inventar gehört“ nicht geöffnet werden dürfe - auch nicht, wenn dieser abgesperrt wird.

Die IHK Dortmund bestätigt auf Anfrage, dass nach aktuellem Sachstand Schankwirtschaften von den Lockerungen ausgenommen sind und nicht öffnen dürfen. „Wir können nur das an unser Mitglieder weitergeben, was die Politik uns vorgibt“, sagt IHK-Sprecher Gero Brandenburg. Einzelfälle könnten über das Ordnungsamt geklärt werden.

IHK Dortmund geht bisher davon aus, dass Kneipen geschlossen bleiben müssen

Das gilt laut IHK-Sprecher Gero Brandenburg so lange, bis die genauen Regelungen, die gerade von verschiedenen Ministerien verkündet werden, in eine neue Allgemeinverfügung für die Kommunen gefasst sind. „Es wäre wünschenswert, wenn man auch Betreibern von Schankwirtschaften das Vertrauen schenken würde“, sagt Gero Brandenburg.

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Weiterhin dürfen Bars, Diskotheken und andere Vergnügungslokale bis auf weiteres nicht öffnen. Das Ministerium begründet das unter anderem damit, dass an einem Tresen die Abstandsregeln schlechter eingehalten werden könnten.

Die Abgrenzung zwischen Bars und Kneipen ist aus Sicht vieler Gastronomen in Dortmund bisher schwer zu greifen - und war bereits am Mittwoch kritisiert worden. Zugleich arbeiten aber nach Einschätzung der IHK gerade zahlreiche Kneipiers an Konzepten für eine möglicher Wiedereröffnung.

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Zuletzt hatten sich die Meldungen über Gastronomen gehäuft, die in Folge der Corona-Krise ihr Geschäft aufgeben müssen. Teilweise, wie etwa im Falle des „Lokales“ im Kreuzviertel, unter großer Anteilnahme vieler ehemaliger Besucher.

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