Gasleitung manipuliert: Mehrfamilienhaus in Dortmund hätte explodieren können

Polizei ermittelt

Die Bewohner eines Hauses in Dortmund sind nur knapp einer Katastrophe entgangen. Tagelang strömte Gas aus, weil die Leitung manipuliert wurde. Nur durch Zufall fiel die tödliche Gefahr auf.

Dortmund

, 05.02.2020, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Keller eines Hauses an der Borussiastraße 2 im Stadtteil Oespel hat ein bislang unbekannter Täter vorsätzlich die Gasleitung manipuliert. Das hätte nach Einschätzung von Polizei und Staatsanwaltschaft in Dortmund in einer Explosion mit möglicherweise tödlichen Folgen enden können.

„Ein Funke wäre ausreichend gewesen, um das explosive Luft-Gasgemisch zu entzünden“, sagt Sandra Lücke von der Staatsanwaltschaft Dortmund.

Donetz-Mitarbeiter entdeckte Gas-Geruch durch Zufall

Besonders dramatisch: Die Manipulation fiel nur durch einen Zufall auf. Ein Mitarbeiter des Dortmunder Netzbetreibers Donetz war am 28. Januar privat an dem Haus an der Borussiastraße vorbeigekommen.

Dabei nahm er laut Staatsanwältin Sandra Lücke „flüchtigen Gasgeruch“ wahr. Zwei Tage später sei er dienstlich zu dem Haus gefahren und habe dort die Manipulation entdeckt.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Gasleitung zwischen dem 15. und 30. Januar geöffnet. Vor dem 15. Januar war im Keller des von fünf Mietparteien bewohnten Hauses noch nachweislich alles in Ordnung.

Die Ermittlungen laufen wegen des „versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“. Angesichts der explosiven Gaskonzentration in der Luft stünde aber auch der Vorwurf eines versuchten Tötungsdeliktes im Raum. Dies müssten die weiteren Ermittlungen des Kriminalkommissariats 11 zeigen, das bei Todesermittlungen, Brand, Waffen und Sprengstoff zuständig ist.

Polizei fragt: Wer hat verdächtige Personen im Umfeld des Tatorts gesehen?

Polizei und Staatsanwaltschaft fragen nun: Wer hat im Tatzeitraum verdächtige Personen im Nahbereich der Anschrift gesehen? Wer kann Angaben zu möglichen tatbeteiligten Personen machen? Gegebenenfalls könnten auch Beobachtungen, die schon längere Zeit zurückliegen, bei den Ermittlungen helfen.

Hinweise können an den Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer (0231) 132 74 41 oder bei jeder Polizeidienststelle gemeldet werden.

Erinnerungen an explodiertes Haus in Hörde

Der Fall weckt Erinnerungen an die Explosionskatastrophe in Hörde im März 2017. Damals hatte ein Bewohner absichtlich die Explosion der Gastherme in seiner Wohnung herbeigeführt. Beim Einsturz des Hauses an der Teutonenstraße war eine 36-jährige Bewohnerin gestorben.

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Der Täter Stefan T. wurde Ende 2017 wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen und auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie eingewiesen.

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