Ganztägige Wall-Sperrung ausgerechnet beim ÖPNV-Streik – Warum muss das sein?

dzVerdi-Warnstreiks

Wegen einer Verdi-Kundgebung wird am Donnerstag der Südwall gesperrt - am gleichen Tag, an dem der ÖPNV in Dortmund wegen des Streiks gesperrt wird. Verdi rechtfertigt die Standort-Wahl.

Dortmund

, 14.10.2020, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für Dortmunds Berufspendler kommt es am Donnerstag (15.10.) ganz dicke: Wegen einer Großkundgebung von Verdi wird von 6 bis 18 Uhr der Südwall gesperrt - und das, obwohl durch den Warnstreik gleichzeitig der öffentliche Nahverkehr komplett lahm gelegt wird.

Kein einziger Bus, keine einzige Stadtbahn, dazu die wichtigste Ringstraße der Innenstadt den ganzen Tag durchtrennt - für Dortmunds Autofahrer bedeutet das voraussichtlich: Stau, Stau, Stau.

„Wir wollen die Stadt nicht lahmlegen“, sagt dazu Michael Kötzing, der Geschäftsführer von Verdi Westfalen. „Aber wir brauchen einfach den Platz.“

Der Südwall hat Tradition für Verdi: Bereits in der Vergangenheit kamen zu großen Tarif-Kundgebungen rund 15.000 Menschen dort zusammen, zuletzt 2018. Dieses Mal erwartet die Gewerkschaft zwar „nur“ 4000 Teilnehmer, doch die brauchen eben auch bedeutend mehr Platz, um den Corona-Abstand zu halten.

Im unmittelbaren City-Bereich biete nur der Wall soviel Fläche, sagt Kötzing, der Friedens- und der Hansaplatz seien zu klein, damit dort Tausende Menschen 1,5 Meter Abstand halten könnten.

Und angesichts der steigenden Corona-Zahlen der letzten Tage sei dieser Abstand wichtiger als je zuvor, sagt Kötzing: „Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass am Tag darauf Hunderte infizierter Kollegen Dortmunds Busse und Bahnen fahren!“

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