„Gambia hautnah“: Warum diese Dortmunderin Teil einer bayerischen Hilfsorganisation ist

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Ihre Hilfe geht von Dortmund über Bayern nach Afrika: Heike Hagemann zeigt bei „Gambia hautnah“ am 16. August, wie sie eine Hilfsorganisation unterstützt. Einen Einblick gibt sie schon jetzt.

Huckarde

, 06.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus einem Bilderbuch - so einfach ist die Antwort auf die Frage, woher Heike Hagemanns (59) Begeisterung für Afrika kommt. „Ich habe schon als Kind von Afrika geträumt“, erzählt sie und lächelt. „Ich wollte immer nur das eine Bilderbuch mit den Löwen und Giraffen anschauen.“ Als sie 2011 durch Zufall den Link einer Hilfsorganisation entdeckt hatte, fiel die Entscheidung nicht schwer.

Die heute 59-Jährige wurde Mitglied im Verein Socialis for The Gambia. „Ich wollte die Menschen dort unterstützen, damit sie vor Ort ein besseres Leben haben und sich nicht in Schiffe setzen, die vielleicht niemals ankommen - und der Verein setzt sich vor allem für Bildung ein, den Grundbaustein für ein besseres Leben.“

Der Traum von Afrika wird wahr

Socialis hat zwei Standorte in Gambia. In Brufut gibt es eine Schule und ein Skillcenter, das Schneider-, Schreiner- und Friseurausbildungen anbietet. In Sintet hat der Verein eine Schneider- und Landwirtschaftsschule. Immer vor Ort ist Manager Hatab Beyai, der den Verein vor 20 Jahren mitgegründet hat. Sitz des Vereins in Deutschland ist allerdings nicht Dortmund oder Huckarde, wo Heike Hagemann mit Ehemann Karsten Schulz lebt, sondern das bayerische Amberg.

„Gambia hautnah“: Warum diese Dortmunderin Teil einer bayerischen Hilfsorganisation ist

Der Eingang zur Schule in Brufut: Hier lernen über 600 Kinder. © Privat

Anfangs hat Heike Hagemann den Verein deshalb vor allem mit ihrem Mitgliedsbeitrag über 10 Euro im Monat unterstützt. Afrika rückte damit jedoch kein Stück näher. Erst 2017, als der Verein eine Rundreise anbot, konnte sie ihren Traum wahr machen. „Ich war die Erste, die sich angemeldet hat“, sagt sie und lacht. „Ich wollte das ursprüngliche Afrika kennenlernen, die Menschen dort - und sehen, wo unsere Hilfe ankommt.“

Heike Hagemann: „Ich wurde von der Freude der Menschen infiziert“

Und das hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei Heike Hagemann. So nachhaltig, dass sie 2018 und auch in diesem Jahr in Eigenregie mit ihrem Ehemann nach Gambia gereist ist. „Ich wurde einfach von der Freude der Menschen vor Ort infiziert“, erklärt sie. „Sie haben so wenig, strahlen aber so viel Lebensfreude aus, tanzen, feiern, lachen - das ist einfach toll.“

„Gambia hautnah“: Warum diese Dortmunderin Teil einer bayerischen Hilfsorganisation ist

So sieht einer der Klassenräume in Brufut aus. © Privat

Und: „Die Menschen bitten um nichts, sie arbeiten mit dem, was sie haben, so gut wie es eben geht.“ Deshalb sei es wichtig, dass Vereinsmitglieder vorbeischauen, Ideen einbringen und dafür sorgen, dass die Spenden an den richtigen Stellen landen. Der Schulgarten beispielsweise sei zunächst ohne Gartengeräte angelegt worden - und brachte entsprechend wenig Pflanzen hervor. Eine Spende verhalf der Schule zu Gartengeräten und inzwischen sogar zu einem weiteren Schulgarten.

„Gambia hautnah“: Warum diese Dortmunderin Teil einer bayerischen Hilfsorganisation ist

Beim jährlichen Sportfest treten die Kinder und Jugendlichen in Teams gegeneinander an. Das blaue Team von Lehrer Ebriama konnte sich nicht gegen die anderen durchsetzen. © Privat

Genug Helfer gibt es jedenfalls. Mehr als 600 Kinder lernen in der Schule in Brufut, rund 60 Auszubildende im Skillcenter und an der Landwirtschaftsschule. „Der Verein zahlt beispielsweise Mittagessen, Schulkleidung und Bücher sowie die Lehrergehälter“, sagt Heike Hagemann. 370 Vereinsmitglieder stemmen die Fixkosten mit ihren Mitgliedsbeiträgen und Veranstaltungen wie Heike Hagemanns Fotoabend am 16. August.

Neue Mitglieder kommen über Veranstaltungen

Über die Veranstaltungen kommen oft auch neue Mitglieder oder Sponsoren zu Socialis. 14 Mitglieder sind es inzwischen in Dortmund. Und die Rotarier Dortmund-Hörde haben beispielsweise Erstausstattungen für ausgebildete Schneider und Friseure gespendet. „So können sie sich eine Selbstständigkeit aufbauen“, erklärt Heike Hagemann.

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Im Skillcenter lernen die Auszubildenden beispielsweise das Nähen. © Privat

Auch sie selbst spendet inzwischen zusätzlich. „Ich bezahle das Schulgeld für die Upper Class für Fatoumatta, die Tochter unseres befreundeten Lehrers Ebriama.“ Denn höhere Bildung ist in Gambia nicht kostenlos. Darüber, über den Verein und über ihre diesjährige Reise berichtet Heike Hagemann bei ihrem Fotoabend.

Der Vortrag „Gambia hautnah“

So können Sie sich für den Fotoabend anmelden

  • Der Fotoabend mit Vortrag zum Thema „Gambia hautnah“ findet am Freitag (16.8.) um 17 Uhr im Lebensart Café, Buschstraße 172, statt.
  • Der Abend dauert circa zweieinhalb Stunden. Das Café bietet Kaffee, Kuchen und kleine Snacks an.
  • Für eine bessere Planung bittet Heike Hagemann um eine Anmeldung per E-Mail an gambiadortmund@icloud.com
  • Es sind aber auch spontane Gäste willkommen.
  • An dem Abend werden auch Schlüsselanhänger, Handytaschen und Ähnliches aus den Werkstätten in Gambia gegen eine Spende abgegeben.
  • Weitere Infos zu Socialis for The Gambia e.V. gibt es im Internet.
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